"Aktive Mittagspause" Protest gegen Klinikschließung in Havelberg – 9.000 Unterschriften gesammelt

Seit Wochen nutzen die Mitarbeiter der Klinik in Havelberg ihre "Aktive Mittagspause", um gegen die geplante Klinikschließung zu protestieren. So auch am Donnerstag. Damit soll der Druck auf das Land und den Landkreis Stendal aufrecht erhalten werden. Mittlerweile wird die Initiative gegen die Schließung von mehr als 9.000 Menschen aus der ganzen Region per Unterschrift unterstützt.

Demonstranten mit Plakaten und Schirmen vor einem Haus
"Aktive Mittagspause" am Donnerstag in Havelberg: Trotz Regenwetters haben sich Dutzende Demonstranten dem Protest der Klinik-Mitarbeiter angeschlossen. Bildrechte: MDR/Hoffmann

In Havelberg haben am Donnerstag Mitarbeiter des Krankenhauses erneut für den Erhalt des Klinikstandortes demonstriert. In seiner "Aktiven Mittagspause" zog das Klinikpersonal gemeinsam mit Dutzenden Patienten und Havelbergern ins Stadtzentrum. Der kleine Zug führte vom Krankenhaus am Dom auf die Altstadtinsel.

Auf Transparenten und in Reden forderten die Demonstranten das Land und den Landkreis auf, umgehend die Weichen für eine Rücknahme des Krankenhauses in die öffentliche Hand zu stellen. Die Absicht des KMG-Medizinkonzerns, das Krankenhaus komplett zu schließen, könne nicht hingenommen werden, hieß es.

Tausende unterschreiben für medizinische Versorgung der Region

Umschläge mit Unterschriften
In wenigen Wochen haben mehr als 9.000 Menschen für den Erhalt der Klinik im Elb-Havel-Winkel unterzeichnet. Bildrechte: MDR/Hoffmann

Ein Sprecher sagte, diese Forderung werde inzwischen von 9.380 Menschen mitgetragen, die die Listen unterschrieben haben. Die Unterstützer kämen sogar aus Neuruppin oder Premnitz im benachbarten Brandenburg. Sie fordern die Spezialisierung des Krankenhauses und den Erhalt einer stationären Grundbetreuung in der Region.

Unterdessen hält der KMG-Konzern an den Umbauplänen im Havelberger Krankenhaus fest. Erste Umbauten laufen bereits. Der Konzern will das Klinikum in eine Pflegeeinrichtung umwandeln. Über die Pläne hatte der Konzern erstmals Anfang Januar informiert.

Das Havelberger Krankenhaus dient der Grund- und Akutversorgung. Es beschäftigt 50 Mitarbeiter und hat 37 Betten. Jährlich werden etwa 2.000 Patienten ärztlich versorgt. Die Klinik wurde 2002 in den KMG-Klinik-Verbund Pritzwalk, Kyritz und Wittstock aufgenommen. Nach Angaben der Krankenhausgruppe war es dadurch möglich, eine neue Intensivstation zu bauen sowie das Bettenhaus und medizinische Einrichtungen zu modernisieren.

Die Klinikgruppe KMG

Die Klinikgruppe KMG ist nach eigener Darstellung ein Gesundheitskonzern mit Standorten im Nordosten und in der Mitte Deutschlands und verfügt über insgesamt 3.400 Betten. Das Unternehmen ist 1991 gegründet worden und baut laut eigenen Angaben auf der 100-jährigen Tradition des Kur- und Klinikbetriebes in Bad Wilsnack im Land Brandenburg auf.

Das Havelberger Krankenhaus.
Das Klinikum in Havelberg gehört seit 2002 zur Klinikgruppe KMG. Bildrechte: Andrea Schröder

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Februar 2020 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 15:41 Uhr

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