Hochwasserschutz Risse im neuen Elbdeich bei Fischbeck

Im Elbdeich bei Fischbeck im Landkreis Stendal zeigen sich Risse. Der Deich ist erst vor wenigen Monaten fertig saniert worden, nachdem er beim Hochwasser 2013 gebrochen war. Ein Gutachter soll die Risse nun untersuchen.

Der Deich bei Fischbeck, im Vordergrund links ein Riss.
Auf dem Deich bei Fischbeck Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Der gerade sanierte Elbdeich bei Fischbeck im Landkreis Stendal hat Risse. Auf einem Deichabschnitt von zehn Metern gibt es drei Risse, die bis zu drei Meter lang. Wie gefährlich sie sind, sei noch nicht abzuschätzen, sagte Flussbereichsleiter Marco Schirmer dem MDR. Denn wie tief die oberflächlichen Risse gingen, müsse zunächst analysiert werden.

Dazu wurde laut Schirmer ein Gutachter beauftragt, der die Risse aufgraben sowie Bodenproben entnehmen soll. In spätestens 14 Tagen sollen die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen. Dann solle entschieden werden, wie weiter vorzugehen sei.

Hochwasserbetrieb: Risse "nicht weiter beunruhigend"

Sachsen-Anhalts Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) sieht die Risse im Deich bei Fischbeck gelassen. Der stellvertretende LHW-Direktor Matthias Weiland sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man gehe davon aus, dass sich so etwas bei so einem schweren neuen Bauwerk nicht verhindern lasse. Weiland sprach von "Konsolidierungsrissen", die nicht weiter beunruhigend seien. Möglicherweise reiche es aus, den Bereich zu verfüllen.

Weiland erklärte, dass sogenannte Setzungserscheinungen wie in Fischbeck auf die beim Deichbau verwendeten Materialien zurückgingen. Im Boden oder im Deichkörper selbst eine gewisse Setzung, also eine Absenkung, stattfinden. Deshalb fordere der LHW in der Regel, dass ein Deich etwas höher gebaut werde.

Weiland gab auch Entwarnung, was den aktuellen Wasserstand der Elbe betrifft. Zwar habe es Niederschläge in Teilen des Elbegebietes gegeben. Das betreffe jedoch nur den südlichen Teil. Im nördlichen Teil rechne sein Betrieb nicht mit höheren Wasserständen. Abgesehen davon kenne man so eine Situation in dem Bereich und sei darauf vorbereitet. Bei einem Hochwasser sei man also in der Lage, zu handeln.

Sanierung nach Hochwasser von 2013

Erst im September 2018 war der Elbdeich bei Fischbeck fertig saniert worden. Vier Jahre hatte die Erneuerung eines knapp sieben Kilometer langen Deichabschnitts gedauert. Mehr als 30 Millionen Euro hat das Land dafür investiert.

Der alte Deich war bei dem Hochwasser von 2013 gebrochen. Das Wasser hatte den Elb-Havel-Winkel damals auf mehr als 150 Quadratkilometern überflutet. Der Schaden war enorm. Um den Wasserzufluss zu stoppen, wurden seinerzeit vor dem Loch drei Lastkähne versenkt.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR um 2 | 22. Januar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 17:55 Uhr

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1 Kommentar

22.01.2019 20:19 jackblack 1

Leute, nicht gleich Panik schieben, das sind Mini-Risse, davon geht die Welt nicht unter.

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