Landkreis Stendal Ärger wegen Umleitung auf B189 – 30er-Zone in Lüderitz geplant

Durch die Vollsperrung der Bundesstraße 189 bei Stendal wird der gesamte Verkehr über Umwege durch die Altmark geleitet. Häufig sind Autos und Lkw zu schnell unterwegs und das sorgt in den kleinen Ortschaften für Protest. In Lüderitz ist nun zumindest vor Kindereinrichtungen eine 30er-Zone geplant.

Lkw und Autos stauen sich auf Straße in Ortschaft, am Straßenrand steht ein Mann.
Manfred Krüger von der Landesstraßenbaubehörde macht sich ein Bild von der Situation vor Ort. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Normalerweise ist es recht ruhig im Altmarkdorf Lüderitz. Doch weil die Bundesstraße 189 kurz vor Stendal seit Ende August saniert wird, schieben sich Lkw durch die engen Dorfstraßen – vorbei an Kindergarten, Grundschule und Sportplatz.

Ein Zustand, den die Lüderitzer Ortsbürgermeisterin Edith Braun nicht länger hinnehmen will. Braun zufolge rollt der Umleitungsverkehr zu schnell und ohne Rücksicht durch Lüderitz. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT fordert sie deshalb eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den gesamten Ort.

Die Situation, wie sie jetzt ist, sei nicht hinnehmbar, schimpft Braun. "Die Gullideckel klappern nachts. Der Schall der Straße, die Vibration geht in die Häuser über. Die Einwohner können nicht mehr schlafen. Nachts kommt noch der Schwerlasttransport oder die Bundeswehr. Das ist wirklich extrem." Die Ortsvorsteherin habe deshalb sogar schon über eine Blockade mit Traktoren im Ort nachgedacht.

Rush-Hour vor Kindergarten besonders gefährlich

Nach Brauns Worten ist die Situation besonders gefährlich am Kindergarten, wenn morgens in der Dämmerung Eltern der umliegenden Dörfer ihre Kinder mit dem Auto bringen. Dann werde es eng.

Die Kindereinrichtung hat mich ja auch um Hilfe gebeten, dass es hier schon zwei gefährliche Situationen gab mit dem Verkehr und mit Eltern und ihren Kindern. Man muss bedenken: Morgens um 6 ist es dunkel.

Edith Braun, Ortsbürgermeisterin von Lüderitz

Der Protest der Lüderitzer scheint zu wirken: Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Nord, will sich nun um die gefährlichen Bereiche im Ort kümmern. Einfach ein Schild aufstellen gehe aber nicht, erklärt Krüger. Er werde Kontakt mit dem Straßenverkehrsamt aufnehmen und auf eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 km/h im Bereich der Schule und des Kindergartens drängen. Genehmigt werden müsse das Ganze dann aber vom Landkreis Stendal.

Experte: Umleiten besser als Ampel

Auf die Frage, ob man die Bundesstraße 189 nicht auch halbseitig hätte sperren können, sagte Krüger, für den fließenden Verkehr sei die Umleitung besser. Das habe die Erfahrung gezeigt: Denn durch den starken Verkehr auf der B189 wäre durch Ampelverkehr ein Rückstau von drei Kilometern zu erwarten gewesen. Das sei einfach zu lang. Die Planer hätten befürchtet, dass sich Autofahrer mangels Geduld Ausweichstrecken gesucht hätten, was dann noch gefährlicher gewesen wäre.

Umleitungsstrecke Stendal-Buchholz

Lkw steht auf neuer Straße
Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Vollsperrung Stendal-Buchholz Seit dem 29. August ist die Bundesstraße 189 zwischen Stendal und Lüderitz vollgesperrt. Die Sanierung der Strecke soll voraussichtlich am 15. November abgeschlossen sein.

Für die Strecke Stendal-Buchholz (6 Kilometer) wurden vom Land zwei Umleitungen eingerichtet. Über die B188 und Vinzelberg (knapp 27 Kilometer) und über Landstraßen und Lüderitz (knapp 20 Kilometer).

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. Oktober 2019 | 14:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 12:37 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt