Altmarkkreis Salzwedel Landtag beschließt Beseitigung der Giftgrube Brüchau

Die Giftgrube in Brüchau soll verschwinden. Das hat der Landtag am Freitag beschlossen. Der Betreiber soll nun zügig einen Plan erstellen, wie die Deponie im Altmarkkreis Salzwedel beseitigt werden kann.

Wassergrube in Brüchau, aufgenommen von einer Drohne aus der Luft.
Die Giftschlammgrube in Brüchau soll beseitigt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Landtag hat am Freitag einstimmig die Auskofferung der Deponie in Brüchau beschlossen. Das als Giftschlammgrube und Silbersee bekannte Gewässer im Altmarkkreis Salzwedel soll demnach verschwinden. Der Betreiber wurde aufgefordert, dafür unverzüglich einen Plan zu erstellen, die Landesregierung soll die zügige Umsetzung sicherstellen. Vor der Landtagssitzung gab es eine Demonstration auf dem Magdeburger Domplatz. Dabei forderten Bürgerinnen und Bürger erneut eine zügige Beseitigung der Anlage in Brüchau.

Insbesondere die Bürgerinitiative "Saubere Energie und Umwelt" hatte sich seit Jahren dafür eingesetzt, dass die Deponie beseitigt wird. In die Bohrschlammgrube waren 40 Jahre lang metallisches Quecksilber, Säuren und Arsenstoffe gekippt worden. Eine Studie hatte im Mai bestätigt, was viele Anwohnerinnen und Anwohner seit Jahren geahnt hatten: Die Tonschicht am Boden der Grube ist undicht. Deswegen gelangen Schadstoffe auch ins Grundwasser.

Betreiber macht drei Lösungsvorschläge

Im Abschlussbericht der Studie des Betreibers Neptune Energy wurden daraufhin drei mögliche Lösungsvarianten vorgeschlagen: Zum einen könnten die undichten Stellen am Boden der Deponie versiegelt und die Grube abgedeckt werden. Ein anderer Vorschlag war die Errichtung einer neuen Deponie am selben Standort.

Die dritte Möglichkeit, die auch die Anwohner fordern, ist der Abtransport des Giftmülls und Lagerung in anderen Deponien. Trotz unterschiedlicher Rechtsauffassungen zweier Behörden im Land ist das auch die Variante, der die Landesregierung nun folgt. Ohne eine weitere Studie zur Machbarkeit abzuwarten, wie vom Betreiber angedacht war.

Land trägt Großteil der Kosten

Wirtschaftsminister Armin Willingmann sagte während seiner Rede im Landtag, dass er vom Unternehmen bereits Mitte Juli Vorschläge erwarte, wie die Beseitigung der Giftschlammgrube umgesetzt werden soll. Er erklärte: "Das Schutzgut Umwelt ist verletzt, und dieser Zustand muss beendet werden. Und beim Beenden dieses Zustands müssen wir darauf achten, dass keine Gesundheitsgefahren für die Menschen entstehen, die in direktem Kontakt mit dem Deponat sind oder im Falle der Beräumung damit zu tun bekommen. Das ist eine große Herausforderung für den Arbeitsschutz."

Welche Kosten für Auskofferung, Abtransport, Rückbau und Renaturierung des Geländes anfallen, ist derzeit noch nicht abzusehen. Klar ist aber schon, wie sie verteilt werden. Der Betreiber der Anlage muss zehn Prozent der Kosten tragen, 90 Prozent übernimmt das Land. Verschiedene Vertreter der Regierungskoalition versprachen, dass die Beseitigung nicht an finanziellen Fragen scheitern werde.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juni 2020 | 12:00 Uhr

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