Niedrigwasser auf der Elbe Elbfähre Ferchland-Grieben bleibt schon früher als gedacht an Land

Weil der Wasserstand zu niedrig ist, bleibt die Fähre Ferchland-Grieben erst einmal an Land. Für die Menschen in der Gegend ist das die nächste Hiobsbotschaft: Ab Juli wird der Fährbetrieb nämlich komplett eingestellt. Die Folge sind weite Umwege.

Am Elbufer und der Ablegestelle der Fähre Ferchland-Grieben steht ein Schild mit dem Hinweis -Fährbetrieb eingestellt-.
Die Elbfähre Ferchland-Grieben bleibt wegen Niedrigwassers an Land. Ab Juli wird ihr Betrieb komplett eingestellt. Das Bild zeigt den Ableger mit Blick auf Ferchland. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/André Plaul

Hiobsbotschaft für Pendler im Norden von Sachsen-Anhalt: Die Fähre Ferchland-Grieben hat ihren Betrieb früher eingestellt als bislang gedacht – wegen des Niedrigwassers auf der Elbe. Wie die Gemeinde Elbe-Parey jetzt mitteilte, ist der Fährbetrieb derzeit nicht möglich.

Ab Anfang Juli bleibt die Fähre dann ohnehin an Land. Das hatte bereits vor wenigen Wochen der Gemeinderat in Elbe-Parey entschieden. Auch das hat indirekt mit dem Niedrigwasser der vergangenen Jahre zu tun. Weil die Fähre wegen des wenigen Wassers 2019 und 2018 häufig an Land bleiben musste, fehlten der Gemeinde Elbe-Parey die Einnahmen – die für den Betrieb und die Instandsetzung der Fähre allerdings dringend benötigt werden. Das Fass war übergelaufen, weil die Gemeinde zuletzt nicht die nötigen 1,3 Millionen Euro für die Revision der Fähre hatte aufbringen können. Ausreichend Geld vom Land gab es ebenfalls nicht. Deshalb hatte sich der Gemeinderat für die Stilllegung der Fähre ausgesprochen.

Fähre Ferchland Grieben
Ihre Tage sind gezählt: Die Fähre Ferchland-Grieben stellt ihren Betrieb ab Juli ein. Schon jetzt bleibt sie wegen Niedrigwassers an Land. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Lange Wege bis zur nächsten Elbequerung

Folgen hat das vor allem für Pendler. Sie müssen künftig weite Umwege in Kauf nehmen, um die Elbe zu queren. Die nächstgelegenen Möglichkeiten sind im Norden die Elbebrücke Tangermünde (knapp 19 Kilometer von Grieben entfernt) und im Süden in Rogätz (gut 30 Kilometer entfernt). Von der Stilllegung betroffen sind auch die Betreiber der kleinen Gaststätte Elbestrand nahe der Fähre. Seit 38 Jahren bewirtschaften sie vor allem viele Radtouristen. Deren Zahl werde künftig wohl abnehmen, fürchten die Gastronomen.

Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) schrieb auf Twitter, nun brauche die Region neue Lösungen und Ideen, mit denen die Natur respektiert werde.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Mai 2020 | 12:30 Uhr

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