"Gummistiefel" aus dem Mittelalter Archäologen präsentieren in Stendal historischen Holzschuh

Um sich im Morast von Stendal fortbewegen zu können, haben die Menschen im Mittelalter Holzschuhe über ihren Schuhen getragen. Bei der Sanierung einer Straße wurde nun solch ein historischer Schuh entdeckt.

Ein Mann mit langen grauen Haaren zeigt den Holzschuh.
Archäologe Torsten Herms präsentiert den Holzschuh. Bildrechte: MDR/ Bernd-Volker Brahms

In Stendal ist am Mittwoch ein archäologischer Fund der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Ein rund 600 Jahre alter Holzschuh war im April bei Bauarbeiten an einer Straße gefunden worden. Grabungsleiter Andreas Neubert sagte MDR SACHSEN-ANHALT, derartige Funde seien selten. Das Holz habe sich nur unter den besonderen Bedingungen in Stendal halten können. Dazu gehörten ein hoher Grundwasserstand und feuchte Erdschichten, die Hölzer gut konservierten.

Der Holzschuh wurde nach Angaben des Grabungsleiters als Überschuh über dem normalen Schuhwerk getragen, um dieses vor Nässe und Schmutz zu schützen. Auch diente er dazu, durch das morastige Stendal waten zu können. Zuletzt wurde vor 65 Jahren in Magdeburg ein alter Schuh gefunden. Damals in einer ehemaligen Fäkalgrube – so wie dies bei anderen Schuhfunden zumeist der Fall war.

Ein Mann mit langen grauen Haaren zeigt den Holzschuh.
Derartige Schuhe trugen die Menschen im Mittelalter, um im morastigen Stendal voranzukommen. Bildrechte: MDR/ Bernd-Volker Brahms

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. August 2020 | 15:00 Uhr

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