Zur Impfung aus Berlin und Brandenburg Corona-"Impftourismus" nicht problematisch für Sachsen-Anhalt

Die Verteilung der Impfdosen orientiert sich an der Bevölkerung der jeweiligen Landkreise. Trotzdem sind etwa 20 Prozent der Geimpften in Sachsen-Anhalt aus anderen Landkreisen oder sogar anderen Bundesländern.

In einigen Impfzentren in Sachsen-Anhalt lassen sich auch Menschen impfen, die nicht aus dem betroffenen Landkreis sind – zum Teil kommen sie sogar aus einem anderen Bundesland. Zur Zeit betrifft das etwa 20 Prozent der Impfungen. Sachsen-Anhalts Sozialministerium reagiert allerdings vorerst gelassen auf diesen "Impftourismus". Die Sprecherin des Sozialministeriums, Ute Albersmann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie halte das nicht für problematisch. Man gehe davon aus, dass sich die Versorgung mit Impfstoffen normalisieren werde.

In Deutschland werden die Impfdosen nach der Anzahl der Einwohner verteilt, dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Wenn sich allerdings Menschen aus Niedersachsen oder Brandenburg in Sachsen-Anhalt impfen lassen, gebe es dafür keinen Ausgleich bei der Impfstoffverteilung. Die Sprecherin des Sozialministeriums, Albersmann, geht davon aus, dass sich in den nächsten Monaten die Impfraten zwischen den Bundesländern angleichen würden.

Sozialministerium: Impfraten werden sich angleichen

Von Impftourismus sind vor allem Impfzentren betroffen, die in der Nähe zu Landesgrenzen liegen. So meldeten sich etwa in Stendal viele Impfwillige aus Berlin oder Brandenburg, die regulär über die Terminvergabe dorthin vermittelt wurden. Denn bei der Terminzuweisung kann man einen Radius von 150 Kilometern bestimmen – und der macht nicht vor Ländergrenzen halt. Der Pressesprecher des Landratsamtes Stendal sagte, das könnte auch daran liegen, dass in Berlin und Brandenburg die Internetverbindungen stabiler seien. Dort hätten sich Impfwillige schneller anmelden können.

Insgesamt plant Sachsen-Anhalt, in einer ersten Phase 320.000 Menschen zu impfen. Dazu gehören 182.000 Menschen, die älter als 80 Jahre sind, sowie die Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens. Bisher haben in Sachsen-Anhalt rund 33.000 Menschen eine erste Impfung bekommen. Im bundesweiten Vergleich ist das Land weiter zurückgefallen und liegt jetzt im Mittefeld.

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Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff

Bisher können die Impfzentren in Sachsen-Anhalt ihr volles Potenzial noch nicht ausschöpfen. Grund ist der Mangel an Impfserum. Während manche Zentren noch nicht öffnen konnten, arbeiten andere nur mit reduzierte Leistung. So konnte das Impfzentrum in Wittenberg nur 50 Personen am ersten Tag impfen, obwohl das Zentrum für 180 Impfungen pro Tag ausgelegt ist.

Das Pharma-Unternehmen BioNtech hat für Deutschland einen neuen reduzierten Lieferplan für seinen Impfstoff vorgelegt. Demnach werden in dieser Woche noch mehr als 840.000 Dosen erwartet, in der nächsten Woche nur noch etwa 485.000. Ab dem 22. Februar will BioNtech mit seinem US-Partner Pfizer dann allerdings mehr Impfstoff liefern als ursprünglich geplant. Grund für die Lieferschwierigkeiten sind Umbauarbeiten im belgischen Pfizer-Werk.

Unter Mitwirkung von Uli Wittstock.
Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Januar 2021 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 6 Wochen

Das kann sich keiner mehr anhören oder ansehen.
Erst werden Millionen an Steuergeldern für "Deutschland krempelt die Ärmel hoch" verschleudert. Jetzt, nachdem sich die Kampagnenbetreiber ihrer hausgemachten Realität gegenüber sehen, die wieder einmal Unfähigkeit, hier der Versorgung mit Impfstoff, ausweist, werden nach den Covidioten, Coronaleugnern nun auch noch die Impftouristen geboren.
Vielleicht sollte der Souverän sich mal was für die blinden Hühner da oben einfallen lassen? "Pandemieschädlinge" ist noch unverbraucht. Wie wäre es denn damit?

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