Überquerung der Elbe BUND reicht Klage gegen Ausbau der A14 ein

Die Klagen gegen den Ausbau der A14 Richtung Norden reißen nicht ab. Diesmal geht es um den Abschnitt zwischen Seehausen (Altmark) in Sachsen-Anhalt und Wittenberge in Brandenburg. Der BUND sieht Naturschutzgebiete entlang der Elbe gefährdet und ist deshalb vor Gericht gezogen. Zudem beklagen die Naturschützer, dass Planungs-Alternativen nicht berücksichtigt worden seien und ein fehlendes länderübergreifendes Planfeststellungsverfahren.

Auffahrt zur Bundesautobahn 14 in Richtung Stendal und Schwerin bei Colbitz (Sachsen-Anhalt)
Durch die Klage des BUND könnte sich die Fertigstellung der A14 weiter verzögern. Bildrechte: dpa

Der Bau der Querung für die geplante Autobahn 14 über die Elbe bei Wittenberge in Brandenburg und Seehausen (Altmark) in Sachsen-Anhalt könnte sich stark verzögern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage eingereicht, "um die gravierenden Auswirkungen der Planungen wenigstens teilweise abzumildern und Verbesserungen bei der Bewertung des Eingriffs und der Festlegung des Ausgleichs zu erreichen."

Planungs-Alternativen nicht berücksichtigt

Der BUND Brandenburg habe im vergangenen Jahr dem brandenburgischen Infrastrukturministerium in Potsdam Änderungen der Planung im Bereich der Elbequerung vorgeschlagen, um die Streckenführung durch nahe Naturschutzgebiete im Sinne der Flora und Fauna zu überdenken.

Ein Vorschlag war, auf dem Abschnitt über die Elbe auf den Standstreifen der Autobahn zu verzichten. Eine andere Variante sah laut Information der Umwelt- und Naturschutzorganisation vor, die vorhandene Bundesstraße 189 zwischen Wittenberge und Seehausen vierspurig auszubauen – alternativ zu einer neuen Autobahntrasse. Da das Ministerium dem nicht nachgegangen sei, wurde nun Klage eingereicht.

Die prognostizierten Verkehrsströme könnten laut BUND durch einen entsprechenden Ausbau der Bundesstraßen "problemlos aufgenommen" werden. "Das wäre kostengünstiger und könnte schon längst gebaut sein, stattdessen werden für eine am Bedarf vorbei geplante Autobahn Steuergelder verschwendet", wird der brandenburgische Landesvorsitzende Carsten Preuß zitiert. Dagegen hält der Stendaler Landtagsabgeordnete Hardy Peter Güssau (CDU).

Die Menschen in der Altmark warten sehnsüchtig auf einen Autobahnanschluss in Richtung Ostsee. Eine Klage wird den Bau nicht verhindern, aber weiter verteuern. Ich habe kein Verständnis für diese radikale Haltung des BUND. Wir als CDU-Fraktion werden uns weiterhin für einen schnellen Lückenschluss einsetzen.

Hardy Peter Güssau

Kritik an fehlendem länderübergreifenden Planfeststellungsverfahren

Der BUND bemängelt des Weiteren, dass es bisher nicht zu einem landesübergreifenden Planfeststellungsverfahren zwischen dem Land Brandenburg und Sachsen-Anhalt kam. "Grundvoraussetzung für eine korrekte Bewertung der Eingriffe und für die entsprechenden Festlegungen der Ausgleichsmaßnahmen ist ein sinnvoll gebildeter Planfeststellungsabschnitt. Da die Planung in der Mitte der Elbe, an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt, beginnt, werden nur die Auswirkungen auf den brandenburgischen Bereich betrachtet.", heißt es konkret von Seiten der Naturschützer.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Februar 2018 | 18:00 Uhr

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12 Kommentare

23.02.2018 10:45 Erfurter 12

BUND...bei dem Begriff stellen sich mir schon die Nackenhaare hoch. Wegen jeder Maus und Mücke wird geklagt. Ich habe gehofft noch vor dem Tod meiner Schwiegereltern mal zügig von Erfurt nach Perleberg zu kommen. Das wird durch diese Umweltbremsen aber nicht möglich sein. Dabei wäre das doch so eine gute Verbindung:
A71 -> A38 -> A143(falls die mal fertig wird) -> A14

23.02.2018 10:23 Frauke Garstig 11

Die CDU stellt sich wieder hin, als ob sie selber und das überdimensionierte Teilstück der Autobahn durch ein Naturschutzreservat völlig alternativlos sein! Für alle die keine Geduld haben - der Abschnitt durch die nördliche Altmark ist im Verlauf schlecht geplant - sie werden noch früh genug in der Staufalle sitzen.

22.02.2018 23:47 As 10

Der BUND schafft sich selbst ab. Es wird geklagt soviel es nur geht. Das nervt mich gewaltig. Persönliche Befindlichkeiten des BUND gehen vor anstatt die Entwicklung von Regionen zu fördern. Auch bestehende Autobahnen würden entlastet. BUND: die Zeit für übertriebenen Umweltschutz ist vorbei und findet bei vielen Menschen kaum noch Verständnis.

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