Gesundheitswesen Krankenhaus Havelberg soll geschlossen werden

Das Havelberger Klinikum soll geschlossen werden. Der Bürgermeister der Hansestadt reagierte schockiert auf die Nachricht. Das Krankenhaus sei für die gesamte Sozialstruktur der Region unverzichtbar.

Das Havelberger Krankenhaus.
Das Klinikum in Havelberg gehört seit 2002 zur Klinikgruppe KMG. Bildrechte: Andrea Schröder

Die Klinikgruppe KMG will ihre Klinik in Havelberg im Landkreis Stendal aufgeben. Das teilte Unternehmenssprecher Franz Christian Meier MDR SACHSEN-ANHALT mit. Zu Einzelheiten wollte er sich noch nicht äußern. Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei schockiert von den Plänen des Konzerns. "Diese Ankündigung hat uns kalt erwischt, zumal zum Jahresende die öffentliche Information kommuniziert worden ist, dass es dort mit der medizinischen Versorgung weitergehen wird", so Poloski.

Bürgermeister: Krankenhaus unverzichtbar

Das Krankenhaus in Havelberg sei für die gesamte Sozialstruktur der Region unverzichtbar, sagte Poloski weiter. "Wir haben zwei große Alten- und Pflegeheime hier. Wir haben ein Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes hier. Wir haben darüber hinaus die Geistigbehinderten-Schule hier. Wir haben die Bundeswehr am Standort." Eine Schließung des Krankenhauses hätte für all jene erhebliche Auswirkungen, so der Bürgermeister. Er erwarte, dass sich die KMG-Kliniken selbst aktiv in die Gespräche über die Zukunft des Standortes einbringen.

Diese Ankündigung hat uns kalt erwischt.

Bernd Poloski, Bürgermeister von Havelberg

Das Havelberger Krankenhaus dient der Grund- und Akutversorgung. Es beschäftigt 50 Mitarbeiter und hat 37 Betten. Jährlich werden etwa 2.000 Patienten ärztlich versorgt. Die Klinik wurde 2002 in den KMG-Klinik-Verbund Pritzwalk, Kyritz und Wittstock aufgenommen. Nach Angaben der Krankenhausgruppe war es dadurch möglich, eine neue Intensivstation zu bauen sowie das Bettenhaus und medizinische Einrichtungen zu modernisieren.

Die Klinikgruppe KMG

Die Klinikgruppe KMG ist nach eigener Darstellung ein Gesundheitskonzern mit Standorten im Nordosten und in der Mitte Deutschlands und verfügt über insgesamt 3.400 Betten. Das Unternehmen ist 1991 gegründet worden und baut laut eigenen Angaben auf der 100-jährigen Tradition des Kur- und Klinikbetriebes in Bad Wilsnack im Land Brandenburg auf.

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Das geschlossene Krankenhaus in Genthin von außen
Im September 2017 wurde das Krankenhaus in Genthin geschlossen. Bildrechte: MDR/Marila Zielka

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Januar 2020 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2020, 09:56 Uhr

11 Kommentare

ElBuffo vor 1 Wochen

Gibt es dafür Belege, dass es damals mehr als heute gibt? Woran machen Sie das fest? Doch hoffentlich nicht an der Zahl der Einrichtungen oder der dort Beschäftigten?
Damals kam sicher kein Rettungshubschrauber ins Dorf geflogen, um den Herzinfarktpatienten in die Uniklinik zu fliegen.

ElBuffo vor 1 Wochen

Vollkommen falsch beobachtet. Die Probleme beginnen nicht mit der Privatisierung, sondern die Privatisierung ist die Folge von Unvermögen der kommunalen Betreiber. Die Grundaufgaben sind alle sichergestellt. Wer sie erbringt, spielt im Grunde keine Rolle. Der Staat muss nur dafür sorgen, dass sie erbracht werden. Wäre das Krankenhaus in Havelberg noch in kommunaler Hand, würde sich doch an den Rahmenbedingungen nichts ändern. Dann müsste eben die Stadt oder der Landkreis noch mehr aus seinem Haushalt zubuttern. Und dafür eben andere Leistungen zurückfahren. Das wollen die aber nicht.

Rotti vor 1 Wochen

Es ist aber nicht gesagt, dass der Bürgermeister von Havelberg das Krankenhaus privatisierte. Das sieht mir eher nach einem Dankeschön für den ehemaligen Landrat des Landkreises Havelberg aus?

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