Alte Deponie Amphitheater mitten in Tangermünde

Freilufttheater oder doch nur eine verschlossene Müll- und Bauschuttdeponie? Mitten zwischen Wohnhäusern in Deutschlands schönster Kleinstadt ist eine Art Arena entstanden – auf einer ehemaligen Müllhalde.

Neu aufgeschüttete ehemalige Deponie in Tangermünde
Die ehemalige Müllhalde in Tangermünde soll nun als Übungsplatz für die Feuerwehr genutzt werden. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Übungsplatz für die Feuerwehr, Shuttle-Parkplatz für Großveranstaltungen oder auch Stützpunkt für eventuelle Hochwasser – in Tangermünde ist mitten zwischen Eigenheimen und in unmittelbarer Nähe zum Fluss Tanger und der Elbe eine Art Arena entstanden.

Das Areal auf der ehemaligen Mülldeponie an der Lüderitzer Straße sieht aus wie ein Sportplatz auf einer erhöhten Ebene, befestigt mit Schotter. Es ist von etwa drei Meter hohen Wällen umgeben, von der Straße nicht einsehbar und mit Toren verschlossen. Mit Bauschutt vom Abbruch der alten Feodora-Schokoladenfabrik aus dem Jahr 1904 ist die Deponie abgedeckt worden und hat nun die Form einer riesigen Freiluftarena. Fast erinnert das Bauwerk an ein Freilufttheater für Theaterveranstaltungen und Konzerte.

Versuch, einen Schandfleck zu beseitigen

Es ist der Versuch, einen Schandfleck zu beseitigen und die verwilderte Mülldeponie sinnvoll zu nutzen – heißt es zumindest aus Stadtverwaltung. Der Bauamtsleiter der Stadt sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von einer win-win-Situation für alle. Auf dem beräumten Gelände der Alten Schokoladenfabrik könnte nun ein Wohngebiet entstehen und die frühere Mülldeponie sei verschlossen und für die Stadt nutzbar. Die Stadt setzte damit einen Stadtratsbeschluss vom März 2018 um.

Umweltgefährdung des Schuttplatzes

Neu aufgeschüttete ehemalige Deponie in Tangermünde
Der Schuttplatz grenzt direkt an Wohngebiete und an die Tangerniederungen an. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Das Gelände grenzt südlich unmittelbar an die Tangerniederung an, die in verschiedenste Naturschutzschutzgebiete eingebunden ist. Zu Fragen der Umweltgefährdung des Schuttplatzes führte die Stadt in der sogenannten "Vorplanung zur Nutzungserweiterung" des Geländes aus, dass die ehemalige Deponie im Altlastenkataster des Landkreises Stendal als "Altablagerung mit relativ geringer Gefährdungsklasse geführt" wird.

Das Grundwasser sei gegen Sickerwasser geschützt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass lösliche Schadstoffe durch Sickerwasser und bei Hochwasser in die Tangerniederung eintrete. "Da es aber keine Hinweise auf Ablagerung von Industrieabfällen gibt, ist kein spezifischer / massiver Eintrag von Schadstoffen zu erwarten", erläutert die Stadt in dem Nutzungsplan. Früher waren in der stillgelegten Sandgrube Bauschutt, Hausmüll, Sperrmüll, Straßenkehricht, Garten- und Parkabfälle sabgelegt worden.

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Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Juni 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 12:47 Uhr

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3 Kommentare

06.06.2019 17:16 ich 3

und mein lieber marc es ist nun einmal tatsache
das touristen in diesem jahr tangermünde zur schönsten kleinstadt gewählt wurde.
und das nicht ganz zu unrecht!

aber kopf mein lieber marc kopf hoch , Quedlinburg ist bestimmt die nächste schönste kleinstadt

06.06.2019 03:37 Schulz 2

Schon mal in Tangermünde gewesen? Mit Sicherheit nicht. Nichts gegen Quedlinburg,aber der Vergleichsversuch ist lächerlich

05.06.2019 14:31 marc 1

Deutschlands schönste Kleinstadt - das ist ja wohl mal Quedlinburg

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