Ausbau von Glasfaserkabel Endlich besseres Internet für die Altmark

Die Altmark gehört zu den Regionen mit dem schlechtesten Internet in Deutschland. Das soll sich nun ändern. Die Politik hat das schon oft versprochen, nun haben Sachsen-Anhalt und der Bund konkrete Schritte begonnen. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer starteten am Montag in Gardelegen das Projekt mit einem symbolischen ersten Spatenstich.

Andreas Scheuer (l-r, CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Michael Ziche (beide CDU), Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, stehen mit Spaten und Erdkabel vor einer Schule.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landrat Michael Ziche beim symbolischen Spatenstich in Gardelegen Bildrechte: dpa

Die Menschen in der Altmark sollen künftig besser mit dem Internet versorgt werden. Dafür wurde am Montag das flächenmäßig größte Breitbandprojekt gestartet, das bislang in Deutschland mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde. Der Bund gibt 135 Millionen Euro, damit 2300 Kilometer Glasfaserkabel in der dünn besiedelten Altmark verlegt werden können, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Montag in Gardelegen sagte. Damit könnten mehr als 30.000 Haushalte, fast 3.000 Unternehmen und fast 800 Institutionen mit einem schnellen Anschluss versorgt werden.


Die vielfältige Internetwelt solle nicht nur in Berlin-Mitte verfügbar sein, sondern auch im ländlichen Raum, sagte Scheuer. Es gehe auch um die Mobilität der Zukunft sowie die Chancen der Telemedizin.

Wer heute Glasfaser hat, wird morgen 5G haben

Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Die Bundesregierung hat als Ziel ausgegeben, dass in fünf Jahren alle in Deutschland mit mindestens einem Gigabit pro Sekunde surfen können. Nick Kriegeskotte, Bereichsleiter für Infrastruktur vom Digitalverband Bitkom erklärt, dass Sachsen-Anhalt beim Breitbandausbau großen Nachholbedarf habe. "Ende 2019 waren nur 78 Prozent der Haushalte mit einer Internetverbindung von 50 Mbit pro Sekunde oder mehr versorgt", erklärt Kriegeskotte. Damit liege Sachsen-Anhalt 14 Prozent unter dem deutschlandweiten Durchschnitt (92 Prozent).

Die Doewnload-Geschwindigkeit der einzelnen Gemeinden
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Das Problem: Ländliche Regionen

Kriegeskotte sagte MDR SACHSEN-ANHALT, soweit in ländlichen Regionen keine Kabelnetze vorhanden seien, könnten höhere Internetgeschwindigkeiten nur über einen Netzausbau erreicht werden. Der Glasfaserausbau sei für eine hochleistungsfähige Infrastruktur daher unabdingbar.

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Glaserfaseranschlüssein einem Verteilerkasten
Glasfaseranschlüsse in einem Verteilerkasten. Damit soll jetzt auch die Altmark ausgestattet werden. Bildrechte: dpa

Der Vorsitzende des Verbandes der IT- und Multimediaindustrie, Marco Langhof, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Montag, der Ausbau komme zu spät. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass es großen Bedarf für Breitband-Internet auch in ländlichen Gebieten gebe. Es bestehe nun aber Zeit- und Marktdruck. Man könne sehen, dass im Tiefbau die Preise steigen und sich Projekte verzögern. Langhof sagte dazu, er wünsche den Verantwortlichen, dass sie die damit zusammenhängenden Risiken jederzeit im Blick und im Griff behalten.

Warum Glasfaser?

Für hohe Internetgeschwindigkeiten ist Glasfaser laut Bitkom derzeit die leistungsfähigste Technologie. Glasfaseranschlüsse seien heute vor allem dort wichtig, wo viele Nutzer gleichzeitig auf das Internet zugreifen, also beispielsweise in Unternehmen und Schulen. Insofern gelte es jetzt dort auszubauen, wo der Bedarf bereits hoch ist, so Bitkoms Infrastruktur-Bereichsleiter Kriegskotte. Mit Blick in die Zukunft sei es aber wichtig, Glasfaser zudem in die gesamte Fläche zu bringen und möglichst allen Haushalten zur Verfügung zu stellen.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. Juli 2020 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

C.T. vor 4 Wochen

Der Ausbau von etwas, das in vielen anderen Ländern als Selbstverständlichkeit gilt, wird hier gefeiert als hätte man die Antwort auf alle Fragen gefunden... Wenn die Politik eines kann, dann ist es einen Haufen Mist als Goldpyramide zu verkaufen!

Erichs Rache vor 4 Wochen

"Die vielfältige Internetwelt solle nicht nur in Berlin-Mitte verfügbar sein, sondern auch im ländlichen Raum"

Wow!
Wenn Bundestagswahlen anstehen, entsinnt man sich in "Berlin-Mitte" sogar des "ländlichen Raumes". Soviel Herablassung muss man erstmal verkaften. :-)

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