Diskussion um Schließung Kinderklinik Gardelegen: Notfallversorgung soll erhalten bleiben

Gardelegen kämpft um den Erhalt seiner Kinderklinik. Aus finanziellen Gründen steht die Station auf der Kippe. Doch nun hat das Krankenaus zugesagt, eine Notfallversorgung gewährleisten zu wollen.

Altmark-Klinikum in Gardelegen, 2009
Ob Kinder weiterhin im Krankenhaus von Gardelegen behandelt werden können, ist noch unklar. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

In Gardelegen soll es weiterhin eine Notfallversorgung für Kinder geben. Das hat die Krankenhaus-Leitung bei einem Besuch von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montag angekündigt. Dafür will das Krankenhaus bis Ende August ein Konzept erarbeiten. Zuvor war bekannt geworden, dass das Krankenhaus die Kinderklinik schließen wollte.

Klinik in roten Zahlen

Zu den Problemen der Kinderklinik im Altmarkkreis Salzwedel gehört zum einen, dass sie nicht wirtschaftlich arbeiten kann. Laut Landrat Michael Ziche (CDU) ist das nicht nur in Gardelegen ein Problem: Es gelinge bundesweit kaum einem Krankenhaus, die Versorgung von Kindern wirtschaftlich zu gestalten. Er sagte am Montag: "Als Landrat kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Stadt wie Gardelegen ohne Kinderklinik sein soll, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache."

Öffentliche Debatte lockt Bewerber

Zudem kämen nicht genügend Fachärztinnen und Fachärzte nach Gardelegen, um die Versorgung zu sichern. Allerdings hätte sich die Zahl der Bewerber mit der öffentlichen Diskussion über die Schließung deutlich erhöht, so der Landrat.

Die Zukunft der Kinderklinik bleibt damit aber weiterhin ungeklärt. Es solle nun geprüft werden, ob die ambulante Versorgung von Kindern ausgebaut, und ob eine Aufnahme von Notfällen ermöglicht werden kann, indem die Kinder auf anderen Stationen untergebracht werden.

Ohne Lösung hätten Eltern weite Wege

Im Schnitt werden in Gardelegen pro Jahr etwa 800 Kinder und Jugendliche behandelt. Sollte es dort keine Kinderstation mehr geben, müssten Eltern mit ihren kranken Kindern nach Stendal (35 km), Salzwedel (43 km) oder Wolfsburg (51 km) fahren.

Träger des Krankenhauses ist die Salus Altmark Holding. Sie betreibt 14 Standorte in Sachsen-Anhalt. Das Land hält an der Holding rund 80 Prozent, der Altmarkkreis Salzwedel knapp 20.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Juli 2020 | 09:00 Uhr

3 Kommentare

altmarkboy vor 21 Wochen

Was ist nur aus diesem Land geworden. Sage mir keiner, es fehlten die Mittel. Wir haben Geld, ja finanzielle Mittel im Überfluss. Das sehen wir ja momentan. Nahezu egal für wen. Ob für jeden der hier einwandert, zu Recht oder Unrecht. Wir finanzieren die halbe EU, Gott und die Welt. Nur denken wir Deutschen nie an uns selbst So wächst Hass ! So kippt eine Gesellschaft. Nur eine frage der Zeit.

pit vor 21 Wochen

Was ist in den Kliniken Sachsen-Anhalts los ?
Man sollte in den Krankenhäusern auf Gewinn verzichten und alles zum Wohl des Patienten einsetzen. Kinderklinik schliessen wollen,Krankenhaus in Havelberg wird geschlossen und zum Altersheim umfunktioniert, im Süden S -A. Stehen 2 Krankenhäuser in der Kreide.
Und die Politik sieht zu und verändert nichts, wo soll das noch hinführen. Ist der Bürger in der freien Fläche des Landes nichts wert, was sagt die Gesundheitsministerin zu diesem Zustand. Sie hat immer gute und grosse Worte, aber sehr kleine Ergebnisse in Bezug auf die Krankenhäuser, beim Wegsperren der Bürger aber sehr aktiv.
Die Krankenhauswelt muss aber erhalten bleiben. Wer sich für die nächste Wahl im Landtag aufstellen lassen will, muss für den Erhalt der Krankenhäuser aber entschieden mehr tun und nicht nur gute Worte verteilen

pit vor 21 Wochen

Was ist mit unseren Kliniken los ??
Da geht es doch nicht um Gewinne

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