Ungeklärte Vermisstenfälle Staatsanwaltschaft prüft Parallelen zwischen Fällen Inga und Maddie

Im Fall der 2015 verschwundenen Inga aus Schönebeck wird die Staatsanwaltschaft wieder aktiv. Es wird geprüft, ob es eine Verbindung zum Vermisstenfall von Maddie aus England gibt. Ein Tatverdächtiger sitzt in Haft.

Die Staatsanwaltschaft Stendal sucht nach möglichen Verbindungen zwischen dem Fall der vor fünf Jahren in Sachsen-Anhalt verschwundenen kleinen Inga und dem von Madeleine Maddie McCann aus Großbritannien.

Eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft Stendal sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag, es werde erneut geprüft, ob es mögliche Tatzusammenhänge gibt und ob sich daraus ein Anfangsverdacht gegen den Tatverdächtigen ergibt. Zu Hintergründen und Details von Ermittlungen würde man sich aber nicht äußern.

Führt neue Spur im Fall Maddie auch zu Inga?

Im Fall Maddie steht ein Mann aus Braunschweig unter Mordverdacht. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Braunschweig gehen davon aus, dass das Mädchen, das am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwand, tot ist. Das britische Mädchen war damals drei Jahre alt.

Über die neuen Erkenntnisse in beiden Fällen hatte die Volksstimme berichtet. Demnach geriet der in dem Fall Verdächtige Christian B. auch nach dem Verschwinden der fünfjährigen Inga ins Visier der Behörden. Im Landkreis Börde besitzt er ein Grundstück. Dort hatten die Beamten damals einen Datenstick mit Kinderpornos gefunden. Die Spur war aber nicht weiter verfolgt worden.

Einen Tag vor Ingas Verschwinden soll der Verdächtige aus Braunschweig auf der A2 bei Helmstedt in einen Parkplatzrempler verwickelt gewesen sein. Der Ort, an dem Inga verschwand, liegt mit etwa 100 Kilometern in nordöstlicher Richtung abseits der Route.

Nach Angaben der Ermittler lebte der Beschuldigte zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, darunter einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Immer wieder pendelte er zwischen Deutschland und Portugal, wurde in beiden Ländern mehrmals straffällig.

Vor fünf Jahren: Inga in Wald bei Stendal verschwunden

Inga aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt war fünf Jahre alt, als sie am 2. Mai 2015 aus einem Wald bei Stendal spurlos verschwand. Dorthin hatte sie mit ihrer Familie einen Ausflug gemacht. Umfangreiche Suchaktionen und Ermittlungen konnten bis heute nicht klären, was mit Inga geschah.

Polizisten durchsuchen ein Waldstück
Ingas Familie hatte am 2. Mai 2015 auf dem Wilhelmshof bei Uchtspringe gefeiert. Von dort verschwand das damals fünf Jahre alte Mädchen spurlos. Trotz groß angelegter Suchaktion fehlt von dem Mädchen bis heute jede Spur. Bildrechte: dpa

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Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord gibt am 08.05.2015 ein Foto der seit 02.05.2015 vermissten fünfjährigen Inga heraus.
Bildrechte: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord/dpa

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. Juni 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 19 Wochen

Ich drücke allen Eltern ganz fest die Daumen, dass ihre Kinder doch noch lebendig gefunden werden!
Was due Pädophilen angeht, so muss sich die Gesellschaft darüber klar werden, dass pädophile Straftäter für immer weggesperrt gehören. Resozialisierung hin oder her. Hier muss der Schutz der Mehrheitsgesellschaft vor der Rückkehr der einschlägigen Straftäter in die Freiheit überwiegen.
Ich hoffe, dass der oder die Täter gefasst und für immer weggesperrt werden!

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