Europaweite Kontrollen Lkw-Kontrollen in Sachsen-Anhalt: Fast alle Fahrer zu schnell

Sachsen-Anhalts Polizei nimmt in dieser Woche verstärkt Lkw- und Busfahrer in den Blick. Die Überprüfungen sind Teil einer europaweiten Kontrollaktion. Am Montag waren viele Fahrer schneller unterwegs als erlaubt.

Lkw-Kontrolle Tispol in der Nähe von Stendal
Die Lkw- und Bus-Kontrollen werden vom europäischen Polizei-Netzwerk TISPOL koordiniert. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Zwischen 7 bis 13 Uhr haben Polizisten am Montag in Seehausen im Landkreis Stendal insgesamt 54 Lastwagen genauer unter die Lupe genommen. Das war der Auftakt für die Kontrollen in Sachsen-Anhalt: Noch bis Sonntag wird es weitere Aktionen geben – Orte und Zeiten werden aber erst spontan am jeweiligen Morgen bekannt gegeben. Im Fokus sind neben der Ladungssicherung vor allem die Fahrer. Hauptsächlich geht es um die Frage: Werden die Ruhe- und Pausenzeiten eingehalten?

Viele Fahrer haben einen engen Zeitplan, um ihre Ladung zum Zielort zu bringen. Und das macht sich bemerkbar, meint Polizeisprecher Joachim Albrecht von der Inspektion Stendal: "Wir haben zu unserem Erstaunen relativ viele Feststellungen bei Verstößen gegen die Fahrt- und Ruhezeiten machen müssen. Heute ist Montag und ich denke, dass hier ein gewisser Druck von den Speditionen vorliegt." Die Beamten stellten fest, dass fast alle kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren. Bei einem Fahrer sei zudem ein Alkoholwert von 0,8 Promille gemessen wurden. Weitere schwerwiegende Verstöße hat es Albrecht zufolge nicht gegeben.

Wie läuft eine Kontrolle ab?

Für die Kontrolle winken die Beamten den Lkw oder Bus aus dem fließenden Verkehr. Zunächst wird die Ladungssicherheit überprüft. Danach wird geschaut, ob die Fahrer die zeitlichen Richtlinien eingehalten haben. Dabei geht es speziell um die Fahrt- und Ruhezeiten, die über den Fahrtenschreiber überprüft werden können. Dieses Protokoll läuft im Hintergrund eines jeden Lkw oder Bus automatisch und ist somit für die Beamten schnell nachvollziehbar. Bei zeitlichen Verstößen droht dem Fahrer in der Regel eine Bußgeldstrafe.

Eine besondere Situation ist es, wenn es sich um Verstöße von ausländischen Fahrern handelt: Von Fahrzeugführern, die nicht aus Deutschland kommen, müssen sogenannte Sicherheitsleistungen erbracht werden. Das heißt, der Fahrer muss sein Bußgeld direkt vor Ort bezahlen. Bei deutschen Fahrern geht die Abwicklung der Strafe über die zuständige Bußgeldstelle.

Was ist TISPOL?

Polizist hält Polizeikelle
Polizeikontrollen im Rahmen von TISPOL finden das ganze Jahr über statt. Bildrechte: imago images / HMB-Media / Volker Danzer

TISPOL ("Traffic Information System Police" – auf Deutsch: Verkehrsinformationssystem der Polizei) ist eine Nicht-Regierungsorganisation. Es handelt sich um einen Zusammenschluss der Verkehrspolizeien von EU-Mitgliedsländern. Aufgabe von TISPOL ist es, europaweit nationale Aktionen zur Durchsetzung der Vorschriften zu koordinieren. Das übergeordnete Ziel ist es, den Verkehr sicherer zu machen. Über das ganze Jahr sind weitere Aktionen im Rahmen des TISPOL-Programms für das Land Sachsen-Anhalt geplant.

Weitere TISPOL-Termine in Sachsen-Anhalt

10. bis 16. Februar 2020: Truck & Bus I
20. bis 26. April 2020: Speed I
11. bis 17. Mai 2020: Truck & Bus II
20. bis 26. Juli 2020: Truck & Bus III
10. bis 16. August 2020: Speed II
12. bis 18. Oktober 2020: Truck & Bus IV

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Februar 2020 | 19:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt