Einstige Prachtstraße ohne Bäume Kahlschlag in Stendaler Innenstadt

Im Schadewachten in Stendal mussten rund 30 Linden für den Umbau der Straße weichen. Passanten zeigten größtenteils Verständnis für die Baumfällarbeiten. Nach den Bauarbeiten will die Stadt als Ersatz knapp 100 Bäume im ganzen Stadtgebiet pflanzen.

Menschen stehen bei Regenwetter auf einer Straße zwischen Häuserzeilen, an der Bäume gefällt werden
Freie Sicht im Zentrum: Im "Schadewachten" müssen wegen Bauarbeiten knapp 30 Linden weichen. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Im "Schadewachten" in der Innenstadt von Stendal sind knapp 30 Linden gefällt worden. Wegen der Baumfällarbeiten war die einstige Allee zwischen Tangermünder Tor und dem Sperlingsberg mehrere Tage voll gesperrt. Die Bürger mussten sich auf Behinderungen einstellen.

Bürger zeigen größtenteils Verständnis für Rodungen

Die Rodungen stießen in einer MDR-Umfrage am Montag unter Passanten größtenteils auf Verständnis. So seien die Arbeiten notwendig und nahezu alternativlos, hieß es. Die Stadt hatte die Rodung damit begründet, dass im kommenden Jahr die Straße saniert und neue Rohre verlegt werden sollen. Dabei würden die Bäume zum einen stören, zum anderen würden sie diese Arbeiten nicht überstehen. Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Zustand der Bäume sei schlecht. Bei einer Untersuchung seien im Vorfeld erhebliche Schäden festgestellt worden. Der Erhalt der Baumbestandes während der Bauarbeiten ist demnach kaum möglich.

Stendaler Schadewachten ohne Bäume

Bagger transportiert abgesägte Äste von Straße in Wohngebiet ab
Wegen Baumfällarbeiten ist in Stendals Innenstadt der "Schadewachten" im Bereich des Tangemünder Tores voll gesperrt. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener
Bagger transportiert abgesägte Äste von Straße in Wohngebiet ab
Wegen Baumfällarbeiten ist in Stendals Innenstadt der "Schadewachten" im Bereich des Tangemünder Tores voll gesperrt. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener
Abgesägter Baum liegt auf Straße zwischen Häusern
Rund 30 Linden werden rechts und links der Straße gefällt. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener
Bagger kürzt Baumkrone in Wohngebiet
Im kommenden Jahr sollen die Straße und die Leitungen darunter erneuert werden. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener
Menschen stehen bei Regenwetter auf einer Straße zwischen Häuserzeilen, an der Bäume gefällt werden
Als Ausgleich will die Stadt rund 90 Bäume im gesamten Stadtgebiet pflanzen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. November 2019 | 16:30 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener
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Neue Bäume als Ersatz

Nach Abschluss der Bauarbeiten will die Stadt Stendal nach eigenen Angaben 30 neue Winterlinden im Schadewachten pflanzen. Zudem sollen rund 60 weitere Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden.

Die Hansestadt Stendal richtet 2022 den nächsten Sachsen-Anhalt-Tag aus. Bis dahin sollen die umfangreichen Bauarbeiten an Stendals einstiger Prachtstraße abgeschlossen sein. Schadewachten war einst ein Dorf, das Mitte des 13. Jahrhunderts als einer der ersten Orte nach Stendal eingemeindet wurde. Im 15. Jahrhundert entstand dort das ehemalige Katharinenkloster, in dessen Gebäuden sich heute das Altmärkische Museum befindet.

Quelle: MDR/agz,ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. November 2019 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

jackblack vor 29 Wochen

Ist vielleicht in diesem Fall notwendig, aber wenn ich das mit " Ersatzpflanzungen " höre wird mir schlecht, ein 50 Jahre alter Baum ist durch so einen Mickerling NIE zu ersetzen, gefällt ist schnell, aber Wachstum DAUERT !!

Monazit vor 29 Wochen

Wie wollen sie denn einen 50 Jahre alten Baum (um)pflanzen? Der neue muss doch auch erstmal wachsen. Ihr Einwand wirkt etwas realitätsfern.

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