Altkleidercontainer - Symbolbild
In den Containern der gemeinnützigen oder gewerblichen Sammler landet immer häufiger auch Unrat. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

Ost-Altmark Rotes Kreuz: Müll statt warmer Sachen in Kleidercontainern

Das Deutsche Rote Kreuz versorgt vor allem im Winter Bedürftige mit Kleidung aus zweiter Hand. Doch die Kleiderkammer in Seehausen hat Schwierigkeiten. Unter anderem, weil die Spendencontainer missbraucht werden.

Altkleidercontainer - Symbolbild
In den Containern der gemeinnützigen oder gewerblichen Sammler landet immer häufiger auch Unrat. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

Das Deutsche Rote Kreuz in Seehausen ist für den bevorstehenden Winter noch auf Kleiderspenden angewiesen. Die Leiterin der Kleiderkammer Ines Schatz-Vogt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, vor allem dickere Sachen für Erwachsene und Kinder fehlten noch, darunter Winterschuhe und Pullover.

Das DRK kämpft seit Jahren mit einem sinkenden Aufkommen an Second-Hand-Kleidung. Um in der Kleiderkammer ein ausreichendes Angebot für Bedürftige vorhalten zu können, muss der Verein immer größeren Aufwand betreiben. Zudem haben im Revier des Seehäuser DRK auch eine Menge Fremdanbieter eigene Container aufgestellt, wodurch noch weniger für den Verein abfällt. Marlies Duffe, die Vorsitzende der DRK-Ortsgruppe, lässt auf Anforderung die Kleider von Verstorbenen abholen, um die Menge ein bisschen auszugleichen.

Aus dem Kleidercontainer auf die Deponie

Was dem DRK in der Ost-Altmark, wie auch anderen gemeinnützigen Verbänden deutschlandweit, Probleme bereitet, sind Unrat in den Kleidercontainern. Laut Duffe sind es vor allem die abgelegen stehenden Behälter, in denen Müll landet. Karnickeldraht, Einmachgläser, Säcke mit Katzenstreu – all das habe man schon zwischen den Kleiderspenden gefunden. Immer wieder führe der Weg der Kleiderkammer-Transporter auch zur Mülldeponie. Dem DRK sind bei diesem Problem die Hände gebunden. Mehr, als an das Gewissen der Leute zu appellieren, bleibe dem Verein aber nicht.  

Wir hatten schon alles. Man fährt in den Urlaub, man macht die Katzenstreu mit in den Sack mit hinein und fertig. Diese unbeobachteten Container wie Arneburg, Lichterfelde, Werben sind eine Katastrophe: Karnickeldraht, Weckgläser…

Marlies Duffe, Chefin des DRK in Seehausen
Mann steckt eine Jacke in einen Altkleidercontainer
Kleider spenden per Container ist nur eine Möglichkeit. Bildrechte: imago/Schöning

Gutes tun mit Kleiderspenden Schätzungen zufolge kommen in Deutschland pro Jahr rund eine Million Tonnen Altkleider zusammen, der Großteil wird in Sammelcontainer geworfen, aufgestellt von gemeinnützigen oder gewerblichen Sammlern. Ein Teil der Spenden landet in Kleiderkammern, ein anderer Teil wird zu Geld gemacht – für Stiftungen und Vereine auch eine Möglichkeit, sich oder andere Projekte zu finanzieren. Der Verband Fairwertung, in dem sich gemeinnützige Altkleidersammler zusammengeschlossen haben, warnt vor dubiosen Geschäftemachern, die mit wild aufgestellten Containern, Wäschekörben oder Tonnen rein aus Profitgründen um Spenden bitten – getarnt unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit. Wer sichergehen will, dass seine Kleiderspende tatsächlich Bedürftigen zugutekommt beziehungsweise in seriösen Händen landet, kann regionale Kleiderkammern aufsuchen oder nicht benötigte Wäsche per Paket an die Deutsche Kleiderstiftung in Helmstedt schicken, die deutschlandweit Kleidung weiterverteilt.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Regional Stendal | 12. Dezember 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 20:47 Uhr

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4 Kommentare

14.12.2018 10:27 W. Merseburger 4

An @3, Freitag,
ich habe hier nur einen Kommentar, nämlich den vom DRK oben gelesen und deren "Hilferuf". Von "Hegedorn4" gibt es auch nur den einen Kommentar mit totaler Negativbewertung . Haben sie irgendwo an anderer Stelle dazu von "Hegedorn4" zusätzlich etwas gelesen?

13.12.2018 19:34 Freitag 3

Nr. 2, W. Merseburger: "Indirekt, Hegedorn4, unterstützen sie mit ihren Ausführungen diejenigen, die statt noch verwertbaren Altkleidern, Katzenkot in die Container werfen."

Das ist doch kompletter Blödsinn. Sie haben den Kommentar von Hegedorn4 in keiner Weise verstanden.

Wenn man etwas spenden will, dann sollte man auch wissen, was mit der Spende passiert. Und vor allem: Wem man da überhaupt etwas gibt. (Einer Kommerzfirma oder oder karitativen Organisation). Oder nicht?!

Wo hat er etwas davon geschrieben, dass man Dreck in die Container werfen soll? Das haben Sie indirekt einfach dazu gedichtet. Warum?

Er schrieb doch, dass man die Sachen gerne selber dem Roten Kreuz geben kann oder einer Obdachlosen-Initiative. Haben Sie etwas dagegen?

13.12.2018 18:51 W. Merseburger 2

Die Menschen sind so ,und wie es aussieht werden sie sich auch nicht ändern. Und obiger Artikel ist doch ein Hilferuf an die Vernunft und den Verstand der Menschen. Da wird eine gute und unterstützenswerte Sache von Idioten missbraucht. Derswegen kann ich @1 in keinster Weise zustimmen. Indirekt, Hegedorn4, unterstützen sie mit ihren Ausführungen diejenigen, die statt noch verwertbaren Altkleidern, Katzenkot in die Container werfen. so geht es nicht! Ihre Negativdiskussion ist der falsche Weg.