Landwirt David Serovy mit einem Protestplakat gegen die Grube Brüchau.
Lanwirt David Serowy fordert, dass die Giftschlammgrube Brüchau ausgekoffert wird. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung

Bohrschlamm-Deponie Entscheidung über Zukunft der Giftschlammgrube Brüchau fällt erst 2020

Anwohner in Brüchau in der Altmark wollen, dass die Giftstoffe in einer Bohrschlamm-Grube ausgebaggert werden. Das fordert auch Landwirt David Serowy. Der Betreiber dagegen erwägt auch, die Deponie lediglich zu verschließen. Eine endgültige Entscheidung soll in diesem Jahr nicht mehr fallen.

Landwirt David Serovy mit einem Protestplakat gegen die Grube Brüchau.
Lanwirt David Serowy fordert, dass die Giftschlammgrube Brüchau ausgekoffert wird. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung

"Ohne sauberes Wasser keine Landwirtschaft", steht auf dem Plakat, das am Traktor von David Serowy angebracht war. Serowy ist Landwirt im Altmarkkreis Salzwedel. Seine Felder liegen am Silbersee – nahe der Grube Brüchau.

In Brüchau wurde 40 Jahre lang hochgiftiger Bohrschlamm entsorgt. Dieser enthält Quecksilber, Säuren und Arsenverbindungen. Messungen hatten in der Vergangenheit ergeben, dass Schadstoffe aus der Deponie austreten. Serowy befürchtet, dass Gifte ins Grundwasser gelangen. Denn dieses Grundwasser benötigt der Landwirt, um seine Felder zu bewirtschaften. Für Serowy ist klar: Die Grube soll ausgekoffert werden – also die Giftstoffe ausgebaggert und entfernt werden. "Damit wir diesen Schandfleck nicht mehr bei uns in der Altmark haben", sagt er.

Gut 100 Anwohner und Betreiber bei Infoveranstaltung dabei

Veranstaltungsort in Kakerbeck zur Grube in Brüchau
Protestplakat vor der Infoveranstaltung zur Grube Brüchau. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung

Deshalb war der Landwirt am Montagabend einer von mehr als 100 Anwohnern, die zu einer Informationsveranstaltung in Kakerbeck über die Zukunft der Bohrschlammdeponie Brüchau im Altmarkkreis Salzwedel gekommen waren. Zwei Möglichkeiten stehen zur Debatte: Entweder wird die Grube ausgekoffert oder aber lediglich abgedeckt. Bereits seit Jahren fordern Anwohner die Beseitigung der Grube.

Erstmals war bei so einer Infoveranstaltung auch der Grubenbetreiber vor Ort. Derzeit würden in der Grube Messungen vorgenommen; die ersten Ergebnisse seien am Montag den Anwohnern vorgestellt worden, sagt ein Sprecher des Betreibers MDR SACHSEN-ANHALT. Eine Empfehlung, ob die Grube nun ausgekoffert oder abgedeckt werden solle, gebe es noch nicht. Anfang 2020 solle dazu ein Bericht vorgelegt werden, hieß es vom Betreiber. In jedem Fall müsse zunächst geklärt werden, welche Substanzen genau in der Grube seien. Das werde derzeit noch untersucht.

Anwohner wollen dranbleiben

Eine Entscheidung zur Zukunft der Deponie ist also noch nicht gefallen. Landwirt Serowy ist nach der zweistündigen Diskussionsrunde nicht zufrieden. "Meiner Meinung nach wird versucht, die Thematik runterzuspielen", so Serowy. "Im Endeffekt rausgekommen ist nichts." Serowy vermutet, dass versucht werde, zu beweisen, dass die Grube dicht sei und das Grundwasser sauber. "Wir müssen dranbleiben", sagt er.

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) äußerte sich zur Grube Brüchau. Er sagt, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Deponie zügig fallen werde, sobald Anfang 2020 der Bericht vorliege. "Es muss niemand Sorge haben, dass es noch fünf oder zehn Jahre dauert, bis entschieden wird."

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 30. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2019, 13:22 Uhr

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2 Kommentare

01.05.2019 12:50 jens löffel 2

Die Krebsfälle rund um die Deponie haben nicht zugenommen, aber Krebsfälle allgemein durch Umweltgifte vergiftende Nahrungsmittel. Zuviel Schwermetalle im Körper machen krank, das weiss man nicht erst seit Seveso und Wolfen.

01.05.2019 10:04 Tatsachenverdreher 1

" Ohne sauberes Wasser keine Landwirtschaft"

Das ist doch wohl ein schierer Witz!

Genau umgekehrt muss es doch lauten!
Wer ist es denn, der durch Überdüngung das Grundwasser verseucht?

Die Bauern sollen sich nicht selbst Absolution erteilen.

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