Auflagen für Wiedereröffnung Hygiene und Tierschutz in Schlachthof mangelhaft

Ein in der letzten Woche geschlossener Rinder-Schlachthof im Landkreis Stendal muss bestimmte Auflagen erfüllen, um wieder öffnen zu dürfen. In dem Betrieb waren Hygiene- und Tierschutzmängel festgestellt worden.

Zwei Jungbullen
Nach gravierenden Verstößen gegen Tierschutz und Hygiene war der Schlachtbetrieb geschlossen worden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Wenn bestimmte Auflagen erfüllt sind, darf der von Behörden in der letzten Woche geschlossene Schlachthof im Landkreis Stendal wieder seine Arbeit aufnehmen. Das hat die Kreisverwaltung auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT bekannt gegeben. In der Stellungnahme heißt es, der Betrieb bei Schönhausen im Elb-Havel-Winkel werde nach der Vorlage der geforderten Dokumentation und einer "lebensmittelhygienischen" Abnahme wieder geöffnet. Außerdem müsse der Schlachthof ein "plausibles Tierschutzkonzept" vorlegen. Erst danach werde die Schlachtung wieder freigegeben.

Unangekündigte Kontrolle

Amtstierärzte und Lebensmittelkontrolleure hatten den Betrieb in der letzten Woche nach Hinweisen von Tierschützern unangekündigt untersucht. Daraufhin war der Weiterbetrieb des Schlachthofes und auch der Viehhandel untersagt worden.

Zu den beanstandeten Mängeln zählen nach Angaben des Landkreises unter anderem die hygienische Bedingungen in dem Betrieb. "Die allgemeine Sauberkeit und Ordnung war im gesamten Betrieb inklusive der Transportmittel nicht gegeben", heißt es. So seien im Bereich der Lebensmittelhygiene ungekennzeichnete Lebensmittel gefunden worden, deren Herkunft nicht zurückverfolgt werden konnte. Im Kühlbereich seien Lebensmittel zudem so gelagert worden, dass "Kontaminationsgefahr" bestanden habe. Zum Zeitpunkt der Kontrolle seien zwar keine lebenden Tiere im Schlachthof gewesen, es seien aber Mängel beim Tierschutz festgestellt worden.

Auch bei der Entsorgung habe es Probleme gegeben: Schlachtabfälle seien nicht ordnungsgemäß gelagert worden. Und schon bereits bei Kontrollen im Vorjahr seien ähnliche Mängel festgestellt und geahndet worden.

Tierschützer geben Hinweise

In dem kleinen Schlachthof bei Schönhausen wurden bisher monatlich rund 200 Rinder aber auch Schweine und Schafe geschlachtet. Die "Soko Tierschutz", ein gemeinnütziger Verein von Tierschützern, die seit Jahren undercover recherchieren, hatte die Behörden in der vergangenen Woche auf Mängel in dem Betrieb hingewiesen. Die Tierschützer hatten schon im Mai dieses Jahres Vorwürfe gegen einen Milchviehbetrieb in Demker im Landkreis Stendal veröffentlicht. Unter anderem waren Videos veröffentlicht worden, die tote und verweste Tiere unmittelbar neben lebenden Milchkühen zeigen. Der Betrieb erklärte, die Aufnahmen seien manipuliert. Der Landkreis stellte jedoch Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen den Betrieb.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Oktober 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2018, 19:51 Uhr

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