Betreiberin bittet um Spenden Pferde-Gnadenhof in Cobbel sitzt auf dem Trockenen

Angela Jackowski vom Gnadenhof in Cobbel kümmert sich mit voller Hingabe um ihre Pferde. Doch wegen der anhaltenden Dürre liegt der Hof nun auf dem Trockenen. Helfen kann nur ein neuer Tiefbrunnen – doch das Geld fehlt.

von Katharina Häckl, MDR SACHSEN-ANHALT

Keines der 17 Pferde auf dem Gnadenhof in Cobbel würde ohne Angela Jackowskis Engagement noch leben. Weder die gewaltige Norika-Stute mit ihren etwa 1.000 Kilogramm Lebensgewicht noch das freche, schwarze Shetland-Pony namens King. Einige ihrer Tiere – unter anderem eine trächtige Stute – kaufte Jackowski auf Märkten in Polen Schlachtern vor der Nase weg.

Andere Pferde nahm sie verwahrlost auf. King zum Beispiel ist aus der Nähe von Köln gerettet worden. Als er nach Cobbel kam, war er nur Haut und Knochen. Doch das hat sich geändert, ganz zur Freude von Angela Jackowski, wie sie MDR SACHSEN-ANHALT sagte: "Jetzt frisst er wie ein Scheunendrescher und klaut bei den Großen."

Heupreise sind der "Wahnsinn"

Eine Frau steht an einem Zaun und füttert ein Pferd.
Angela Jackowski tut alles für ihre Tiere. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Die Betreiberin des Gnadenhofs wird durch die Dürre dieses und des vergangenen Sommers arg in die Bredouille gebracht. Die Preise für Heu zum Beispiel sind in die Höhe geschnellt. Viele Landwirte aus der Region würden gar kein Heu mehr verkaufen, um eigene Lücken zu füllen, sagt die 73-jährige Pferderetterin. Diejenigen, die Heu verkaufen, nähmen Preise, die "Wahnsinn" seien.

Der Förderverein, der Angela Jackowski zur Seite steht, beteiligt sich an den Futterkosten nach Kräften. Nun aber stehen die Pferde-Retter vor einem Problem, das viele Meter tief und einige tausend Euro teuer ist. In Cobbel ist der Grundwasserspiegel seit dem vergangenen Jahr so stark gesunken, dass der Gnadenhof auf dem Trockenen liegt. Angela Jackowski griff in ihrer Verzweiflung zu einer für Sie teuren Zwischenlösung.

Beide Brunnen, die ich habe, geben kein Wasser mehr. Nun habe ich die ganze Zeit – also fast drei Wochen – das Wasser immer aus der Leitung genommen, musste dadurch natürlich Abwasser auch noch bezahlen. Nun hoffe ich, dass ich so einen Tiefbrunnen bohren lassen kann.

Angela Jackowski, Pferdehof-Betreiberin

Mindestens 30 Meter in die Erde müsste dafür gebohrt werden. So beziehen die umliegenden Bauern ihr Wasser für die Beregnungsanlagen für die Felder. Doch 7.000 Euro – so hoch ist der Kostenvoranschlag – so viel Geld hat Angela Jackowski nicht. Sie hat eine Spendenbitte an Freunde und Förderer losgeschickt. Bis dahin, sagt Jackowski schulterzuckend, kommt das Wasser eben aus dem Hahn – für Pferd und Mensch.

Pferde auf einem Hof
Insgesamt 17 Pferde betreut Angela Jackowski auf dem Pferde-Gnadenhof in Cobbel. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. Juli 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 10:57 Uhr

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3 Kommentare

24.07.2019 15:44 Karsten Rottstädt 3

Ich meine, wer Verantwortung für die Tiere übernimmt, muss schon mal vorher wissen, was das kostet und was man benötigt.
Die Bauern müssen da auch durch. Und da würde mich mal interessieren, ob überhaupt schon alle die Dürrehilfen von der Umweltministerin bekommen haben?

23.07.2019 03:15 part 2

Ein Tiefbrunnen ist mit Folgekosten verbunden, je nach Tiefbrunnenpumpe können sich Erneuerungen von 1- 4 Jahren ergeben bei den eingebauten Verfallsdaten ab Werk, die aber mit preiswerten Ersatzteilen behebbar sind. Das Hauptaugenmerk gilt dabei aber den Wasserschläuchen, zumeist nur aus PVC und auch im überteuerten Segment nicht verträglich mit einer relativ förderschwachen Pumpe über den Zeitraum von zwei Jahren, wobei wohl förderschwache angepasste Pumpen als Auslaufmodell der Marktwirtschaft erscheinen. Die gute alte Handschwengelpumpe rein für Tränke wäre daher unabhängig von Elektroversorgung aber eben nur bis zu einer Tiefe von 10 Metern einsetzbar, wegen physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Deshalb bitte etwas mehr spenden, denn es entstehen Nachfolgekosten für die Versorgung der armen Geschöpfe, die wahrscheinlich noch nicht bedacht wurden.

22.07.2019 20:11 Groni 1

Man muss in diesem Fall kein Abwasser bezahlen, sondern nur einen Zwischenzähler für diese Zapfstelle installieren. Ein Antrag ist natürlich beim zuständigen Wasserverband notwendig.

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