Neue Statistik 29 Verkehrstote je eine Million Einwohner

Alkohol am Steuer, Fahren ohne Gurt – oder aber schlicht überhöhte Geschwindigkeit: Verkehrsunfälle können viele Ursachen haben. Einer neuen Statistik zufolge ist das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, in Sachsen-Anhalt rechnerisch am höchsten.

Kreuz am Straßenrand, darauf eine Statistik zu Verkehrstoten in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: dpa, MDR/Florian Leue

In Sachsen-Anhalt sind in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als noch voriges Jahr – und das trotz gesunkener Unfallzahlen. Nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes wurden bis Ende Juni 65 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent.

Eine mit einem Warnschild abgesicherte Unfallstelle
In Sachsen-Anhalt sterben einer Statistik zufolge je eine Million Einwohner 29 Menschen bei Verkehrsunfällen – und das im ersten Halbjahr 2018. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Bundesweit ist das Risiko, bei einem Verkehrsunfall zu sterben, in Sachsen-Anhalt rechnerisch damit am höchsten. Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden wurden in der ersten Jahreshälfte je eine Million Einwohner 29 Verkehrstote gezählt. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen waren es je eine Million Einwohner zwölf Unfalltote. Der Vizepräsident der Landesverkehrswacht in Sachsen-Anhalt, Wulf Hoffmann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Zahl sei hierzulande so hoch, weil Sachsen-Anhalt eine niedrige Einwohnerdichte habe.

Hauptursachen von Unfällen sind nach Hoffmanns Worten zu hohe Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen am Steuer sowie nicht angeschnallte Autofahrer. Hoffmann wörtlich:

Das sind europaweit die drei Killer, die immer wieder dafür sorgen, dass Menschen ganz schwer verletzt oder getötet werden.

Wulf Hoffmann, Vizepräsident Verkehrswacht Sachsen-Anhalt

Besonders auf Autobahnen gibt es demnach Probleme mit tödlichen Verkehrsunfällen. Hoffmann schlägt deshalb vor, über ein Tempolimit zu diskutieren. Nach seinen Worten könnten die Unfallzahlen auf diese Weise um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden.

Unfallforscher: Sachsen-Anhalter fahren nicht schlechter

Zu der Erhebung des Bundesamts sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, man müsse die Besonderheiten in Sachsen-Anhalt berücksichtigen – etwa, dass viel gependelt werde und dass es Bäume entlang vieler Landstraßen gebe. Brockmann betonte, dass Sachsen-Anhalter nicht schlechter Auto fahren als andere.

Ähnlich wie in anderen ostdeutschen Flächenländern werde auf Landstraßen schnell gefahren. Somit steige das Risiko, bei einem Unfall ums Leben zu kommen. "Ein Baum verzeiht keinen Fehler, wenn man von der Fahrbahn abkommt", sagte Brockmann.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25.08.2018 | 12:00 Uhr

Quelle: MDR/ld, dpa

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2018, 12:03 Uhr

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3 Kommentare

25.08.2018 21:15 Max W. 3

(und dass es Bäume entlang vieler Landstraßen gebe. Brockmann betonte, dass Sachsen-Anhalter nicht schlechter Auto fahren als andere.)

Lach.. also die BÄUME sind schuld. Ich bin in der Logistik tätig und kann eigene "Unfallforschung" betreiben: Wer und was in diesem Bundesland für die Unfälle sorgt, sieht nicht aus ein Baum, sondern wie ein, ach, lassen wir, das würde ohnehin nicht veröffentlicht. Jedenfalls bekommt dieser Sorte Persönlichkeitsstruktur bei uns keinen Job und zwar nach völlig hinreichend kurzer Inaugenscheinnahme. Der zitierte Dreigroschen-"Sachverständige" betreibt offensichtlich Cargo-Science i. A.. Aber auch das wundert in Merkelschland sicherlich absolut niemanden mehr.

Die Formulierung "Ein Baum verzeiht keinen Fehler, wenn man von der Fahrbahn abkommt" muss man nicht weiter kommentieren - meine Dozenten hätten sich vor Lachen gebogen.

25.08.2018 14:00 Ines Nickolai 2

Sachsen-Anhalt ist ein Bundedland mit viel Transitverkehr!
Allein dieser Umstand sät aus, dass es nicht die in diesem Land ansässige Bebölkeung allein ist, die die Quote nach oben treibt.

25.08.2018 12:29 Hoffmann 1

Wenn man Statistiken zu viel Wert beimisst, kommt man schnell zu Fehlurteilen. Mein Rat: Gliedern Sie mal die Unfallltoten nach jenen auf den Autobahnen und davon Lkw-Fahrer auf. Ich bin mir sicher, dass sich dann ein wesentlich anderes Ergebnis zu Gunsten von Sachsen-Anhalt ergibt.