Kleinstadthelden Über die vielen innovativen Ideen in ländlichen Regionen

Jan Schmieg, ehemaliger MDR-Volontär
Bildrechte: privat

Alternde Dörfer, leere Schaufenster in der Innenstadt – der ländliche Raum wird immer wieder für tot erklärt. Doch es gibt sie: die Menschen, die sich gegen diese Entwicklung wehren. Wir stellen diese Kleinstadthelden ab sofort regelmäßig vor – auf Instagram.

Ein Feld mit Heuballen, darauf die Schrift "Kleinstadthelden"
Die "Kleinstadthelden" finden Sie ab sofort auf Instagram. Bildrechte: MDR/Unsplash

"Kleinstadthelden", das neue Instagram-Angebot des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS, macht Schluss mit ländlicher Tristesse. Hier präsentieren sich Woche für Woche junge Macherinnen und Macher aus ländlichen Regionen und stellen ihre Lösungen für die Probleme auf dem Land vor. Ihre Ideen für ein zukunftsträchtiges Leben abseits der Großstädte beweisen, dass der ländliche Raum noch lange nicht tot ist.

Und "Kleinstadthelden" finden sich im gesamten Bundesland. Die Herausforderungen sind vielerorts gleich, die Lösungsansätze dafür umso unterschiedlicher. In Schleberoda hat man zum Beispiel ein Bestellcafé eingerichtet, damit vor allem ältere Menschen nicht mehr weit mit dem Auto zum Supermarkt fahren müssen. Und in Langenweddingen wurde sogar ein ganzes Freibad auf ehrenamtlicher Basis eröffnet.

Aber MDR SACHSEN-ANHALT schaut mit dem neuen Angebot auf Instagram auch über die Landesgrenzen des klassischen MDR-Sendegebiets in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinaus. Eine genossenschaftliche Kneipe, wie sie beispielsweise im niedersächsischen Handorf-Langenberg etabliert wurde, ist schließlich auch eine Option, dem Kneipensterben in kleineren Orten Sachsen-Anhalts entgegen zu wirken.

„Ich liebe meine Stadt.“

In Vorbereitung auf das neue Angebot hat MDR SACHSEN-ANHALT mit vielen jungen Leuten aus Dörfern und Kleinstädten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gesprochen. Auffällig dabei war: Sie alle sind extrem mit ihrer Heimat verbunden und wünschen sich eine persönliche Zukunft in ihrem Ort.

Gleichzeitig sehen sie aber, wie sich ihr Ort entwickelt und sie erkennen die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Viele fragen sich: Wie kann es hier weitergehen? Andere sind über diese Frage schon hinaus und arbeiten an konkreten Lösungsideen.

Inspiration, Wertschätzung, Vernetzung

Genau diese Menschen, die etwas für ihre Heimat im ländlichen Raum tun, stehen im Mittelpunkt der Kleinstadthelden. Auf dem Instagram-Profil der Kleinstadthelden sollen sie vorgestellt werden und andere Nutzerinnen und Nutzer dazu inspirieren, die Dinge im Ort selbst in die Hand zu nehmen.

Dafür gibt es auf dem Profil der "Kleinstadthelden" neben Einblicken in konkrete Projekte auch Hinweise, wo Fördermittel oder Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten zu finden sind. Vorgestellt werden ausschließlich bereits laufende oder erprobte Projekte, die direkt zur Nachahmung anregen sollen. Initiatoren können sich in den Kommentarspalten finden und miteinander vernetzen, Nutzer können Projekte in ihrer Umgebung entdecken, um sich ihnen anzuschließen.

Die Wahl als vorrangige Veröffentlichungsplattform fiel auf Instagram, weil dort vor allem junge Menschen erreicht werden können. Laut einer Studie ist Instagram für Menschen zwischen 18 und 24 die wichtigste Quelle für Nachrichteninhalte. Sie sollen mit den Kleinstadthelden erreicht werden, da ihr Engagement von enormer Bedeutung für die Entwicklung des ländlichen Raumes sein wird.

Ideen bitte an uns!

Wenn auch Sie zu den Kleinstadthelden gehören oder engagierte Leute aus Ihrer Region kennen, freuen wir uns jederzeit über einen Hinweis. Gerne stellen wir auch Ihr Projekt im Rahmen der Kleinstadthelden vor. Schreiben Sie uns dafür einfach eine Direktnachricht an das Instagram-Profil der Kleinstadthelden oder nutzen Sie folgendes Formular:

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Quelle: MDR/js

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. Februar 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

artep vor 19 Wochen

Solche Initiativen sind sicher lobenswert, aber im Grunde genommen völlig unzureichend. Nur wenn die landwirtschaftliche Produktion wieder regional erfolgt, also Globalisierung und Ausbeutung des Auslandes aufhören, können Dörfer wieder belebt werden. Mit den Arbeitsplätzen müssen die Schulen und Läden zurückkommen. Ob der Kapitalismus dafür das richtige system ist, bezweifle ich.

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