Klimakrise Kalbe ruft als erste Kommune den Klima-Notstand aus

Als erste Gemeinde in Sachsen-Anhalt ruft Kalbe (Milde) den Klima-Notstand aus. Zusätzlich zu diesem symbolischen Akt verpflichtet sie sich selbst zu Maßnahmen, die das Klima schützen und Ressourcen schonen sollen.

Blick in die Gardelegener Straße mit sanierten Fachwerkhäusern in Kalbe, 2016
Bildrechte: dpa

Kalbe zieht mit. Nach Städten wie Konstanz, Kiel und Leipzig hat auch die Einheitsgemeinde in der Altmark den Klima-Notstand ausgerufen – als erste Stadt in Sachsen-Anhalt.

Das bedeutet, zukünftig sollen die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens auch in Kalbe in den Fokus rücken – vor allem die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celcius. Bürgermeister Karsten Ruth sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir adressieren den Klima-Notstand nach oben, an den Bund und die Länder. Wir wollen auf das Thema aufmerksam machen." In Kalbe habe man schon seit 2010 auf klimaneutrale Um- und Neubauten sowie Photovoltaik gesetzt.

Das Ausrufen eines Klima-Notstands ist ein symbolischer Akt und rechtlich nicht bindend. Doch Kalbe will diese Symbolik durch zusätzliche Maßnahmen verstärken.

Das will Kalbe konkret umsetzen

So soll zum einen der Papierverbrauch in den Behörden der knapp 7.600 Einwohner-Gemeinde reduziert werden. Bei der Vergabe von Bauaufträgen soll zukünftig auch darauf geachtet werden, welche Baustoffe verbaut und wie diese gewonnen werden. Außerdem würden auch die Anfahrtswege der Firmen in die Vergabe der Aufträge miteinfließen.

Als weitere Maßnahmen kündigte die Stadt an, solle die Mülltrennung im öffentlichen Raum garantiert werden. Der kommunale Bauhof-Fuhrpark werde schrittweise auf Fahrzeuge mit E- und Hybridantrieb umgerüstet. Das beträfe laut Ruth 15 Fahrzeuge. Voraussetzung sei aber immer die wirtschaftliche und rechtliche Machbarkeit.

Klima-Notstand in Magdeburg abgelehnt

Bereits im September wurde in Magdeburg ein Antrag der Linken, auch in der Landeshauptstadt den Klima-Notstand auszurufen, abgelehnt. Statt dessen wurde aber beschlossen, dass die Stadt bis zum Jahr 2035 CO2-neutral sein solle.

Wie Kalbe hat sich auch Magdeburg verpflichtet, bei künftigen Entscheidungen den Klimaschutz zwingend zu berücksichtigen.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 25. November 2019 | 08:00 Uhr

9 Kommentare

DER Beobachter vor 35 Wochen

Gegenwärtig sind 64 deutsche Gemeinden mit insgesamt ca. 10 (!) Millionen Einwohnern in diesem Verband... Und schauen Sie mal weiter in die Schweiz, Österreich, Kanada usw. Selbst NY und SF sind beteiligt!

SGDHarzer66 vor 35 Wochen

Wie lächerlich sich der Ort Kalbe dank seiner "Kommunalpolitiker" macht, merken nicht mal die Menschen, welche in diesem Ort leben. Da wird dem BRD-Bürger ein Thema hingeschmissen, um von den wirklichen Dingen abzulenken, die einer Erneuerung bedürfen.
Die eigentliche Politik wird in Hinterzimmern gestaltet, davon erfährt der devote und der Presse hörige Bürger nichts.
Gute Weiterdämmerung im Land der Verlorenen, unterstützt von S. Brandt & Co.

Anhaltiner vor 35 Wochen

Kalbe zieht mit. Nach Städten wie Konstanz, Kiel und Leipzig hat auch die Einheitsgemeinde in der Altmark den Klima-Notstand ausgerufen – als erste Stadt in Sachsen-Anhalt.Das bedeutet, zukünftig sollen die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens auch in Kalbe in den Fokus rücken – vor allem die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celcius. Bürgermeister Karsten Ruth sagte MDR SACHSEN-ANHALT.Prima,Kalbe rettet das Klima!

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