Markgraf-Albrecht-Gymnasium Gegen Lehrermangel: Ex-Schüler unterrichten an Gymnasium in Osterburg

Wenn Peter van Meegen und Annett Brückner im Osterburger Gymnasium vor einer zwölften Klasse stehen, sind sie von den Schülern kaum zu unterscheiden. Die beiden Junglehrer waren bis vor wenigen Jahren selbst Schüler in Osterburg. Nun sind sie zurück – und unterrichten. Zufall ist das nicht. Die Schule verfolgt eine bestimmte Strategie im Kampf gegen den Lehrermangel.

Zwei junge Lehrer stehen nebeneinander auf einem Schulhof.
Noch vor einigen Jahren standen Annett Brückner und Peter van Meegen als Schüler auf diesem Schulhof in Osterburg. Nun sind sie zurück – als Lehrer. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Auf den ersten Blick sind Annett Brückner und Peter van Meegen während der Hofpause zwischen den Schülern nicht auszumachen. Von den Zwölftklässlern trennen sie ja auch gerade einmal sieben Jahre. Peter van Meegen, Lehrer für Ethik, Mathematik und Astronomie, weiß um sein junges Aussehen. Manchmal rede er auch nicht wie ein Lehrer, sagt er.

Aber: Nach sechs Jahren Studium bringe man ja auch Professionalität mit, sagt van Meegen. "Die Schüler merken das auch. Die wissen, ob man Ahnung hat von dem Fach, das man unterrichtet. Die sehen, da steht ein kompetenter Mensch da vorn, der einem was beibringen will. Dann gehen sie auch so mit einem um."

Gute Erinnerungen an die eigene Schulzeit

Peter van Meegen ist 25 Jahre und – gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Kollegin Annett Brückner – der jüngste Lehrer am Markgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg. Die beiden kennen die Klassenräume und Flure im Schlaf. Schließlich haben sie erst vor wenigen Jahren selbst Abitur an diesem Gymnasium gemacht. Nun sind sie als Lehrer zurück an der Osterburger Schule. An die eigene Schulzeit haben Brückner und van Meegen vorwiegend gute Erfahrungen. Sie hätte sich wohl gefühlt und aufgenommen, sagt Annett Brückner mit etwas verklärtem Blick. Die Lehrer hätten sich für die Schüler interessiert, sich um sie gekümmert. Mit Problemen habe man zu ihnen kommen können.

Mehrere Schüler und zwei Lehrer stehen nebeneinander auf einem Schulhof.
Auf den ersten Blick kaum von Schülern zu unterscheiden: Peter van Meegen (Zweiter von rechts) und Annett Brückner sind nur wenig älter als die Zwölftklässler am Osterburger Gymnasium. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Wie das Gymnasium um seine früheren Schüler wirbt

Solche Lehrer wollten Annett und Peter auch werden. Dass das geklappt hat, daran hat Elke Hein großen Anteil. Sie ist Schulleiterin am Markgraf-Albrecht-Gymnasium – und hat Peter und Annett früher selbst unterrichtet. Schon damals war sie sich nach eigenen Worten sicher: Die beiden kommen als Lehrer zurück.

Eine Frau sitzt in einem Büro und blickt in die Kamera.
Elke Hein ist Leiterin des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums in Osterburg. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Für diese Art der Kollegen-Werbung hat die Schule in Osterburg eine eigene Strategie, erzählt Elke Hein. "Wir bereiten das gut vor. Wir motivieren unsere Schüler, Lehrer zu werden, indem wir ihnen den Lehrerberuf schmackhaft machen und indem wir ihnen den Lehrerberuf frühzeitig an unseren Berufswahlabenden vorstellen." Später dann werde den Junglehrern über das Schulamt eine Stelle ermöglicht.

Die Entscheidung, als Lehrer an ihre alte Schule zu gehen, haben weder Peter noch Annett bereut. Es seien nicht nur die Heimatliebe, die Freunde, die Familie, die sie den Job genießen lassen, sagen die jungen Lehrer. Mindestens ebenso wichtig sei das tolle Schulklima.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Oktober 2019 | 16:10 Uhr

1 Kommentar

Ichich vor 31 Wochen

"Eigene Strategie" ?
Was soll denn daran so ungewöhnlich sein ? Fast jedes Gymnasium hat den einen oder anderen Ex-Schüler im Kollegium.

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