Magdeburg, Dessau-Roßlau, Halle und Burgenlandkreis Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr

Die Gewerkschaft Ver.di hat für den kommenden Dienstag Streiks im öffentlichen Personennahverkehr angekündigt. In den Kreisfreien Städten Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau sowie im Burgenlandkreis werden keine Busse und Straßenbahnen fahren. Allerdings variiert die Dauer des Streiks von Stadt zu Stadt.

Eine ver.di Fahne ist auf der Demonstration
87.000 Beschäftigte sind deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Bildrechte: dpa

Deutschlandweit sollen am Dienstag 87.000 Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr die Arbeit niederlegen. Betroffen sind auch Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau sowie der Burgenlandkreis.

Die Gewerkschaft Ver.di hat zu einem Warnstreik aufgerufen, um im Tarifstreit mit der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände mehr Druck aufzubauen. Die Arbeitgeber haben neue Tarifverhandlungen bislang abgelehnt.

Darum geht es: Mehr Geld für Angestellte und Azubis

Ver.di fordert bundesweit einheitliche Regeln für Urlaub, Überstunden, Schichtzulagen und Sonderzahlungen. Speziell für Sachsen-Anhalt will die Gewerkschaft eine Erhöhung der Stundenlöhne und -gehälter um 1,50 Euro, eine Festschreibung von mindestens 26 freien Wochenenden im Jahr und die Angleichung der Auszubildendenvergütung an die im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes festgeschriebenen Vergütungen für Auszubildende.

Warnstreik in Magdeburg

Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT sind bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) die Beschäftigten ab 3:00 Uhr zum Streik aufgerufen. Dieser soll laut MVB bis Mittwoch um 00:45 Uhr andauern. Bis dahin wird auch der Schülerverkehr betroffen sein. Als Alternative verweist die MVB auf die S-Bahn, sowie die Regionalbahnen und -busse im Verkehrsverbund Marego, die auch durchs Stadtgebiet fahren.

Damit verbleiben etwa die Regionalbahnen der Deutschen Bahn und von Abellio, sowie zum Beispiel die BördeBus Verkehrsgesellschaft. Auch die Strecke in den Harz und die Harzer Schmalspurbahn ist vom Warnstreik nicht betroffen.

Warnstreik in Halle

In Halle sind die Warnstreiks zwischen 3:00 Uhr und 12:00 Uhr angekündigt. In dieser Zeit wollen 780 Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen. Es sollen zwei Standorte der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) bestreikt werden. Die HAVAG geht davon aus, dass es ab dem frühen Morgen erhebliche Einschränkungen im Linienverkehr von Bussen und Bahnen geben wird. Das gelte auch für den Schülerverkehr. Die HAVAG selbst teilte mit, nicht zu wissen, wie lange schließlich mit Ausfällen zu rechnen sei.

Alternativen seien der Omnibusbetrieb Saalekreis (OBS), die S-Bahnen der Deutschen Bahn und die Regionalbahnen von Abellio.

Luftbildaufnahme - Busse stehen nebeneinander im Busdepot.
Auch Busse der HAVAG werden am Dienstag wohl im Depot bleiben. (Archivfoto) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Warnstreik in Dessau

Auch in Dessau-Roßlau soll – wie in Halle – am Dienstagmorgen zwischen 3:00 Uhr und 12:00 Uhr gestreikt werden. Etwa 100 Beschäftigte werden in dieser Zeit die Arbeit niederlegen. Von dem Streik ist auch die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn betroffen.

Warnstreik im Burgenlandkreis

Bei der Personenverkehrsgesellschaft (PVG) Burgenlandkreis soll der Warnstreik mit der Frühschicht um 3:45 Uhr beginnen und bis zum Betriebsende um 19:00 Uhr dauern. Die PVG hat bereits angekündigt, dass durch den Warnstreik am Dienstag in Naumburg, Weißenfels und Zeitz sowie im Regional- und Schülerverkehr keine Busse fahren. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Warnstreiks "höhere Gewalt" seien und deshalb alternative Fahrkosten nicht erstattet würden.

Eisenbahnverkehr nicht von Warnstreik betroffen

Der Eisenbahnverkehr ist vom Warnstreik hingegen nicht betroffen. Fernzüge, S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sowie von Abellio und der Hanseatischen Eisenbahn GmbH fahren am Dienstag normal.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. September 2020 | 05:00 Uhr

3 Kommentare

Sachsen-Anhaltinerin vor 3 Wochen

Verdi - der öffentliche Dienst schreitet voran! Viele Branchen bangen um Ihre Existenz in der derzeitigen "Pandemielage", in der sich auch Deutschland befindet. Einfach nur beschämend!!!

klarimkopf vor 4 Wochen

Ich halte das für eine Riesensauerei von verdi gegenüber allen Bürgern, und vor allem den Kindern und Eltern im Schulbusverkehr. Das ist meines Erachtens eine Störung der öffentlichen Ordnung und eine Nötigung der Bürger, die auf den ÖPNV angewiesen sind , um zur Arbeit, zum Arzt oder auch sonstwohin zu kommen. Verdi nimmt alle diese als "Geiseln" im Zoff mit den Arbeitgebern. Und wie es ausgeht ist doch schon jetzt klar bei öffentlichen Unternehmen, wo Politiker in den Aufsichtsräten sitzen. Erst ein bischen Gejammer und dann kleinbeigeben, weil man ja "gezwungen" wird, und sich auch vor dem Wähler nicht als unsozial unpopulär machen will. Immer das gleiche Schmierentheater in jeder Tarifrunde. Kann man sich eigentlich schenken. Und die Personal-Mehrkosten muss dann ja sowieso wieder der Bürger tragen.

peterhau vor 4 Wochen

Ich habe in der heutigen Zeit (Corona) kein Verständnis dafür. Andere müssen um ihre Arbeitsplätze bangen und Angestellte, die gerade in Behörden mäßige Arbeit abliefern, kommen mit so was um die Ecke. Aber andere Menschen sind den um Profilierung kämpfenden Verdi-Bossen egal.

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