Kriegsverbrechen in der Altmark Neues Dokumentationszentrum in Isenschnibbe eröffnet

Seit Jahrzehnten wird in Gardelegen an ein Massaker im April 1945 gedacht. Damals wurden KZ-Häftlinge in einer Feldscheune verbrannt. Eine neue Erinnerungsstätte will mit anderen Perspektiven auf das Verbrechen blicken. Das Dokumentationszentrum ist am Dienstag eröffnet worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau gedenken in Isenschnibbe.
Das neue Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe ist am Dienstag feierlich eröffnet worden. Zur Gedenkfeier kamen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (hier mit seiner Frau Elke Büdenbender) und Ministerpräsident Reiner Haseloff. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau gedenken in Isenschnibbe.
Das neue Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe ist am Dienstag feierlich eröffnet worden. Zur Gedenkfeier kamen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (hier mit seiner Frau Elke Büdenbender) und Ministerpräsident Reiner Haseloff. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gedenkt der ermordeten KZ-Häftlinge in Isenschnibbe.
Steinmeier und Haseloff betonten die Wichtigkeit von Gedenkstätten wie Isenschnibbe. Zudem sagte Steinmeier, dass es die Verantwortung der Deutschen sei, jede Form von Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Gebäude der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Die Gedenkstätte in Isenschnibbe erinnert an ein Massaker im Jahr 1945. Mehr als 1.000 KZ-Häftlinge waren in einer Feldscheune verbrannt worden. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Gebäude der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Ab dem 17. September ist das Dokumentationszentrum mit Daueraustellung für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Bau des Gebäudes hatte zwei Jahre gedauert und rund 3,8 Millionen Euro gekostet. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Im Eingangsbereich des neuen Gedenkstättengebäudes befindet sich ein Bild, das Amerikaner kurz nach dem Massaker am Tatort aufgenommen haben. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Erinnerungsstätte Isenschnibbe
An der schlichten Betonwand sind Zeitzeugen-Zitate zu lesen. Darunter sind passende Zeichnungen. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Die Darstellungsform wird Graphic Novel genannt. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Die Graphic Novel ist für Museen und Erinnerungsstätten noch eine sehr neue Herangehensweise, um sich historischen Ereignissen zu nähern. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Die gesamte Gestaltung der Erinnerungsstätte ist schlicht gehalten und fokussiert auf wenige Zeitzeugenzitate. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Die Perspektive der Täter wird über einige Dokumente dargestellt. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ausstellung in der neuen Gedenkstätte Isenschnibbe
Am 15. April 1945 befreite die 102. Infanteriedivision der Amerikaner die Stadt Gardelegen. Das Armeeschiffchen ist eines von wenigen Exponaten im Museum. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
1036 Kreuze erinnern an die ermordeten KZ-Häftlinge
Auf dem Außengelände erinnern 1.036 Kreuze an die Opfer des Massakers vom 13. April 1945. Nur ein Drittel der Opfer konnte identifiziert werden. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Außengelände der Gedenkstätte Isenschnibbe
Eine Wand der Feldscheune konnte erhalten bleiben. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Außengelände der Gedenkstätte Isenschnibbe
Die Figur vor der verbliebenen Wand der Feldscheune stellt einen befreiten Häftling dar. Sie gehörte zur heroisierenden Erinnerungskultur der DDR. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Auf dem Außengelände der Gedenkstättes stehen 1036 Kreuze.
Dies ist eine Nachbildung eines Schildes, das die Amerikaner 1945 anbringen ließen. Sie forderten die Gardeleger zur Pflege der Stätte auf. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Ein Mann reinigt eine Gedenktafel.
Um das 4,5 Hektar große Gelände kümmert sich Roland Schneidereit von der Stadt Gardelegen seit 28 Jahren. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms
Alle (17) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. September 2020 | 19:10 Uhr

Mehr aus Altmark, Elb-Havel-Winkel und Börde

Mehr aus Sachsen-Anhalt