Ein keines blondes Mädchen mit Zahnlücke un Zöpfen wird vermisst.
Die Bilder der vermissten Inga gingen immer wieder durch die Medien. Bildrechte: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

Jahrestag Inga seit vier Jahren verschwunden – Polizei gibt Hoffnung nicht auf

Sonnabend, 2. Mai 2015, gegen 19:00 Uhr: Die fünfjährige Inga aus Schönebeck kehrt von einem Ausflug im Wald bei Stendal nicht zurück. Ein Großaufgebot der Polizei wird für die Suche aufgefahren. Etliche Hinweise aus der Bevölkerung gehen ein und werden ausgewertet, sogar eine Belohnung wird ausgesetzt. Doch Inga bleibt verschwunden – auch vier Jahre danach. Die Polizei will den Fall aber nicht zu den Akten legen.

Ein keines blondes Mädchen mit Zahnlücke un Zöpfen wird vermisst.
Die Bilder der vermissten Inga gingen immer wieder durch die Medien. Bildrechte: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

Das Schicksal der kleinen Inga aus Schönebeck ist auch vier Jahre nach ihrem Verschwinden ungeklärt. Das damals fünfjährige Mädchen war am 2. Mai in der Nähe von Uchtspringe in der Altmark von einem Ausflug nicht zurückgekehrt. Nach Angaben der Polizei sind seitdem gut 2.000 Hinweise zu Ingas Verbleib eingegangen. Eine heiße Spur war jedoch nicht dabei.

Fahndungs-Webseite weiter online

Mit Plakaten wird nach der vermissten Inga im Bahnhof in Stendal (Sachsen-Anhalt) gesucht
Noch immer hängen an öffentlichen Orten die Suchplakate mit Ingas Gesicht und der Kleidung, die sie am Tag ihres Verschwindens getragen hat. Bildrechte: dpa

Polizeisprecherin Beatrix Mertens sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Zeugen hätten angegeben, das Mädchen in Deutschland – aber auch im Ausland – gesehen haben zu wollen. "Nichtsdestotrotz geben wir die Hoffnung nicht auf und gehen weiter allen Hinweisen nach, die bei uns eingehen", so Mertens. Davon habe es in diesem Jahr vier Stück gegeben.

Auf einer extra zum Fall eingerichteten Webseite sind noch immer die Fahndungsfotos und Beschreibungen zu Inga veröffentlicht. Per Formular können dort weiterhin Hinweise abgegeben werden.

Es könnte sich um einen Entführungsfall handeln. Auch ein Unfall ist nach wie vor nicht vollkommen ausgeschlossen. All diesen Versionen ist man nachgegangen, darauf bezogen sich die Ermittlungen in der letzten Zeit.

Beatrix Mertens, Polizeisprecherin

Fragen und Antworten zum Fall Inga

Unter welchen Umständen ist Inga verschwunden?

Am 2. Mai 2015 war Inga mit ihrer Familie in der Diakonie-Einrichtung Wilhelmshof bei Uchtspringe im Landkreis Stendal. Am Abend sollte ein Grillfest stattfinden. Offenbar wollte Inga bei der Vorbereitung helfen, hielt sich nach Beobachtung anderer Kinder am Rand des dicht angrenzenden Waldes auf – möglicherweise, um Feuerholz zu sammeln. Danach wurde die Fünfjährige nicht wieder gesehen. Um 19:40 Uhr ging die Vermisstenmeldung ein.

Wie verlief die Suche?

Noch am Abend ihres Verschwindens startete die Polizei die Suche nach Inga. 1.000 Polizisten und Helfer schafften es binnen zwei Tagen, das 3.500 Hektar große Waldgelände zu durchkämmen – jedoch ohne Befund. Auch Wärmebild-Hubschrauber, Suchaktionen andernorts, eine eigens gegründete Ermittlergruppe und TV-Auftritte der Polizei konnten keine zielführenden Erkenntnisse liefern. Spürhunde führten die Ermittler entlang der Autobahn bis zum Berliner Ring, von dort nach Halle und schließlich bis kurz vor Dresden – vergebens. Allein aus der Bevölkerung gingen weit über 2.000 Hinweise zum Fall ein. Eine Zeugin will Inga in Begleitung eines Mannes in Berlin gesehen haben. Das Kind entpuppte sich jedoch als dessen Tochter. 16 Kartons mit 150 Bänden Akten gaben die Beamten Ende 2016 schließlich an die Staatsanwaltschaft ab.

Was macht den Fall so kompliziert?

Laut Statistik des Landeskriminalamtes tauchen die meisten vermissten Kinder binnen kurzer Zeit wieder auf, mehr als 90 Prozent nach spätestens einer Woche. Neben einer heißen Spur fehlen im Fall Inga vor allem belastbare Entdeckungen und Hinweise. Zeugen vor Ort konnten kaum Informationen liefern. Der Ort des Verschwindens liegt auf abgelegenem Gebiet, umgeben von Wald. Das nächste Wohnhaus ist rund drei Kilometer entfernt.

Was sagen die Eltern?

Im April 2017 haben Ingas Eltern dem Magazin "Stern" ein Interview gegeben. Zu diesem Zeitpunkt – zwei Jahre nach dem Verschwinden des Kindes – hatten sie nach ihrer Aussage die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Inga gefunden wird. Der Vater wird mit den Worten zitiert, sein Glaube daran, dass ihre Tochter lebend zurückkomme, gehe "gegen null". Die Mutter hingegen hatte seinerzeit noch Hoffnung, dass Inga noch am Leben ist. Außerdem schilderten sie in dem Gespräch ihre Bemühungen, die drei älteren Geschwister von Inga zu schützen.

Wie geht es weiter?

Seit dem 2. Juni 2015 ist eine Belohnung in Höhe von 25.000 Euro ausgelobt – für Hinweise, die zu Inga führen. Es ist die höchste Summe, die die Polizei in Sachsen-Anhalt je versprochen hat. Noch immer hängen Plakate aus, die Ingas Gesicht mit der markanten Zahnlücke sowie die Schuhe und Kleidung zeigen, die sie am Tag ihres Verschwindens getragen hatte.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. Mai 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2019, 14:35 Uhr

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1 Kommentar

03.05.2019 09:27 Brennabor 1

Interessant ist, das man von dem aktuellen Fall in der
Magdeburger Straßenbahn nix mehr liest.

Anmerkung von MDR SACHSEN-ANHALT:
Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Das Thema, welches Sie meinen, finden Sie hier: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/magdeburg/schuelerin-student-strassenbahn-angegriffen-syrer-tatverdaechtig-100.html

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