Zukunft voller Hoffnung Warum der HFC eine Rekord-Saison spielt

Der Hallesche FC hat schon jetzt mehr Punkte geholt als in jeder Drittliga-Spielzeit zuvor. Fünf Partien bleiben noch für den Traum vom Zweitliga-Aufstieg. Und ob er am Ende wahr wird oder nicht: Es wartet eine Zukunft voller Hoffnung.

Daniel George
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von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Jubelnde Hallenser Spieler nach dem Sieg
Der Teamgeist ist in dieser Saison eine der großen Stärken des HFC. Bildrechte: imago images / Eibner

56 – so viele Zähler hat der Hallesche FC seit seiner Drittliga-Zugehörigkeit noch nie geholt. Und die Rot-Weißen spielen immerhin bereits seit 2012 in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Jetzt darf der Klub von der Saale fünf Spieltage vor Schluss sogar vom ganz großen Wurf träumen: dem Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Wer ist für den Aufschwung verantwortlich? Was ist besser geworden? Und wie sieht die Zukunft aus? MDR SACHSEN-ANHALT analysiert die Entwicklung beim HFC und blickt nach vorn.

Steigt der HFC in die zweite Bundesliga auf?

17% 257 Stimmen   Auf jeden Fall! Direkt!
35% 521 Stimmen   Ja, aber erst in der Relegation!
35% 523 Stimmen   Nein, der HFC bleibt Vierter!
12% 184 Stimmen   Nein, der HFC scheitert in der Relegation!

Stand: 22.04.2019 11:57:43 Uhr 1485 Stimmen Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

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Der Trainer

Was wurde Torsten Ziegner im Mai vergangenen Jahres belächelt. Die Begründung für seinen Wechsel aus Zwickau nach Halle damals: Er wolle den nächsten Schritt machen. Viele Experten und Beobachter und Fans sahen in dem Weg vom FSV zum HFC allerdings kaum einen bis keinen Fortschritt. Zwickau steht derzeit als Elfter im grauen Tabellenmittelfeld. Der HFC steckt mitten im Aufstiegskampf – und das liegt zu großen Teilen am Trainer!

Torsten Ziegner ist ein Fußballlehrer mit Charakter – und der 41-Jährige hat es geschafft, auch eine Mannschaft mit Charakter zu formen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern manövriert Ziegner seine Mannen bislang auch erfolgreich durch schwere Zeiten. Der HFC hatte Durststrecken in dieser Saison. Doch Ziegner hielt die Motivation hoch, stellte das Team immer wieder ausgezeichnet auf den Gegner ein.

Realistische Einschätzungen gepaart mit mutigen Ansagen, dafür steht Torsten Ziegner – und damit überzeugt er beim HFC.

Die Mannschaft

Kritiker prangerten in den vergangenen Spielzeiten beim HFC an: Das sind doch alles Söldner! Nun identifizieren sich die Fans wieder mit ihren Lieblingen – und ihre Lieblinge identifizieren sich mit dem Verein, der ihnen Perspektiven bietet.

Ob Kai Eisele im Tor, Moritz Heyer in der Abwehr, Jan Washausen im Mittelfeld oder Mathias Fetsch im Sturm – die Profis stehen wieder für etwas. Sie sind die Gesichter des HFC. Und nur wenige herauszunehmen, greift im Grunde viel zu kurz, denn: Halle funktioniert vor allem als Team. Um Publikumsliebling Toni Lindenhahn hat sich eine Mannschaft geformt, die kämpft, die füreinander einsteht und gemeinsame Ziele hat.

Der Mix aus Jung und Alt stimmt. Noch fehlt es an Erfahrung im Aufstiegskampf. Aber auch, wenn der Zweitliga-Aufstieg in dieser Saison verpasst werden sollte: Das HFC-Team 2019/2020 wird noch stärker sein als seine Vorversion.

Der Sportdirektor

Der Posten des Sportdirektors – beim HFC war das in der Vergangenheit eine Stelle mit Zündstoff. 2016 wurde Stefan Böger zum ersten Sportdirektor in der Geschichte des Klubs ernannt. Was wenige Monate später folgte, war eine Posse zwischen Böger und dem damaligen Trainer Rico Schmitt – und der vorzeitige Abschied des Sportdirektors.

