Landgericht Stendal Ex für Sex im Internet angeboten: Pfarrer muss drei Jahre ins Gefängnis

Ein Pfarrer hat sich im Internet als seine Ex-Geliebte ausgegeben und sie für Sex angeboten. Als tatsächlich jemand bei der Frau vor der Tür stand, flog der Pfarrer auf. Da half auch ein Blumenstrauß nicht mehr.

Ein Pfarrer aus dem Altmarkkreis Salzwedel muss für drei Jahre in Haft. Das Landgericht Stendal hat den 60-Jährigen dazu am Mittwoch wegen versuchter sexueller Nötigung in zwei Fällen verurteilt. Drei Monate werden dem Mann angerechnet, da er sich bereits in Haft befand. Laut einem MDR-Reporter hat der Pfarrer das Urteil regungslos zur Kenntnis genommen.

Zwei Männer gehen auf Angebot ein, einer hilft

Anwälte, Richter und ein Angeklagter mit rotem Hefter vor dem Gesicht stehen in einem Gerichtssaal.
Der Pfarrer nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis. Bildrechte: MDR/Felix Moniac

Der 60-Jährige soll sich im Internet als seine ehemalige Geliebte ausgegeben und Männer angeschrieben haben. Zwei Männern hat er laut einem Volkstimme-Bericht die Adresse seiner Ex gegeben. Die beiden seien dann, in der Annahme es handele sich um ein Rollenspiel, zu der Frau gefahren. Einer der beiden wurde den Schilderungen zufolge misstrauisch und fuhr schließlich mit der Frau zur Polizei.

Die Volksstimme schreibt, der Pfarrer habe das Opfer konfirmiert. Erst Jahre später sei ihm aufgefallen, dass es der Frau seelisch nicht gut gehe und er habe Hilfe angeboten. Nach seiner Darstellung ging der erste Sex von ihr aus – und war immer einvernehmlich.

Entschuldigung mit Blumenstrauß

Vor wenigen Tagen habe der 60-Jährige versucht, sich beim Opfer zu entschuldigen. Das berichtet ein MDR-Reporter aus dem Gerichtssaal. Zusammen mit seiner Frau sei er in den Wohnort seiner Ex-Geliebten gefahren. Dort habe seine Frau dem Opfer einen Blumenstrauß mit einem Entschuldigungsschreiben überreicht.

Die Anwältin der Nebenklage, Heidrun Ahlfeld, hielt das für eine "scheinheilige Aktion, um vor dem Gericht besser dazustehen", wie sie am Mittwoch sagte. Ob der Anwalt des Verurteilten Berufung einlegt, ist noch nicht bekannt.

Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Oktober 2019 | 17:00 Uhr

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