Eine Schulklasse sitzt im Klassenzimmer.
An der Jeetzeschule ist Frontalunterricht eher die Ausnahme. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auszeichnung Salzwedeler Schule ist eine der besten Deutschlands

Die Jeetzeschule in Salzwedel ist eine der 15 besten Schulen Deutschlands. Für ihre innovativen Lernkonzepte wurde die integrative Gesamtschule am Mittwoch beim Deutschen Schulpreis mit einem Preisgeld bedacht.

Eine Schulklasse sitzt im Klassenzimmer.
An der Jeetzeschule ist Frontalunterricht eher die Ausnahme. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Von außen unterscheidet sich die Jeetzeschule in Salzwedel nicht groß von anderen Schulgebäuden: ein gelber Betonkomplex beherbergt insgesamt 280 Schülerinnen und Schüler, verteilt auf 15 Klassen. Doch schon ein Blick in das Gebäude verrät, dass diese Schule etwas Besonderes ist: bunte Flure und große Räume mit viel freier Fläche laden zum gemeinsamen Lernen ein.

Gemeinsam und zusammen

Zwei Kinder auf einer Filzmatte.
Auf dieser Lernlandschaft erarbeiten sich Schüler spielerisch die Landkarte Europas. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Und das Gemeinsame steht auch im Mittelpunkt der freien integrierten Gesamtschule. Hier kämpft nicht jeder für sich, sondern zusammen wird gelernt und sich bei Aufgaben und Projekten gegenseitig unterstützt. Zum Beispiel in sogenannten Lernbüros. Dahinter verbergen sich 180m² große Lernlandschaften, in denen sich die Schüler altersübergreifend ein spezielles Fachgebiet erschließen.

Dazu stehen ihnen Landkarten, Farben oder Würfel zur Verfügung, um einen spielerischen Ansatz zum Lernen zu finden. Lernen soll hier Spaß machen.

Schüler wählen selbst aus

Das Herzstück der Schule nennt sich "Lupe" und ist ein Raum, der das individuelle Lernen fördern soll. Die Schüler wählen sich hier ihre Lernfelder selbst aus und besprechen mit den anwesenden Lehrern ihr jeweiliges Lernziel. Wie und wo sie das jeweilige Ziel verfolgen, ist den Schülern überlassen. Diese "Freiarbeit" spielt eine zentrale Rolle an der Jeetzeschule.

Wir entscheiden selbst, in welchem Tempo wir lernen.

Mathilda Wernstedt, 6. Klasse

An der Jeetzeschule finden im Übrigen keine Klassenfahrten statt – es verreist die ganze Schule. Einmal im Jahr gehen alle Jahrgänge gleichzeitig auf verschiedene Reisen. Die Jüngeren unternehmen eine Wandertour in der Altmark, die Älteren reisen zum Sprachaustausch in Gastfamilien nach Großbritannien.

Mit ihrem integrierten Konzept hat sich die Schule zu einem Magneten in der eher strukturschwachen Region entwickelt. Außerdem wurde die Jeetzeschule 2019 für ihre innovativen Ideen als beste Schule Deutschlands nominiert. Am Mittwoch reiste eine Schülergruppe nach Berlin, wo die Preisverleihung unter Anwesenheit der Bundeskanzlerin stattfand.

Der Titel ging am Ende an eine Schule aus Nordrhein-Westfalen. Für die Schule aus Salzwedel gab es einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro.

Quelle: MDR/js

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2019, 10:17 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

06.06.2019 18:59 Bernd L. 2

Die Vergabe von Preisen für solche verfehlten Lehrkonzepte (jeder wählt aus, was und wie lange er lernen will) zeigt die Problematik unseres Bildungssystems und seines Niedergangs in besonders deutliche Weise. Lehre ist und bleibt harte Arbeit, motiviert und geführt von kompetenten Lehrern- alles andere ist Unsinn.
Die Chinesen werden uns abhängen.

06.06.2019 12:23 Martina 1

Ich sah gestern im MDR das als Beitrag und war schon verwundert, dass man den Schülern überlässt, was sie machen im Unterricht. Ein Schüler der 11. Klasse saß im Freien und malte mit Tusche ein abstraktes Bild. Lehrer sah ich keine. Bin mal gespannt, was am Ende aus diesen Schülern wird, wenn es ins freie Leben von Ausbildung oder Studium geht. Habe etwas Bauchschmerzen.

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt