Statistisches Bundesamt Jeder fünfte Sachsen-Anhalter von Armut bedroht

Mehr als 400.000 Menschen sind in Sachsen-Anhalt von Armut bedroht – also fast jeder fünfte. Obwohl sich die Zahlen seit 2009 eigentlich positiv entwickeln, steht das Land im Bundesvergleich an vorletzter Stelle.

Ein alter Mann läuft mit einem Rollator auf einem Bürgersteig.
Jeder fünfte Mensch in Sachsen-Anhalt ist von Armut bedroht. (Symbolbild) Bildrechte: imago/photothek

Sachsen-Anhalt liegt bei der Armutsschwelle im bundesweiten Vergleich weit vorn. Das geht aus dem Mikrozensus hervor, den das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden vorgestellt hat. Danach waren im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt 429.000 Menschen von Armut bedroht. Das entspricht jedem fünften Einwohner. Höher ist der Wert nur in Bremen. Dort lebte 2019 ein knappes Viertel der Einwohner an der Armutsgrenze.

Armutsgefährdung seit 2009 gesunken

Allerdings ist die Armutsgefährdung in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen. 2009 waren noch 85.000 mehr Sachsen-Anhalter an der Armutsschwelle. Ähnliche Entwicklungen gab es in den anderen ostdeutschen Flächenländern.

So sank das Risiko in Mecklenburg-Vorpommern, das die Tabelle 2009 mit 23,1 Prozent noch anführte, um 3,7 Prozentpunkte auf 19,4 Prozent. In Sachsen waren 2019 noch 17,2 Prozent der Menschen von Armut bedroht (2009: 19,5), in Thüringen 17 Prozent (2009: 18,1) und in Brandenburg 15,2 Prozent (2009: 16,7).

Corona-Auswirkungen noch nicht absehbar

Statistisch gesehen ist jemand von Armut bedroht, wenn er nach Abzügen von Steuern und Abgaben nur 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. Für einen Haushalt mit einer Person liegt die Schwelle bei 1.074 Euro. Bundesweit waren demnach 15,9 Prozent der Menschen von Armut bedroht, im Jahr zuvor waren es 15,5 Prozent.

Wie sich die Corona-Krise auf das Armutsrisiko auswirkt, ist noch nicht absehbar. Die Bundesagentur für Arbeit hatte für Juli 2,91 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, 635.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai waren in Deutschland 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. August 2020 | 13:00 Uhr

17 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 22 Wochen

" Im Westen geht´s auch"

Schon lange nicht mehr liebe Märchenfee,aber träumen sie ruhig weiter die Gewerkschaft sind in viele Bereich zu zahnlosen Tigern geworden,schauen sie mal in welche Aufsichtsräten die sitzen und ihren Lohn bekommen.🤭🤭🤭

" Streiken Sie auch mal, wenn sich die Arbeitgeber stur stellen."

Ohne Gewerkschaft nennt man das wilden Streik,haben sie noch ein paar so tolle Vorschläge?Sie können echt eine Münchhausen im dummes Zeug erzählen Konkurrenz machen.🤣🤣🤣

winfried vor 22 Wochen

Der 2017er-CDU-Wahlprogramm-Merkel-Spruch lautet im Original:
"Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".
Dabei ist mir nicht klar, wer mit "wir" gemeint ist

Ekkehard Kohfeld vor 22 Wochen

"Die Politik kann Mindestlöhne bestimmen, Tariflöhne nicht. Dafür müssen die Arbeitnehmer schon selbst sorgen. Im Westen geht´s auch. Nur Mut auch im Osten."

Auch nur sind viele Bertiebe nicht im Arbeitgeberverband oder gehen auch schon wieder raus wie bitte liebe Märchenfee soll das gehen,was für eine nach geplapperte plumpe Ausrede,typisch SPD.😱😱😱

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