Blick auf die Anschlussstelle Grabow (Landkreis Ludwigslust Parchim) der A14.
2025 soll die A14 nach Wismar durchgehend befahrbar sein. Bildrechte: imago/BildFunkMV

Mehrausgaben für Umweltschutz BUND im Norden enttäuscht von A14-Deal

Sachsen-Anhalt legt für den A14-Bau mehr Geld für Umwelt- und Lärmschutz drauf, dafür lässt der BUND seine Klage gegen die Trasse fallen. Dem BUND-Kreisverband Stendal stößt dieser Deal sauer auf. Er sieht einen Glaubwürdigkeitsverlust. – Unterdessen ist der Bau am Donnerstag einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Blick auf die Anschlussstelle Grabow (Landkreis Ludwigslust Parchim) der A14.
2025 soll die A14 nach Wismar durchgehend befahrbar sein. Bildrechte: imago/BildFunkMV

Nach der Einigung zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und dem BUND zum A14-Weiterbau gibt es Streit in den Reihen der Umweltschützer. Der Kreisverband Stendal fühlt sich vom Landesverband nach dessen Deal übergangen. Dieser sieht vor, dass der Bund für Umwelt- und Naturschutz seine Klage gegen die Nordverlängerung fallen lässt. Im Gegenzug stellt das Land zusätzliche 8,6 Millionen Euro für Arten- und Lärmschutz bereit. Die Sprecherin der Stendaler BUND-Gruppe, Susanne Bohlander, sagte MDR SACHSEN-ANHALT,  der Landesverband habe gegen den Willen des Kreisverbandes gehandelt. Man fühle sich im Stich gelassen.

Spenden für Klage werden zurückgezahlt

Die Kreisgruppe Stendal hatte bereits 22.000 Euro für die Klage gegen den Weiterbau der A14 gesammelt. Das Geld solle den Spendern nun zurückgegeben werden, so Bohlander. Klagen könne nur der Landesverband, die Kreisgruppe sei dazu nicht berechtigt. Bei vielen Menschen vor Ort habe der Landesverband nun "extrem an Glaubwürdigkeit verloren", hieß es in einer Mitteilung. Der Kreisverband bleibt bei seiner Argumentation, die geplante A14 sei für die Altmark überdimensioniert. Wald und Auenlandschaft würden zerschnitten. Bereits am Dienstag hatte BUND-Landesvorsitzender Ralf Meyer eingeräumt, den Bau der A14 rechtlich nicht mehr verhindern zu können. Der Vergleich mit dem Land hole aber "das Optimum für Mensch und Natur" heraus. Der Deal schließt auch künftige Klagen des BUND aus.

Derzeit sind beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig noch zwei Klagen gegen die A14-Nordverlängerung anhängig. Sie stammen von der Verbandsgemeinde Seehausen und der Hansestadt Seehausen. Ein Kompromiss ist laut Verbandsgemeindebürgermeister Kloth aber in Aussicht. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hofft unter den neuen Bedingungen auf eine Fertigstellung der A14 bis 2025.

Wie ein Koloss die A14 in einem Zug betoniert

Zwischen Colbitz und Dolle haben die endgültigen Betonierungsarbeiten der A14 begonnen. Auf einer Strecke von etwa acht Kilometern arbeiten jetzt ungewöhnliche Kolosse. Sie schaffen alle Spuren gleichzeitig.

Betonierarbeiten auf der A14
Die A14 wächst weiter in Richtung Norden. Hinter Colbitz haben die Betonierungsarbeiten begonnen. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Die A14 wächst weiter in Richtung Norden. Hinter Colbitz haben die Betonierungsarbeiten begonnen. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Sie sollen zunächst bis nach Dolle gehen – acht Kilometer parallel zur Bundesstraße 189. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Zum Einsatz kommen Maschinen, die je Richtung beide Fahrspuren und den Standstreifen mit einem Mal bearbeiten können – das entspricht einer Breite von elfeinhalb Metern. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Die Beton-Schicht, die auf die Fahrbahnen aufgetragen wird, ist 26 Zentimeter dick. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Insgesamt werden so 24.000 Kubikmeter Beton auf den acht Kilometern verbaut. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
Betonierarbeiten auf der A14
Seit 2014 ist die A14 hinter Colbitz zu Ende, nun wächst sie etwa 500 Meter pro Tag. Bildrechte: MDR/Hagen Tober
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Studio Stendal | 08. August 2019 | 08:30 Uhr

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 08. August 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2019, 06:55 Uhr

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5 Kommentare

09.08.2019 16:23 reiner202 5

Es gibt die schlaue Seite des BUND und es gibt den Geld verschwenderische BUND wie Stendal die nichts in der Rübe haben. Die A14 wird so oder so gebaut und das ist Richtig so

09.08.2019 12:15 Jens Diederichs 4

So eine scheinheilige Truppe der BUND. Wo ist der BUND, wenn es darum geht hunderte Hektar Wald zu roden, nur um Windräder aufzustellen, wie in Thüringen? Monokulturen anzubauen, nur um diese Lebensmittel in Biogasanlagen zu verwenden?

09.08.2019 09:24 Matze 3

Nicht die AfD sonder den BUND sollte der Verfassungsschutz beobachten. Am besten gleich als Terror Organisation gegen das eigene Land einstufen. Diese Leute gehen mir richtig auf den Zeiger. Seit Jahren verhindern sie den Bau von wichtigen Verkehrsverbindungen. Damals sagten sie 'die A14 braucht kein Mensch' und man gucke sich mal an, was da täglich unterwegs ist. Den BUND braucht kein Mensch, das ist meine Meinung.

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