Einschätzung Warum der FCM-Erfolg gegen 1860 München so besonders war

Nach langem Leiden begeistert der 1. FC Magdeburg seine Zuschauer endlich wieder im eigenen Stadion. Der Heimsieg gegen den TSV 1860 München war ein historischer – und könnte zum Wendepunkt dieser Saison werden.

Daniel George
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von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Stefan Krämer jubelt
FCM-Trainer Stefan Krämer konnte seinen ersten Heimsieg bejubeln. Bildrechte: imago images / MIS

Es gibt Siege, für die gibt es drei Punkte. Und dann geht es weiter. Zufrieden, aber doch als wäre kaum etwas gewesen. Fußball, das ist eben ein "Von-Woche-zu Woche-Geschäft". Doch dann gibt es Siege, die bedeuten mehr. Auch nach ihnen geht es weiter. Aber irgendwie anders als vorher. Zufrieden, und mit dem Wissen, dass jetzt alles besser wird – oder zumindest werden kann.

Der 1. FC Magdeburg hat sich am Samstagnachmittag so einen Sieg erspielt. Vor 16.606 Zuschauern setzte sich der FCM in der MDCC-Arena gegen den TSV 1860 München mit 5:1 durch. Es war eine Machtdemonstration. Es war der 1.000 Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte – und vielleicht, so hoffen es alle beim Zweitliga-Absteiger aus der Elbestadt, war es auch ein kleiner Wendepunkt in dieser noch jungen Saison.

Sport

Fußballspiel 1 min
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Sa 24.08.2019 16:22Uhr 00:57 min

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Video

Bertram und Beck – das Traumduo

Sechs Spieltage ist die Spielzeit 2018/2019 erst alt. Und wirklich katastrophal startete der FCM keineswegs in diese Saison. Doch zufrieden waren sie beim ambitionierten Drittligisten eben auch nicht bislang. Weil die Leistungen oft stimmten, aber die Ergebnisse nicht so recht. Und weil jeder das Gefühl hatte, dass in dieser Mannschaft mit diesem Trainer so viel mehr steckt.

Was auch Dominik Ernst nach dem Heimsieg gegen München bestätigt sah: "Wir haben all das gezeigt, was in uns steckt, vor allem in den ersten 45 Minuten", sagte der Abwehrspieler, der zwei Tore vorbereitete. "Heute haben wir uns für die harte Arbeit der vergangenen Wochen endlich belohnt."

Jubel nach Tor 3:0 von Sören Bertram ( 20 1. FC Magdeburg) und Christian Beck ( 11 1. FC Magdeburg).
Sören Bertam (l.) legte zwei Treffer auf und erzielte eines selbst. Christian Beck gelangen zwei Tore. Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener

Defensiv war der FCM gegen harmlose Löwen kaum gefordert. Offensiv offenbarte sich das große Potenzial des neu formierten Teams, das bislang zu oft verborgen geblieben war: Die Doppelspitze aus Christian Beck und Sören Bertram funktionierte vorzüglich. Bertram legte den Führungstreffer (14. Minute), ein Eigentor des Münchners Aaron Berzel, mit einer Flanke auf – genau wie das 4:0 durch Christian Beck (41.), der außerdem zum 2:0 traf (28.). Das dritte Tor erzielte Bertram selbst (39.).

"Wir haben uns da vorne sehr gut verstanden, aber die ganze Mannschaft hat das super gemacht", sagte Kapitän Beck und erklärte: "Wir wollten den Fans endlich mal etwas zurückgeben. Der FCM muss wieder eine Heimmacht werden – das war heute der erste Schritt."

Sport

Stefan Krämer 1 min
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MDR FERNSEHEN Do 22.08.2019 17:45Uhr 00:46 min

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Krämer: "Das muss ein Ansporn sein"

Das 5:1 gegen den TSV 1860 war der erste Heimsieg dieser Saison – und überhaupt erst der dritte in diesem Kalenderjahr. Das konnte ja gar nicht wahr sein, "wenn du vor so einem Publikum in so einem Stadion, in dem so eine Atmosphäre herrscht, spielst", wie FCM-Trainer Stefan Krämer am Sonnabend anmerkte. "Wir wollten das jetzt unbedingt brechen, denn wenn wir das, was wir uns vorgenommen haben, in dieser Saison erreichen wollen, müssen wir hier punkten. Deswegen war es wichtig, dass wir jetzt zuhause ein Ausrufezeichen setzen."

Die Bühne war perfekt: Anlässlich des zehnten Geburtstages ihres Heinz-Krügel-Stadions boten die FCM-Fans eine beeindruckende Choreografie, die auch Trainerlegende Heinz Krügel zeigte. "Mannschaft und Fans haben sich gegenseitig gepusht, das hat eine Synergie ergeben. Das hat sich hochgeschaukelt", sagte Stefan Krämer. "Da ist dann eine Selbstverständlichkeit ins Spiel gekommen. Entscheidend war das frühe Führungstor. Und dann nehmen Fußballspiele manchmal eben so eine Dynamik an."

So eine Dynamik, die nun auch die ganze Saison annehmen kann. Wenngleich Krämer warnte: "Das ist kein Freibrief, dass es immer so läuft. Aber für uns muss es der Ansporn sein, wie es laufen kann. Wir haben jetzt fünf Spiele nicht verloren, drei Unentschieden und zwei Siege geholt. Wir sind also auf dem Weg, aber wir müssen weiter laufen – und zwar viel." Nach dem Sieg gegen München sollte jedenfalls selbst den schärfsten Kritikern bewusst sein: Die Mannschaft läuft in die richtige Richtung.

Daniel George
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Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

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Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 18:56 Uhr

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