Rindernasen
Verstöße gegen Tierschutz oder Hygiene waren offenbar so gravierend, dass das Amt einschritt. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Nach Kontrollen Amt schließt Rinder-Schlachthof im Kreis Stendal

Behörden ziehen Reißleine: Im Landkreis Stendal ist für einen Schlachthof die einstweilige Schließung angeordnet worden. Zuvor wurde der Betrieb unangekündigt auf mögliche Verstöße bei Tierschutz und Hygiene kontrolliert. Hinweise des Vereins "Soko Tierschutz" hatten die Behörden zum Handeln veranlasst. Wie es nun weitergeht, ist vorerst offen.

Rindernasen
Verstöße gegen Tierschutz oder Hygiene waren offenbar so gravierend, dass das Amt einschritt. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Für einen Rinder-Schlachthof im Landkreis Stendal wurde die einstweilige Schließung angeordnet. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. Der Betrieb steht wegen Verstößen gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften im Fokus der Behörden.

Der Anordnung ging tags zuvor eine amtliche Kontrolle voraus, die nicht angekündigt worden war. Das Amt wurde aktiv, nachdem der Verein "Soko Tierschutz" Hinweise an die Behörden gegeben hatte.

Kurzfristig sichergestellte Lebensmittel wurden entsorgt

Auch der Zerlegebereich des Schlachthofes wurde vorerst geschlossen, der Viehhandel untersagt. Darüber hinaus ließen die Behörden die kurzfristig sichergestellten Lebensmittel unter amtlicher Aufsicht entsorgen. Den Angaben des Kreises nach hatte es in der Vergangenheit in dem Betrieb bereits mehrere Tierschutz- und Lebensmittelkontrollen gegeben, bei denen Verstöße festgestellt und geahndet wurden.

Drei Amtstierärzte und zwei Lebensmittelkontrolleure seien für die unangekündigte Kontrolle am Donnerstag in dem Schlachthof gewesen, bei dem es sich nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT um ein kleines Unternehmen bei Schönhausen handelt. Im Zentrum der Kontrollen standen das Tierwohl bei Schlachtung und Transport, die Hygiene und das Tierseuchenrecht. Welche neuerlichen Verstöße genau vorliegen sollen, wollten die Behörden auf Anfrage nicht näher erläutern.

Wie lange der Betrieb vorerst geschlossen bleibt und wie es im Umgang mit den fraglichen Verstößen weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Vorwürfe auch gegen andere Betriebe im Kreis Stendal

Im Landkreis Stendal wurde vor einigen Monaten auch im Zusammenhang mit einem Milchviehbetrieb in Demker Kritik laut. Hier war der Verein "Soko Tierschutz" mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen, Kühe seien misshandelt worden. Der Landkreis hat mit einer Anzeige gegen den Betrieb reagiert.

Tierschutzkontrollen im Land rechnerisch eher selten

Nach Angaben des Bundesagrarministeriums folgen die Ämter bei den Tierschutzkontrollen bestimmten Risikokriterien, zu denen neben der Betriebsgröße auch frühere Verstöße zählen. Eine Kleine Anfrage von FDP-Bundestagsabgeordneten hatte im Sommer ergeben, dass Tierbetriebe in Sachsen-Anhalt rechnerisch nur alle 24,4 Jahre mit entsprechenden Kontrollen rechnen müssten. Seltener sind sie der Übersicht des Ministeriums zufolge nur noch in Bayern und Schleswig-Holstein.

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Quelle: MDR,dpa/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. Oktober 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2018, 17:25 Uhr

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9 Kommentare

11.10.2018 18:37 Anonym 9

Der Verbraucher alleine hat es in der Hand. Wer sich da noch auf die Politik verlässt, soll weiter in seiner Traumblasse leben.

07.10.2018 09:41 WiNo 8

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, Was haben die Missstände auf einem Schlachthof mit einem Unfall bei nahezu frei Lebenden Wasserbüffel zu tun.
Wiedermal "besorgte Bürger" die sich sonst aber nicht weiter engagieren

06.10.2018 18:00 Woistdaslobbyregister? 7

"Der Anordnung ging tags zuvor eine amtliche Kontrolle voraus, die nicht angekündigt worden war."

Und das in Sachsen-Anhalt - da muss die Angst aber gross gewesen sein. Und das ist auch gut so: Angst kann ja durchaus ein politisches Stimulans sein...

Und: Wie lautet der NAME des Betreibers bzw. der Firma, die diese Schweinerei betrieben hat? Und zwar sehr lange - in Sachsen-Anhalt. Und sie würde das noch, gäbe es nicht den Verein Soko Tierschutz - da wollen wir uns garnichts vormachen.