Bei Diesdorf 18 tote Schafe in der Altmark – vermutlich Wolfsangriff

Nachdem 18 tote Schafe mit Bissen in der Kehle auf einer Weide im Altmarkkreis Salzwedel gefunden wurden, wird der Vorfall vom Wolfskompetenzzentrum untersucht. Der Schäfer ist überzeugt, dass es ein Wolfsangriff war und denkt ans Aufhören. Er hatte erst vor kurzem in seine Zäune investiert. Durch den Vorfall habe er große finanzielle Einbußen.

Ein Mann zeigt auf dem Handy Fotos von toten Schafen
Auf seinem Handy zeigt der Schäfer eines seiner toten Schafe – die Untersuchungsergebnisse sollen erst im neuen Jahr vorliegen. Bildrechte: MDR/TNN

In der Nähe von Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel hat ein Schäfer die meisten seiner Schafe verloren – vermutlich durch einen Wolfsangriff. Ein Polizeisprecher bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT, dass das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) den Vorfall vom Montag derzeit untersucht.

Das Wolfskompentenzzentrum Iden

Das Wolfskompentenzzentrum Iden wurde 2017 gegründet. In dem Zentrum im Landkreis Stendal können Menschen Hinweise auf Wölfe oder auch Sichtungen von Wolfsspuren melden. Für den aktuellen Wolfsmonitoringbericht 2018/19 wurden 3.000 Datensätze ausgewertet.

Alle Schafe mit Biss in der Kehle

Schäfer Siegmar Wilde erklärte, bei dem Angriff seien 18 seiner 33 Schafe getötet worden. Alle seien trächtige Mutterschafe gewesen und hätten einen Biss in der Kehle gehabt. Zudem seien die Körper der Tiere an vielen Stellen stark verletzt gewesen. Der Angriff soll sich bereits am Montagmorgen ereignet haben. Kurz vorher hätte der Schäfer noch Zäune und Strom kontrolliert, sagt er.

Schäfer will nach 20 Jahren aufhören

Nach mehr als 20 Jahren als Hobbyschäfer denke Wilde nun ans Aufhören. Denn der Vorfall habe für ihn auch große finanzielle Folgen. Er habe erst in diesem Jahr 1.000 Euro in Zäune investiert. Doch diesmal habe das seinen Tieren keinen Schutz geboten. Wilde fordert, dass der Wolf endlich bejagt werden dürfe.

Ob seine Tiere tatsächlich durch einen Wolf getötet wurden, müssen nun die Experten vom WZI untersuchen. Sie haben Proben genommen. Die Untersuchungsergebnisse sollen aber erst im neuen Jahr vorliegen, so der Schäfer.

Ich habe immer aufs Einzäunen geachtet, und dass der Zaun unter Strom stand. Denn eigentlich hilft das.

Schäfer Siegmar Wilde

100 Wölfe in Sachsen-Anhalt – modernes Wolfsmanagement gefordert

Laut aktuellem Wolfsmonitoringbericht leben derzeit gut 100 Wölfe in Sachsen-Anhalt. Die Population der Tiere ist das sechste Jahr in Folge gestiegen. Trotzdem sank laut Bericht die Zahl der gemeldeten Angriffe von Wölfen auf Nutztiere. Die Rissvorfälle gingen demnach von 62 auf 50 im Jahr 2019 zurück.

Angesichts der wachsenden Population wird immer wieder der strenge Schutz der Tiere zur Debatte gestellt. Zuletzt hatte der Wolfsexperte der Landtagsfraktion, Detlef Gürth, ein modernes Wolfsmanagement gefordert, das die Zahl der Wölfe begrenze. Man müsse den Schutzstatus herabsetzen und den Wolf in das Bundesjagdrecht aufnehmen, sagte Gürth Anfang Dezember.

Update: Donnerstag, 20 Uhr

Donnerstag hat der Bundestag gegen die Stimmen der gesamten Opposition ein neues Gesetz verabschiedet. Nach diesem dürfen zukünftig Wölfe geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt.

Zuvor war es so, dass Wölfe in Deutschland den höchsten Schutzstatus inne hatten und nicht geschossen werden durften. Seit der Rückkehr des Wildtieres nach Deutschland um die Jahrtausendwende wurde dieser Status vor allem von Weidetierhaltern kritisiert. Diese sehen in den Raubtieren eine Gefahr für ihre Herden.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Dezember 2019 | 08:00 Uhr

1 Kommentar

Hotzenplotz vor 39 Wochen

War wohl ein Rudel von etwa 20 Wölfen?? Weil, wenn die organisiert angreifen, stehen welche bereit zur Sicherung des Rudels bereit, etwa 1/4.... Ist jedenfalls in Sibirien so.

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