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Der Landkreis Stendal sagt #kommzurueck! Bildrechte: Landkreis Stendal

Jobmesse in Stendal Rückkehrer gesucht – Job geboten!

Gut ausgebildete Fachkräfte sind Mangelware – besonders in den ländlichen Gebieten. Im Norden von Sachsen-Anhalt geht der Landkreis Stendal deshalb in die Offensive: mit einer Jobmesse für Rückkehrwillige. Sie haben am 27. Dezember Gelegenheit, sich über Jobangebote von Arbeitgebern aus der Region zu informieren.

Anne Gehn-Zeller
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Anne Gehn-Zeller, MDR SACHSEN-ANHALT

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Der Landkreis Stendal sagt #kommzurueck! Bildrechte: Landkreis Stendal

Gründe, der Heimat den Rücken zu kehren, gibt es viele: Studium, Ausbildung, Fernweh, die Liebe. Doch mindestens genauso viele Gründe gibt es auch, wieder zurückzukehren in die alte, vielleicht nie vergessene Heimat. Im Idealfall ist einer dieser Gründe ein guter Job dort, wo man herstammt, und wo man mit Familie und Freunden gut leben könnte.

Der Landkreis Stendal setzt genau dort an: Mit einem sogenannten Rückkehrertag will er Interessierten die Region mit ihren Angeboten wieder schmackhaft machen. Wer vorher die Heimat verlassen hatte, weil ihm die berufliche Perspektive fehlte, soll an diesem Tag die Möglichkeit bekommen, sich bei Arbeitgebern der Region über Jobangebote zu informieren. Und nicht nur das – wer mag, kann auf dem Rückkehrertag sogar schon Nägel mit Köpfen machen: Bewerbungsunterlagen können abgegeben werden, und ein erstes Kennenlerngespräch ist auch möglich.

Interessierte informieren sich an verschiedenen Ständen
1.200 Interessierte kamen im vergangenen Jahr zur ersten Auflage der Jobmesse. Bildrechte: Landkreis Stendal

150 Stellenangebote in verschiedenen Bereichen

Weil die erste Jobmesse dieser Art im vergangenen Jahr so gut lief (1.200 Besucher in drei Stunden), steht nun die zweite unter dem Motto #kommzurueck in den Startlöchern. Interessierte Fachkräfte sind am Donnerstag, 27. Dezember 2018, von 10 bis 13 Uhr ins Landratsamt der Hansestadt eingeladen. 75 Arbeitgeber aus Bereichen wie Verwaltung, Handwerk und Pflege machen dann auf ihre rund 150 offenen Stellen aufmerksam.

Konzepte für ein attraktives und aktives Landleben

Andreas Brohm
Andreas Brohm, Tangerhüttes engagierter Bürgermeister Bildrechte: Andreas Brohm

Dass es sich durchaus lohnt, in die Altmark zurückzukommen, beweisen die vielen Initiativen und die engagierten Köpfe dahinter. Andreas Brohm zum Beispiel, Bürgermeister von Tangerhütte, ist selbst Rückkehrer. Auch er will das Leben in der Altmark attraktiver machen, mit Lebensqualität für einen Zuzug werben. Die Themen, für die sich Brohm einsetzt, sind vielfältig: Breitbandausbau und ein besserer Mobilfunkstandard gehören dazu ebenso, wie etwa mehr Kita-Plätze und der Erhalt des baufälligen Schlosses in seiner Gemeinde.

Die Liste lässt sich fortführen: Im Jugendfilmcamp in Arendsee lernen Jugendliche von Branchenprofis aus aller Welt, wie Filme produziert werden. Es ist seit kurzem preisgekrönt und wurde als bestes Tourismusangebot in Sachsen-Anhalt mit dem "Vorreiter"-Preis ausgezeichnet.

