Test im Labor
Im Labor fand sich bei mehreren Proben der Faulbrut-Verdacht. Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

Infizierte Bienen Altmärker Imker fürchten Faulbrut

Eigentlich ist der Winter eine recht ruhige Jahreszeit für Imker – in Klötze ist das derzeit anders. Nachdem dort Spuren der Amerikanischen Faulbrut aufgetreten sind, wurde ein Sperrbezirk von drei Kilometern eingerichtet. Ein erstes Bienenvolk wurde bereits vernichtet. Proben ergaben: Auch weitere Völker sind betroffen. Die Imker warten nun die Ergebnisse weiterer Tests ab.

Test im Labor
Im Labor fand sich bei mehreren Proben der Faulbrut-Verdacht. Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

Nach der Faulbrut-Diagnose im Altmarkkreis Salzwedel laufen weitere Tests bei Imkern im Umkreis von Klötze. Nach Angaben des Landkreises wurde bereits Mitte des Monats ein Sperrkreis von drei Kilometern um Klötze eingerichtet. Bislang nicht registrierte Bienenzüchter in der Gegend wurden aufgerufen, sich umgehend bei den Behörden zu melden und Proben abzugeben.

Die Tierseuche befällt Bienenlarven und kann zum Sterben ganzer Völker führen. Für Menschen ist die Faulbrut nicht gefährlich. Auch Honig kann nach Angaben von Experten bedenkenlos gegessen werden. Petra Martin, Bienensachverständige beim Landesveterinäramt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, einmal stark infizierte Völker würden in der Regel abgetötet. Die anderen Völker gelten demnach als ansteckungsverdächtig. "Alle Wabenvorräte müssen gereinigt oder desinfiziert werden. Wachs muss eingeschmolzen oder verbrannt werden", so die Expertin.

Höchste Achtsamkeit im Sperrkreis

Bienen wedeln mit ihren Fluegeln frische Luft in den Bienenstock.
Für möglicherweise infizierte Bienenvölker gelten strenge Regeln. Bildrechte: imago/Frank Sorge

Knapp 20 Imker mit etwa 100 Bienenvölkern sind im Raum registriert. Die Klötzer Imker gelten als Vorzeigeverein mit eigenem Bienenlehrpfad und aktiver Nachwuchs-Gewinnung. Dass es dort Spuren der Amerikanischen Faulbrut gibt, hat eine zufällig abgegebene Probe ergeben. Nach den Worten von Imkervereinschef Uwe Przybilla besteht aber kein Grund zur Panik. "Die entsprechenden Maßnahmen werden durchgezogen und gut ist", so Przybilla. Der Fall helfe auch, Imker in Sachen Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu schulen. Solange der Sperrkreis gilt, dürfen keine Bienen hinein- oder herausgebracht werden. Das gelte auch für Gerätschaften. An den Bienenstand dürften nur der Imker und ein fester Helfer.

Inzwischen ist klar: Es gibt mehrere Bienenstöcke, die betroffen sind. Petra Meier vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung Tierseuchen, in Stendal, bestätigte dies dem MDR. Demnach haben sich bislang drei weitere Bienenvölker mit der Amerikanischen Faulbrut infiziert. Noch aber müsse eine zweite Analyse abgewartet werden. Für die Imker steht der Fortbestand ihrer Völker auf dem Spiel.

Bienenvölker seit Jahren unter Kontrolle

Laut Martin vom Landesamt für Verbraucherschutz liegt die Zahl der ausgebrochenen Fälle zwischen keinem und bis zu sieben pro Jahr. Ursachen für die Infektion gebe es mehrere, unter anderem der Kauf von ungeprüften neuen Völkern. Damit die Seuche frühzeitig erkannt wird, gibt es seit einigen Jahren in Sachsen-Anhalt ein Monitoring. Und immer mehr Imker machen mit, so Martin. Habe die Zahl der eingereichten Proben 2012 noch bei 152 gelegen, seien es Anfang November bereits 1.076 gewesen.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 24. November 2018 | 04:54 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2018, 10:58 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

26.11.2018 15:17 Normalo 1

Oft ist Ursache der Faulbrut dass Bienen mit gekauftem Honig aus dem Ausland aufgefüttert werden. Soll kein Vorwurf an den jetzt betroffenen Imker sein. Seine Bienen können auch durch andere Völker infiziert worden sein.

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt