Einschätzung Warum der HFC aktuell auf allen Ebenen überzeugt

Realistische Aufstiegschancen, vielversprechende Zugänge und eine entscheidende Vorstandswahl – beim Halleschen FC läuft es derzeit so gut wie lange nicht. Was sich im Vergleich zu den Vorjahren verändert hat.

Daniel George
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von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Fans aus Halle.
Die HFC-Fans haben derzeit viel Grund zum Jubeln. Bildrechte: imago/foto2press

Fans des Halleschen FC sind am Wochenende ausgebucht: Am Sonnabend gastiert der FC Carl Zeiss Jena im Erdgas Sportpark – da müssen sie hin. Und am Sonntag wird dann ein neuer Vorstand gewählt – da wollen sie mitbestimmen über die Zukunft ihres Vereins. Fest steht bereits vor dem Wochenende: Beim Drittligisten aus der Saalestadt läuft es gerade so gut wie lange nicht – und zwar auf allen Ebenen.

Eine Einschätzung zur aktuellen Situation:

1) Die Mannschaft beeindruckt

Die Stasi-Affäre von Ex-Präsident Michael Schädlich, das angespannte Verhältnis zwischen Oberbürgermeister Bernd Wiegand und dem HFC, die Nachwirkungen der Finanz-Krise aus der vergangenen Saison – es gab zahlreiche Punkte, die die Mannschaft in der Hinrunde hätten belasten können. Doch Cheftrainer Torsten Ziegner gelang es, eine Truppe zu formen, die alles ausblendet, was abseits des Fußballplatzes im Verein passiert, die sich einzig und allein auf ihren Erfolg konzentriert – und zwar gemeinsam.

In den vergangenen Jahren herrschte eine Söldner-Mentalität beim HFC. Jetzt identifizieren sich die Profis wieder mit dem rot-weißen Trikot und mit ihren Nebenmännern. Der HFC besitzt eine Siegermentalität. Ein Beweis? Mit einem Wahnsinns-Abschluss schoss Bentley Baxter Bahn den HFC am vergangenen Wochenende kurz vor Schluss zum Auswärtssieg gegen Fortuna Köln. Die Mannschaft hat ihren Fokus durch die Winter-Unterbrechung nicht verloren. Sie hat richtig Bock auf Aufstiegskampf – und will gegen Jena nachlegen.

Ein Sieg am Sonnabend (Beginn: 14 Uhr) würde die Euphorie nachhaltig beeinflussen. Erstes Heimspiel des Jahres, erster Erfolg – da dürften die HFC-Fans die nächsten Heimspiele wohl auf keinen Fall verpassen. Und gegen Jena, das einen Abstiegsplatz belegt, stehen die Chancen gut für den HFC.

Das Logo des Halleschen FC, daneben steht der Schriftzug Badkurvenversteher, Grafik für den Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT 35 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 23.01.2019 18:00Uhr 35:17 min

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2) Die sportliche Führung trifft sinnvolle Entscheidungen

Dass die Sommer-Transfers funktioniert haben, ist bekannt. Doch den Unterschied zu den Vorjahren macht in dieser Saison der Winter aus: Der HFC, allen voran Sportdirektor Ralf Heskamp und Trainer Torsten Ziegner, hat aufgrund der aussichtsreichen Position in der Tabelle noch einmal personell nachgelegt. Mit Maximilian Pronichev kam eine neue Option für die Offensive. Zwar droht der 21-Jährige mit einer Muskelverhärtung für das Heimspiel gegen Jena auszufallen. Generell jedoch ist der talentierte Angreifer eine echte Verstärkung für den HFC.

Die zweite Verpflichtung des Winters überraschte noch mehr: Mit Christian Tiffert kehrt ein gebürtiger Hallenser zurück zum HFC. Der bald 37-Jährige blickt auf eine bewegte Profikarriere zurück, ist mit Erzgebirge Aue vor zweieinhalb Jahren von der dritten in die zweite Liga aufgestiegen – und will das in seiner Heimatstadt noch einmal erleben. Tiffert dient als Anführer und Identifikationsfigur. Seine Verpflichtung war die perfekte Antwort auf die schwere Verletzung von Mentalitäts-Monster Sebastian Mai.

Anders als in den vergangenen Jahren bewies die sportliche Führung im Winter das richtige Gespür für sich bietende Möglichkeiten – und den Mut, diese dann auch zu ergreifen.

HFC-Neuzugang Christian Tiffert im Gespräch mit einem weiblichen Fan. 1 min
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3) Die Mitglieder gestalten die Zukunft mit

Der wichtigste Termin des Wochenendes ist beim HFC nicht etwa das Heimspiel gegen Jena, sondern die Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag. Denn dann wird über die Zukunft des Klubs entschieden!

Acht Kandidaten stellen sich zur Wahl. In den vergangenen Wochen wurde unter den HFC-Anhängern viel und meist konstruktiv diskutiert. Zum Beispiel, was die Kandidatur von Spielerberater und Stadionsprecher Markus Hein angeht. Die in den vergangenen Jahren oftmals bemängelte Transparenz ist jetzt da bei den Rot-Weißen.

Und einer hat auch schon erklärt, das Präsidenten-Amt übernehmen zu wollen: Jens Rauschenbach ist das absolut zuzutrauen. Er hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass er das Zeug hat, den Klub anzuführen. Er hat klare Zukunftspläne. Und es ist dem hervorragend vernetzten Mann sogar zuzutrauen, dass äußerst angespannte Verhältnis zwischen Oberbürgermeister Bernd Wiegand und dem HFC zu kitten.

Daniel George
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Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung als Sportredakteur und berichtete hauptsächlich über die besten Fußballklubs Sachsen-Anhalts: den 1. FC Magdeburg und den Halleschen FC.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine wunderschöne Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport- und Social-Media-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

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Sportjournalist Sebastian Wutzler (r.) kennt Christian Tiffert gut. Bildrechte: MDR/Daniel George/Imago

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 31. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 14:28 Uhr

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