MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. bis 13.09.2019 Altmark-Rundreise: Frische Ideen und kreatives Potential

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE ist eine Woche lang in der Altmark unterwegs und stellt Menschen vor, die tolle Ideen haben und das Potential der Altmark zu nutzen wissen. Die Initialzündung für die Rundreise war ein Buch von Sibylle Sperling, der Autorin des Buchs "in the middle of Nüscht", die darin aufzeigen wollte, was die Altmark alles zu bieten hat. Am Montag wird die Autorin im Studio von MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE zu Gast sein.

Morgenstimmung in den Elbauen bei Hämerten in der Altmark.
"In the Middle of Nüscht"? Bildrechte: Jens Ernst

Die Altmark, bekannt für ihre Ruhe, Weite und ansonsten … "nüscht"? Doch! Es regt sich was in der Altmark. Immer mehr junge Leute suchen hier Raum, um ihre Ideen zu verwirklichen. Sie kommen aus der Gegend oder ziehen aus der Großstadt hierher. Denn die Altmark lockt mit Platz und guten Bedingungen. "Grüne Wiese mit Zukunft" heißt eine Kampagne, die nicht nur Touristen, sondern auch Investoren und Neubürger in die Altmark locken möchte.

Die einen sind schon da, die anderen kommen dazu und sie bringen frischen Wind in die Gegend. Was kann man tun, womit kann man sein Geld verdienen in einer Ecke von Deutschland, die kaum Arbeitsplätze bietet?

Die Altmark, nicht nur grün, sondern kunterbunt

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE zeigt eine Woche lang junge Leute, frische Ideen und Unternehmen, die kreativ das Potential der Altmark zu nutzen wissen und die die Wiese nicht nur grün, sondern kunterbunt machen. Heraus kommen ausgezeichnete Produkte und innovative Geschäftsmodelle. Altbewährtes wird völlig neu interpretiert und gleichsam zum Motor für eine Region, die immer noch als abgehängt gilt. Wir berichten von mutigen Machern, die nachhaltig und visionär schon jetzt ihre grüne Wiese mit Zukunft zum Blühen bringen.

Der Sonnenuntergang über dem Arendsee.
Nicht nur für Touristen ist die Altmark interessant. Bildrechte: Andrea Schulze

Montag, Rohkost aus Beetzendorf

"Vitasprosse" ist die einzige Rohkostmanufaktur Deutschlands. Die 28-jährige Iris Herting aus dem altmärkischen Beetzendorf hat 2015 die Firma gegründet und vermarktet sich seither erfolgreich selbst. Von herzhaft bis zuckersüß: Wer bei Rohkost an Möhren und Salate denkt, hat zu kurz gedacht. Rund 80 Produkte stellt die Vitasprosse GmbH in Beetzendorf in der Altmark mittlerweile her. Acht Angestellte zählt das Unternehmen inzwischen.

Vom Feld bis auf den Teller: Wir begleiten Iris Herting, wenn Sie Sonnenblumenkerne auf altmärkischen Feldern inspiziert, Kunden berät, Teig knetet, bislang vernachlässigte Lebensmittel von Hand veredelt und ihre altmärkischen Produkte nach ganz Deutschland verschickt. Verkostet wird natürlich auch. Frisch und undogmatisch präsentiert Iris Herting ihre Herzensthemen und kommt an – nicht nur in der Rohköstler-Szene.

Dienstag, Kräutergeister aus Groß Schwarzlosen

Auf dem familiengeführten Hollerbuschhof werden seit 1998 verschiedenste Kräuter ökologisch und weitgehend in schonender Hand- und Pferdearbeit angebaut. Hier sind auch die "Kräutergeister" heimisch, die noch junge Vertriebsfirma, die vor allem den selbst erzeugten Tee und die Gewürzkräuter online anbietet. Von der Anzucht der jungen Kräuter, der Pflege, Ernte, Trocknung bis zum Mischen und Verpacken liegt alles in Familienhand. Übrigens wohnen auf dem Hollerbuschhof auch die beiden Arbeitspferde Eros und Pegasus, eine kleine Ziegenherde, Hühner und Laufenten.

Mittwoch, Völlig legal: Bio-Hanf aus Lindenberg

Die Altmark war früher das größte und älteste Hanfanbaugebiet Deutschlands. An diese Tradition anknüpfend, verarbeitet Familie Wöllner aus Lindenberg bei Arendsee ihren Hanf mit regionalen Produkten. Dafür erhielten die Wöllners schon zahlreiche Preise. Hanf gilt als gesundheitlich hochwertige Pflanze, die sogar Omega-3 Fettsäuren enthält. Die vermutet man ansonsten eher im Meeresfisch. Omega-3 Fettsäuren sind für unser Gehirn enorm wichtig und wirken zudem entzündungshemmend. Wöllners bauen ihren Hanf auf etwa 40 Hektar an. Im Sommer wird in zwei Schritten geerntet. Zuerst werden die Samen von der Pflanze maschinell getrennt, damit diese nachwachsen kann um dann die Blätter zu ernten. Die uralte Kulturpflanze wird dann zu Nudeln, Öl, Mehl, Aufstrich, Schokolade oder Tee verarbeitet. Letzterer zeichnet sich durch eine besondere Mischung aus Vitaminen, Aminosäuren und Omega-Fettsäuren aus. Ihre Produkte verkaufen Wöllners über das Internet und in ausgewählten Bioläden.

Donnerstag, Die Stendaler Küchenrose

Birgit Dähnrich liebt Rosen. In ihrem Stendaler Rosencafé dreht sich deshalb alles um sie. Dähnrichs Rosen gedeihen prächtig im Garten hinter dem Haus, vom Café aus gut zu sehen und gar zu riechen. Eine Rose ist ihr besonders ans Herz gewachsen, die Roseraie de l’Hay, die sie die Stendaler Küchenrose nennt. Auf den ersten Blick erinnert sie an eine Heckenrose, doch ihr Blütenblatt ist prall gefüllt, hat einen würzigen Geschmack und kann kulinarisch verarbeitet werden. Die Rosentorte, Veranstaltungen rund um die Rose sowie andere Köstlichkeiten aus der Stendaler Küchenrose kann man im Rosencafé genießen. Birgits Ehemann Ulf Dähnrich verkauft die handgemachten Spezialitäten seiner Frau zudem im eigenen Naturkostladen. Gelee, Rohrohrzucker, Salz, Tee oder Likör mit Rosenblüten aus Stendal.

Freitag, Einzige altmärkische Biobäckerei in Apenburg

Die Apenburger Landbäckerei existiert seit nunmehr 21 Jahren. In ganz Sachsen-Anhalt gibt es darüber hinaus nur noch eine weitere ganz winzige Bio-Bäckerei. In Apenburg ist das Bio-Brot fest in Frauenhand. Neben Bäckermeisterin Karin Beier arbeiten noch acht weitere Damen im Betrieb. Gebacken wird ganz familienfreundlich und fortschrittlich in einer Vier-Tage-Woche. Gemeinsam mit Karin Beier ergründen wir, was den großen Erfolg der vielfach ausgezeichneten Bio-Bäckerei ausmacht und woran man gutes Brot und Brötchen erkennt.

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Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 20:52 Uhr

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