Zwei Frauen lächeln in die Kamera
Altmark-Liebhaberinnen: die Autorinnen von "In the Middle of Nüscht" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Reißenden Absatz fand im Oktober zudem der erste Reiseführer für die östliche Altmark: "In the Middle of Nüscht" – geschrieben von einer zurückgekehrten Osterburgerin und einer Berlinerin. Für beide ist der Norden des Landes die liebgewonnene Heimat, für die sie begeistern wollen.

Und in Krevese bei Osterburg wollen zwei Zuzügler aus Westfalen ein "Open-Air-Wohnzimmer" für ihre Gemeinde bauen. Dazu haben sie eine Crowdfunding-Aktion gestartet.

Back to the roots – zurück zu den Wurzeln

Messen oder Aktionstage wie der in Stendal sind im Grunde nicht neu. So wirbt zum Beispiel die Stadt Magdeburg bereits seit 2011 mit dem Event "hierbleiben" für Jobs von regionalen Unternehmen. Die Stadt Dessau ist in diesem Jahr ebenfalls zum zweiten Mal mit ihrer Jobmesse für Rückkehrer am Start. Anfänger ist hingegen Wernigerode: Unter dem Motto "Zuhause im Harz" richtet die Stadt am 27. Dezember ihren ersten Rückkehrertag aus.

Anne Gehn-Zeller
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über die Autorin Anne Gehn-Zeller arbeitet seit 2009 in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT in Magdeburg und Stendal. Ihre Schwerpunkte sind Themen aus Gesellschaft und Kultur. Außerdem interessiert sie sich für die netten Geschichten "von nebenan".

Die gebürtige Stendalerin arbeitete, bevor sie zu MDR SACHSEN-ANHALT kam, bei der Volksstimme. Während ihres Studiums in Magdeburg absolvierte sie u.a. Praktika beim MDR, beim Mitteldeutschen Verlag in Halle und beim Deutschen Evangelischen Institut in Jerusalem.

Ihre Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind das Unstruttal, die Radwege entlang der Elbe und ihr Garten, in dem sie sich nach der Rückkehr in ihre Geburtsstadt einfach zu gerne aufhält.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Dezember 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2018, 08:31 Uhr

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12 Kommentare

24.12.2018 21:46 Klier 12

Alles schön und gut,aber von Idealismus und Heimatverbundenheit kann eine junge Familie mit Kindern nicht leben! Viele Menschen würden sicherlich in ihre Heimat zurück wollen wenn die Verhältnisse sich ändern!

24.12.2018 18:52 albi 11

Zu Kommentar 10
Soll ich Fakten darlegen, so wie sie es immer probieren, die meisten darüber den Kopf schütteln, oder sich kaputtlachen? Und nicht zu vergessen, wie Ihre " Fakten" zeitnah, von den Kommentatoren widerlegt werden und sie dann darauf überhaupt nicht mehr antworten. Geht ja auch nicht! Aber seien Sie froh, das Ihnen die Altparteien Lemminge wenigstens noch ihre sogenannten Fakten glauben und Klatschen

24.12.2018 15:09 Meditor 10

@Heike(5): Komisch, aber wer wählt sein 30 Jahren diese angeblich " hoch bezahlten nichtsbringenden Politiker"? Kann es sein, dass man da als Bürger eine gewisse Mitverantwortung trägt? Kann es sein, dass er Osten einfach eine ganz andere wirtschaftliche Ausgangsbasis besitzt als der Osten? Kann es sein, dass man realistische Erwartungen nicht an den Dampfplaudereien von Parteien festmachen sollte, die eigentlich nie Regierungsverantwortung tragen?

@Bingo(9): Wer realistisch ist, der beziet auch die Zeit die er pendelnd im Auto sitzt in seine Rechnung mit ein. Wenn ich dann pro Tag 2 h länger unterwegs bin als der Kollege der vor Ort arbeitet, dann relativiert sich mein höherer Lohn schnell.

@albi(8): Selbstverständlich verraten sie uns nicht ihre Meinung zum Artikel und wie sie auf ihre Bewertung "naiv, unüberlegter Quatsch" gekommen sind.

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