Landratswahl Landkreis Stendal: Puhlmann und Wulfänger gehen in die Stichwahl

Die Menschen im Landkreis Stendal hatten die Wahl: Bleibt Carsten Wulfänger als Landrat im Amt? Oder wird er von Patrick Puhlmann oder Arno Bausemer abgelöst? Eine endgültige Antwort darauf gibt es noch nicht. Puhlmann liegt zwar vorn, muss im Dezember aber in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Wulfänger antreten.

Sonnenuntergang über den Dächern von Stendal mit St. Marienkirche
Im Landkreis Stendal kommt es zu einer Stichwahl ums Amt des Landrates. Bildrechte: Marcel Look

Im Landkreis Stendal muss eine Stichwahl entscheiden, wer neuer Landrat wird. Bei der Wahl am Sonntag kam keiner der drei Kandidaten auf die nötige Mehrheit von mindestens 50 Prozent der Wählerstimmen. In der Stichwahl am 1. Dezember müssen nun Amtsinhaber Carsten Wulfänger (CDU) und sein Herausforderer Patrick Puhlmann (SPD, unterstützt von FDP, Grünen und Linken) gegeneinander antreten. Auf Puhlmann entfielen 46,9 Prozent der Wählerstimmen, Amtsinhaber Wulfänger bekam 32,5 Prozent. AfD-Kandidat Arno Bausemer kam auf 20,6 Prozent der Stimmen. Er hat den Einzug ins Landratsamt somit verpasst.

Blick auf ein Wahllokal im Landkreis Stendal
Im Landkreis waren 173 Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet. Bildrechte: MDR/Anne Gehn-Zeller

An der Wahl beteiligten sich zwar mehr als Wahlberechtigte als bei der Wahl vor sieben Jahren (16 Prozent) – mit 36,2 Prozent fiel die Beteiligung aber dennoch niedrig aus.

Im Wahlkampf hatte vor allem die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises im Mittelpunkt gestanden.

Wahl vor sieben Jahren im Blick der Justiz

Bei der Wahl 2012 hatte Amtsinhaber Wulfänger knapp mit 69 Stimmen Vorsprung gegen seinen Konkurrenten in der Stichwahl gewonnen. Bis heute beschäftigt die Landratswahl 2012 aber auch die Justiz: 2017 hatte die Staatsanwaltschaft Stendal Ermittlungen wegen des Verdachts der Wahl- und Urkundenfälschung aufgenommen. Die Ermittlungen laufen noch immer. Es stünden noch ergänzende Schriftgutachten aus, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stendal mit.

Die Landratswahl war in den Fokus gerückt, nachdem klar war, dass bei der Kommunalwahl 2014 Hunderte Briefwahlstimmen gefälscht worden waren. Ein ehemaliger CDU-Stadtrat wurde deshalb vom Landgericht Stendal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Auch ein Untersuchungsausschuss im Landtag, der der Briefwahlaffäre befasst, geht der Landratswahl nach.

Stichwahl auch in Lutherstadt Eisleben

Gewählt wurde am Sonntag auch in Lutherstadt Eisleben. Auch dort fällt die Entscheidung über den künftigen Bürgermeister in einer Stichwahl. Laut Online-Auszählung der Stadt kam Carsten Staub (parteilos, unterstützt von der CDU) bei der Wahl am Sonntag auf 45,1 Prozent. Er muss am 1. Dezember gegen Kathrin Gantz (Die Linke, 32 Prozent) antreten. Steffen Dlugosch (AfD) kam demnach auf 20,1 Prozent der Wählerstimmen. Marco Nagel (Die Partei) erreichte 2,7 Prozent. Die langjährige Oberbürgermeisterin Jutta Fischer von der SPD hatte nicht mehr als Rathauschefin kandidiert.

Die langjährige Oberbürgermeisterin von Eisleben, Jutta Fischer, steht auf dem Balkon des Rathauses.
Tritt nicht mehr an: Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer Bildrechte: dpa

Neu in Eisleben ist, dass die Stadt künftig keinen Oberbürgermeister mehr an der Spitze hat – sondern nur noch einen Bürgermeister. Grund ist, dass die Einwohnerzahl in der Lutherstadt gesunken ist.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. November 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2019, 19:29 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt