Landkreis Stendal Kein Personal, Betreiber unklar: Wildpark Weißewarte vor ungewisser Zukunft

Der größte Wildpark Sachsen-Anhalts in Weißewarte ist in Schieflage geraten. Es fehlen Tierpfleger und viele Attraktionen sind kaputt. Zudem stehen mehrere Betreibermodelle im Raum. Auf einer Bürgerversammlung am Dienstag kamen die Probleme auf den Tisch. Verwaltung, Förderverein und Bürger suchen nun gemeinsam nach einer Lösung.

Der Wildpark Weißewarte steht vor einer ungewissen Zukunft. Eine Sprecherin der Einheitsgemeinde Tangerhütte sagte, der Park brauche unbedingt qualifiziertes Personal für die Tierpflege. Nur so könne man eine dringend benötigte Zoolizenz bekommen. Bis spätestens Februar müsse eine Lösung gefunden werden. Bis dahin würden Pfleger aus einem anderen Wildpark in Niedersachsen aushelfen.

Neben fehlendem Personal sind in der beliebten Anlage im Landkreis Stendal viele Attraktionen kaputt, und auch die gastronomische Versorgung der Besucher wurde Ende Oktober eingestellt.

Der Wildpark Weißewarte

Der Wildpark in Weißewarte ist der größte Wildpark Sachsen-Anhalts. Er liegt im Norden des Landes und gehört zur Einheitsgemeinde Tangerhütte. Auf einer Fläche von etwa 15 Hektar leben in dem Park hunderte Tiere aus 50 Arten. Vornehmlich einheimische Wildarten wie Damhirsche, Wildschweine oder Kanadagänse können in grüner Natur beobachtet werden. Der Park hat das ganze Jahr geöffnet und wird von den Mitgliedern des Fördervereins Wildpark Weißewarte e.V. unterstützt.

Rund 200 Einwohner bei Bürgerversammlung

Bürgerversammlung Wildpark Weißewarte in Tangerhütte
Rund 200 Bürger diskutierten über eine Lösung für den Wildpark Weißewarte. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Um eine Lösung für die Probleme zu finden, hatte Andreas Brohm, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Tangerhütte, am Dienstag zu einer Bürgerversammlung ins Tangerhütter Kulturhaus eingeladen. Der Einladung waren rund 200 Bürger gefolgt.

Auf der Veranstaltung bemängelten viele von ihnen die Kommunikation zwischen Verwaltung, Förderverein und Bürgern. Brohm, der selbst Mitglied des Fördervereins ist, wollte das so nicht stehen lassen: "Ich kann nicht erkennen, dass wir zu wenig kommuniziert haben."

Erschwert wird die ganze Situation durch den Leitungswechsel, der zum Jahresbeginn im Wildpark stattfand. Bestehende Strukturen wurden aufgebrochen. Das alte ehrenamtliche Team und die neue Leiterin haben offenbar noch nicht zueinander gefunden.

Mehrere Lösungen im Gespräch

Am Ende der Versammlung waren sich jedoch alle einig, dass schnell gehandelt werden muss, wenn der Park weiter bestehen soll. Brohm stellte dafür drei Möglichkeiten in Aussicht: Der Park bleibt entweder in kommunaler Hand, es wird eine gemeinnützige GmbH gegründet oder der Wildpark wird von einem externen Betreiber übernommen. Letzteres lehnen Bürger und Förderverein jedoch kategorisch ab.

Wie eine Lösung für den Wildpark aussehen kann, soll nun in den kommenden Tagen und Wochen geklärt werden. Zentrale Frage ist dann die der Finanzierung: Denn gewünschte Investitionen in den Wildpark müssten aus Geldern finanziert werden, die an anderer Stelle im Haushalt fehlten, hieß es von der Gemeinde.

Der Wildpark beim MDR-Frühlingserwachen

Erst Ende März waren Hunderte freiwillige Helfer dabei, den Tierpark zu verschönern, von Sturmschäden zu befreien, den Spielplatz zu sanieren und einen Pavillon mit Grillplatz zu gestalten. Damit hatte Tangerhütte die MDR-Aktion "Frühlingserwachen" gewonnen, inklusive 5.000 Euro und einer Party.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. November 2019 | 15:10 Uhr

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