Arneburg Früher Kernkraftwerksbüro – heute Autowerkstatt

Ein Stück DDR-Atomkraftgeschichte erlebt eine ungewöhnliche Fortsetzung: Bei Arneburg im Landkreis Stendal hat ein Unternehmer einen alten Verwaltungsblock gekauft und darin eine Kfz-Werkstatt errichtet. Umliegende Firmen sorgen für Kundschaft.

Mann an geöffneter Motorhaube in Kfz-Werkstatt
KFZ-Meister Manuel Schmidt arbeitet in der Werkstatt an ungewöhnlichem Ort. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

In Arneburg bei Stendal hat ein findiger Unternehmer ein sechsstöckiges Verwaltungsgebäude zur Autowerkstatt umfunktioniert. Ungewöhnlich: Vor der Wende saß dort die Zentrale für den Bau des Kernkraftwerkes Stendal. Heute stehen mitten in den einstigen Büros Lkw und Pkw und warten auf ihre Reparatur.

Neues Leben in altem Verwaltungsgebäude

Doch bevor es mit der Arbeit richtig losgehen konnte, mussten noch einige Wände und Zwischendecken entfernt werden, erinnert sich Manuel Schmidt. Er betreut die neue Autowerkstatt als KFZ-Meister.

Das war das Verwaltungsgebäude vom KKW. Die Büros haben wir alle rausgerissen. Dann haben wir noch eine Decke rausgerissen, dass es von der Höhe her passt.

KFZ-Meister Manuel Schmidt

Kernkraftwerksbüro zu Kfz-Werkstatt umfunktioniert

Plattenbau
Einst arbeiteten tausende Menschen auf der Kraftwerksbaustelle. Mit der Wende kam das Aus für das geplante KKW. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Plattenbau
Einst arbeiteten tausende Menschen auf der Kraftwerksbaustelle. Mit der Wende kam das Aus für das geplante KKW. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Fahrzeuge in Kfz-Werkstatt
Jetzt zieht wieder Leben in eines der sechsstöckigen Verwaltungsgebäude ein. Roy Böhlke aus dem naheliegenden Klein Ellingen hat es erworben. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Mann an geöffneter Motorhaube in Kfz-Werkstatt
Manuel Schmidt betreut die neue Autowerkstatt an dem ungewöhnlichen Ort als KFZ-Meister. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Kfz-Werkstatt
Das Gelände an der Elbe bei Arneburg ist weitläufig. An Parkplätzen für Werkstattkunden mangelt es nicht. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Langer Gang in einem Gebäude
Endlose Flure: Von hier aus wurde einst der Aufbau des "Kernkraftwerkes Stendal" geleitet. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Putz an Decke eines Ganges blättert ab.
In den oberen Stockwerken erinnert noch einiges an die einstige KKW-Zentrale. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Altes Türschild mit Namen
Hinweisschild, wo einst die Kolleginnen Riebeseel und Becher zu finden waren. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Pfeile mit Raumnummern auf roter Wand in marodem Bau
Die oberen Etagen des sechsstöckigen DDR-Bürobaus stehen noch leer.

Quelle: MDR/ap/agz

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04.03.2020 | 11:10 Uhr
Bildrechte: MDR/Andreas Müller
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Allerdings erwiesen sich die Entkernungsarbeiten als Herausforderung. Trotz Expertenrat vom Statiker, war der Umbau des früheren DDR-Kernkraftgebäudes nicht so einfach, wie zuvor gedacht.

Der Beton ist wirklich sehr hart mit sehr viel Stahl. Der Elektriker, der hier Kabel verlegen wollte, hat ganz schön geflucht, weil er in keine Wand reinkam.

Manuel Schmidt

Die Kunden der Werkstatt kommen von den umliegenden Dörfern, aber auch vom benachbarten Zellstoffwerk. Die Angestellten würden morgens vor der Arbeit ihr Auto bringen und nach Feierabend wieder abholen, erklärt Schmidt.

Zellstoffwerk in Arneburg
Hinter dem alten KKW-Verwaltungsblock entstand das größte Zellstoffwerk Mitteleuropas. Die Beschäftigten nutzen den neuen Autoservice vor ihrer Haustür. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. März 2020 | 11:10 Uhr

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