Holger Gebhardt
Holger Gebhardt im Gerichtssaal (Archivbild) Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

Krankenkassen-Betrug Stendaler Ex-Stadtrat erneut verurteilt

Der Ex-Stadtrat von Stendal, Holger Gebhardt, ist zu zwei weiteren Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landesgericht Stendal sah es als erwiesen an, dass Gebhardt seine Krankenkasse jahrelang um rund 100.000 Euro betrogen hat.

Holger Gebhardt
Holger Gebhardt im Gerichtssaal (Archivbild) Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

Im Betrugsprozess gegen den Stendaler Ex-Stadtrat Holger Gebhardt ist am Montag das Urteil gesprochen worden. Demnach wird sich der Gefängnisaufenthalt des ehemaligen Stadtrats um zwei Jahre verlängern.

Private Krankenkasse um 97.000 Euro betrogen

Landgericht Stendal
Landgericht Stendal Bildrechte: dpa

Wie ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT berichtet, sah es das Landgericht als erwiesen an, dass Gebhardt in 31 Fällen seine Krankenkasse betrogen hat. In zwei Fällen sei der Betrug allerdings noch vor der Zahlung bemerkt worden. Der Ex-Stadtrat hatte laut Gerichtsurteil zwischen 2012 und 2016 gefälschte Rechnungen an den privaten Krankenversicherer DKV geschickt. Demnach hat er Ersatzleistungen in Höhe von 97.000 Euro erhalten, die ihm nicht zustanden.

Um welche Art von Rechnungen handelt es sich?

Gebhardt soll vor allem gefälschte Zahnarztrechnungen eingereicht haben. Auch Apotheken-Einkäufe, Krankenhaus-Aufenthalte und Physiotherapie soll er mit gefälschten Belegen abgerechnet haben.

Längere Haftstrafe und Schadensersatz

Durch das Urteil des Landgerichts erhöht sich Gebhardts derzeit laufende Haftstrafe auf vier Jahre und sechs Monate. Mit dem Strafmaß kommt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang nach. Die Verteidigung hatte darauf plädiert, die bisherige Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten nicht zu erhöhen. Sie argumentierte, dass die Krankenkasse die gefälschten Rechnungen nicht geprüft und somit den wiederholten Betrug begünstigt habe.

Außerdem muss Gebhardt den Schaden zurückerstatten. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hat er einen Teil des Gesamtbetrages bereits zurückgezahlt und ist deshalb zum Schadensersatz von 86.000 Euro verurteilt worden.

Bereits wegen Wahlfälschung in Haft

Der Krankenkassen-Betrugsprozess hatte Anfang Mai begonnen. Während des Prozesses sind drei weitere Sitzungen anberaumt worden. Der ehemalige Stadtrat war bereits wegen der Fälschung von Briefwahlstimmen bei den Kommunalwahlen 2014 verurteilt worden. Er sitzt bereits seit März 2017 im Gefängnis.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juli 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2019, 16:57 Uhr

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6 Kommentare

02.07.2019 23:42 Andreas 6

Ich muss in die Politik. Dummes zeug erzählen ist kein Problem. Dazu noch ein tolles Gehalt und diese vielen Nebenjobs in der Industrie die man dann komischerweise bekommt. Da hab ich es doch gar nicht nötig meine Krankenkasse zu betrügen.

01.07.2019 22:59 Codo 5

Mir war sofort klar, dass der Mann nicht in der AFD ist oder war, sonst hätte das schon in der Überschrift gestanden. @ MDR: Warum erwähnt Ihr nicht mal die Parteizugehörigkeit? Bei AFD-Politikern scheint das doch auch immer eine Rolle zu spielen, auch wenn die Vorwürfe nicht im Zusammenhang mit der Ausübung eines politischen Amtes stehen...? Ihr versucht doch nicht etwa uns zu manipulieren...?

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Weil die Partei in diesem Fall keine Rolle gespielt hat, da es nicht um seine Rolle als Stadtrat geht, sondern private Betrügereien. Unten sind weitere Artikel verlinkt, wo es um sein politisches Amt geht. Bei dem einen steht die Partei sogar in der Überschrift.

01.07.2019 22:29 Martin Vomberg 4

@ Sachse43 Nr. 3

Freuen Sie sich nicht zu früh! Die Machenschaften Ihrer AfD (Wiebke Muhsal, Jan-Ulrich Weiß, Manuel Ochsenreiter, Markus Frohmaier, Holger Arppe, Spenden-Weidel , siehe zuletzt auch den AFD-Rücktritt in Wernigerode etc. pp) erscheinen dadurch nicht im Mindesten in einem besseren Licht, falls Sie das glauben sollten!

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