Im vergangenen Jahr kam Ralf Heskamp. Bereits nach wenigen Wochen wurde deutlich: Zwischen Ziegner und Heskampf stimmt die Chemie. Heskamp zieht es nicht in den Vordergrund. Lieber werkelt er heimlich, still und akribisch am künftigen Aufgebot – und hatte damit im Sommer großen Erfolg.

Einen Beleg für seine ausgezeichnete Arbeit präsentierte der 53-Jährige erst in dieser Woche wieder: Der Ex-Hallenser Dennis Mast kehrt für die kommende Spielzeit an die Saale zurück. Vor anderthalb Jahren hatte er sich noch gegen einen Wechsel nach Halle entschieden, war lieber nach Chemnitz gegangen. Doch der HFC ist zu einer attraktiven Adresse geworden. Weil sie in Halle wieder Visionen haben und diese auch umsetzen – wofür auch Ralf Heskamp verantwortlich ist.

Der Vorstand

Michael Schädlich, Ralph Kühne und Jörg Sitte – das Dreigestirn des Halleschen FC ist Geschichte. Jens Rauschenbauch heißt seit dieser Spielzeit der neue starke Mann bei den Rot-Weißen. Und der Präsident will mit dem HFC unbedingt in die zweite Bundesliga – gerne so schnell wie möglich.

Um ihn hat sich ein neuer Vorstand zusammengefunden: Steffen Kluge, Jürgen Fox, Lutz Preußler und Oliver Kühr zählen dazu. Sie wurden von den HFC-Mitglieder gewählt. Ihnen vertrauen die Fans bei der Gestaltung der Zukunft des Klubs. Und die ersten Monate ihrer Amtszeit lassen hoffen, denn: Beim HFC steht nach den Führungs-Querelen der vergangenen Jahren wieder der Fußball im Mittelpunkt.

Das Umfeld

Etwas skeptisch waren die Anhänger des HFC in dieser Saison noch. Zu sehr wurden sie von ihrem Klub in den vergangenen Jahren immer wieder enttäuscht. Doch mittlerweile glauben sie wieder an ihren HFC Chemie. Mit 7.407 Zuschauern belegt Halle den zehnten Platz in der Drittliga-Zuschauertabelle. In der vergangenen Spielzeit erschienen im Schnitt nur 5.950 Fans zu den Partien.

Die Marketing-Abteilung des HFC arbeitet fleißig. Zuletzt sorgte eine kreative Krankenschein-Aktion für alle Auswärtsfahrer für zufriedene Fan-Gesichter. Es macht den Menschen in Halle wieder Spaß, zum HFC zu gehen.

Auch die Sponsoren haben wieder Lust auf den HFC. Erst haben sie den Klub aus der Finanz-Krise geholt, jetzt wollen sie die Zweitliga-Zukunft mitgestalten. Die Lizenz für die dritte Liga hat der Verein bereits ohne Auflagen erhalten – und peilt optimistisch auch die zweite Bundesliga an.

Das Restprogramm des HFC 20. April | 14 Uhr – TSV 1860 München (H)

26. April | 19 Uhr – SG Sonnenhof Großaspach (A)

4. Mai | 14 Uhr – Preußen Münster (H)

11. Mai | 13.30 Uhr – Eintracht Braunschweig (H)

18. Mai | 13.30 Uhr – Karslruher SC (A)

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung als Sportredakteur und berichtete hauptsächlich über die besten Fußballklubs Sachsen-Anhalts: den 1. FC Magdeburg und den Halleschen FC.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 10:34 Uhr

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23 Kommentare

19.04.2019 19:00 abcdef 23

@Fernsehgucker
Wen jucken "eure" eingestaubten Pokale und schwarz-weiß Bilder? Die interessieren in Halle niemanden. Eher dienen sie als Zielscheibe für Spott und Häme, weil ihr glaubt, deswegen mehr als ein piefiger, kleiner Provinzclub zu sein. In Halle hat man sich damit abgefunden...

19.04.2019 17:41 Neid aus Zwigge 22

Torsten Ziegner ist ein richtig guter Trainer!
Er holt das Beste aus der Mannschaft raus.
Und finanziell scheint es in Halle auch zu stimmen.
Wenn Halle mit TZ aufsteigt, so macht er den nächsten Schritt.
Lasst TZ in Ruhe arbeiten. Der Erfolg gibt ihm recht.

19.04.2019 12:08 revolvere 21

z.z. nur gutes aus dem frankfurter riederwald.
hessen darmstadt grüsst die frankfurter eintracht und wünscht den frankkfurter fussball-verrückten maximalen erfolg.