Millionenverluste und Unterbelegung Krankenhaus Havelberg schließt endgültig

Monatelang hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erhalt des Krankenhauses in Havelberg gekämpft – ohne Erfolg. Am Dienstag schließt Krankenhaus endgültig. Die Betreiber teilten mit, es sei nicht mehr möglich gewesen, wirtschaftlich zu arbeiten.

Außenansicht des KMG-Krankenhauses in der Hansestadt Havelberg
Das KMG-Krankenhaus in Havelberg: Hier soll nun ein Seniorenheim öffnen. (Achivbild) Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Das Krankenhaus in Havelberg im Landkreis Stendal macht endgültig dicht. Wie die Betreibergesellschaft KMG mitteilte, stellt das Klinikum am Dienstag seinen Betrieb ein. Damit ist der monatelange Kampf von Betriebsrat, Mitarbeitern und auch Politik um den Erhalt des Krankenhauses erfolglos geblieben.

Millionenverluste und Unterbelegung

Der Betreiber hatte argumentiert, dass die Menschen die Klinik in Havelberg nicht mehr in Anspruch genommen hätten. Angesichts von Millionenverlusten sei die Einrichtung nicht mehr wirtschaftlich zu führen gewesen. Im April etwa war zeitweise kein einziges der 37 verfügbaren Betten im Krankenhaus Havelberg belegt.

Das ehemalige Krankenhaus soll nach der Schließung als Seniorenpflegeheim betrieben werden. Laut Betreiber KMG werden derzeit die Vorbereitungen für die Eröffnung abgeschlossen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten gegen die Schließung demonstriert

Der größte Teil der Arbeitsverhältnisse der rund 50 Mitarbeiter endet laut KMG am 30. September. Im Januar hatte KMG mitgeteilt, die Arbeitsplätze sollten erhalten bleiben.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses in Havelberg hatten demonstriert, als im Januar bekannt gegeben worden war, dass das Haus geschlossen würde.

Noch im Dezember 2019 hieß es, man wolle das Krankenhaus erhalten und ein Pflegeheim integrieren. Zwischenzeitlich hatte auch eine Übernahme durch die landeseigene Krankenhausgesellschaft Salus im Raum gestanden.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 31. August 2020 | 09:00 Uhr

8 Kommentare

ElBuffo vor 13 Wochen

Genau. Wenn die Krankenhäuser alle vom Staat betrieben würden, dann hätten die auch in Havelberg ein MRT, eine rund um die Uhr (ja auch an Feiertagen und Wochenenden) besetzte Neurochirurgie und allen erdenklichen anderen Spaß gehabt. Kennen wir ja alle noch von früher, was es da so alles tolles gab, als das alles noch staatlich war. Gerade auf dem flachen Land.

Sonnenanbeter vor 13 Wochen

Die Kuh dürfte man jetzt ohnehin nicht mehr vom Eis bekommen. Die Lokalpolitiker sollen sich stattdessen mal lieber Gedanken darüber machen, wie sie die Situation zumindest für all jene erträglich machen, die tatsächlich auf die Dienste des Klinikums angewiesen sind bzw. waren, beispielsweise über die Finanzierung eines Shuttle-Services in den besagten Ausweichstandort. Das sind über 30 Kilometer Fahrstrecke...

Rotti vor 13 Wochen

Nicht vergessen! Der Landrat hat noch den Auftrag vom Kreistag in der Tasche, Vorschläge zu machen und zu liefern!
Ansonsten ist der Stand der SPD zu verdanken, die meiner Meinung nach über ihr Ministerium den Vertrag mit dem Krankenhaus Betreiber abgeschlossen hat. Wahltag ist Zahltag!

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