Altmarkkreis Salzwedel Ausgleich für A14-Bau: Wie aus Wald wieder Moor wird

Stück für Stück wächst in der Altmark die Autobahn 14 Richtung Norden. Gleichzeitig entsteht ganz in der Nähe der Trasse wieder eine Moorlandschaft. 60 Hektar ist die Natur-Baustelle groß. MDR SACHSEN-ANHALT war dort.

Mann in orangener Warnjacke steht in Wald mit Moor und dreht sich zur Seite
A14-Bauleiter und "Moor-Macher" Steffen Kauert Bildrechte: MDR/Susann Meier

In einem Waldstück bei Jävenitz im Altmarkkreis Salzwedel entsteht zurzeit eine Moorlandschaft. 60 Hektar ist diese besondere Natur-Baustelle groß. Das Moor ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Autobahn 14 Richtung Norden.

Betreut wird das Vorhaben von Steffen Kauert. Er ist als Bauleiter für die A14 auch für die nötigen Ausgleichsmaßnahmen zuständig. Denn wenn Bäume für die Asphaltpiste gefällt werden, muss anderer Stelle etwas für die Natur getan werden. Das neue Moor am Rand des Truppenübungsplatzes Altmark ist acht Kilometer Luftlinie von der Autobahntrasse entfernt.

Ausgleichsmaßnahme

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz müssen Eingriffe in Natur und Landschaft vom Verursacher durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen werden.

Keine Chance ohne Allrad-Antrieb

Seit Oktober ist Kauert regelmäßig mit seinem Auto in dem Waldstück bei Jävenitz unterwegs. Ohne Allrad-Antrieb geht hier nichts, denn die Wege sind aufgeweicht und matschig. Begeistert erzählt der junge Bauleiter vom Moor-Machen: "Wir haben bereits vorhandene Wasserflächen erweitert und weitere angelegt. Außerdem wurden Bäume und standortuntypische Pflanzenarten entfernt."

Der klassische Moorstandort und auch die Flachwasserbereiche, die man vor Ort habe, sind kein geschlossener Wald. Durch die vielen Freiflächen werde das Neu-Moor deshalb einen sehr urwüchsigen Charakter haben, sagt Kauert.

Wald bei Jävenitz Eine Moorlandschaft entsteht

Moorlandschaft und vereinzelte Bäume
In einem Waldstück bei Jävenitz in der Altmark entsteht zurzeit eine 60 Hektar große Moorlandschaft. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Moorlandschaft und vereinzelte Bäume
In einem Waldstück bei Jävenitz in der Altmark entsteht zurzeit eine 60 Hektar große Moorlandschaft. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Birkenwald mit Gestrüpp und Ästen auf dem Boden
Sie ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Autobahn 14 Richtung Norden. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Zwei Männer in orangenen Warnjacken stehen im Wald und schauen in eine Karte
Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (links), macht sich ein Bild von der neuen Moorlandschaft nahe Gardelegen. Rechts neben ihm steht Bauleiter Steffen Kauert. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Blick auf Karte, die ein Mann in der Hand hält
Das neue Moor liegt am Rand des Truppenübungsplatzes Altmark und ist acht Kilometer Luftlinie von der A14-Trasse entfernt. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Gepflasterter Weg inmitten eines Wasserlaufs in Birkenwald
Die gepflasterten Bereiche werden als Furten bezeichnet. Sie sollen den Forstleuten ein Durchkommen auf aufgeweichten und matschigen Wegen ermöglichen. Bildrechte: MDR/Susann Meier
Künstlich angelegter Wasserlauf in Wald
Alte Gräben verschwinden wieder – mit Hilfe von natürlichen Schwellen und Abflüssen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Februar 2019 | 11:40 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: MDR/Susann Meier
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Blick auf Karte, die ein Mann in der Hand hält
Bildrechte: MDR/Susann Meier

Zurück zum Ursprung

Im Zuge des Ausbaus verschwinden nun Gräben, die vor mehr als 100 Jahren angelegt worden waren, um mehr Wald nutzen zu können. Kauert zufolge werden dafür Schwellen verlegt und Abflüsse blockiert – alles mit Material aus der Natur: "Das Holz kommt von hier, das Verfüllmaterial, der Torf – das kommt alles aus dem Gebiet."

Ohne schwere Technik geht es auf dem matschigen Gelände jedoch nicht. Unter anderem sind umgebaute Pisten-Raupen im Einsatz. Dabei wird auch auf den Tierschutz geachtet. Zwei Brutplätze von Kranichen seien ihnen bekannt, sagt Kauert. "Aus den Bereichen müssen wir spätestens im März raus sein."

1,5 Millionen Euro fürs Moor

Insgesamt sind für die Ausgleichsmaßnahme 1,5 Millionen Euro vorgesehen, damit die Natur bei Jävenitz wieder so wird wie früher. Doch Bauleiter Steffen Kauert ist sich bewusst, dass das Zeit braucht.

Bis es wieder das ist, was es vor knapp 200 Jahren mal war, wird viel Zeit ins Land gehen.

Steffen Kauert, Bauleiter Autobahn 14

Wie sich die Moorlandschaft entwickelt, wird in den nächsten zehn Jahren wissenschaftlich begleitet. Dabei wird die Entwicklung des Waldes und der Wasserstände genau unter die Lupe genommen.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Februar 2019 | 11:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 16:10 Uhr

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3 Kommentare

23.02.2019 07:36 Bernd 3

@1 ich hatte auf Almhöhi getippt. Egal. Klingt interessant mir dem Moor aber wird da nicht Lebensraum anderer angegriffen?

23.02.2019 06:59 Wolfis 2

1,5 Millionen für den Klimawandel!
Moore sind mit verantwortlich für den Klimawandel so kam die Nachricht im NDR. Man macht was gegen den Klimawandel und etwas dafür, eine ausgeglichene Sache. Da könnte man doch einfach beides lassen und die Umwelt wäre in Ordnung?

22.02.2019 20:39 Sachse43 1

Wölfe braucht das Land, vom Moor können keine Beobachter leben. Schönes Bild vom Weihnachtsmann.