Wasserspiel am Domplatz in Magdeburg
Freude, Unbeschwingtheit, Lebenslust – so geht es nicht allen Sachsen-Anhaltern, sagt eine aktuelle Studie. Immerhin: Die Gefühlslage im Land ist optimistischer geworden. Bildrechte: imago/Westend61

Studie Sachsen-Anhalter sind nicht mehr die ängstlichsten Deutschen

Flüchtlinge, politischer Extremismus, steigende Kosten – das sind nur einige Ängste der Deutschen. Statistisch sind Sachsen-Anhalter ängstlicher als der Bundesschnitt. Immerhin sagt eine Studie: Wir sind nicht mehr die Ängstlichsten.

Wasserspiel am Domplatz in Magdeburg
Freude, Unbeschwingtheit, Lebenslust – so geht es nicht allen Sachsen-Anhaltern, sagt eine aktuelle Studie. Immerhin: Die Gefühlslage im Land ist optimistischer geworden. Bildrechte: imago/Westend61

Sachsen-Anhalt gehört weiter zu den ängstlichsten Bundesländern, belegt aber deutschlandweit nicht mehr den Spitzenplatz. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" im Auftrag der R+V-Versicherung. Danach lebt mit 47 Prozent fast jeder zweite Sachsen-Anhalter in Sorge. Das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr, was die größte Verbesserung unter allen Ländern bedeutet. Pessimistischer als die Sachsen-Anhalter leben der Studie zufolge derzeit nur die Menschen in Brandenburg (55 Prozent) und die Thüringer (66 Prozent). Bundesweit plagen nur 39 Prozent aller Menschen Sorgen.

Ausländer-Zuzug und Teuerung größte Angsttreiber

Deutlich entspannt hat sich in Sachsen-Anhalt die Sorge darüber, dass Politiker überfordert sind (52 Prozent). 2018 war dies noch die größte Angst. 57 Prozent der ängstlichen Sachsen-Anhalter sorgen sich darum, dass der Staat durch Flüchtlinge überfordert sein könnte. In der Studie 2018 hatten dies noch 82 Prozent angegeben. Als bemerkenswert heben die Autoren der Studie hervor, dass die zweithäufigste Angst in Sachsen-Anhalt die vor steigenden Lebenshaltungskosten ist. Dies sei einmalig im Vergleich der Bundesländer. Platz drei der Ängste in Sachsen-Anhalt belegt die Sorge, dass dem Steuerzahler Kosten durch die EU-Schuldenkrise entstehen könnten (58 Prozent).

Angst-Studie Das sind die zehn größten Ängste der Sachsen-Anhalter

Fast jeder zweite Sachsen-Anhalter ist von Angst geplagt. Das sagt die jährliche Angst-Studie im Auftrag der R+V-Versicherung. Sie schlüsselt auch auf, welche Themen die größten Sorgen bescheren.

Vor Angst besser unter der Bettdecke verkriechen
Die Ängste schwinden Die Sachsen-Anhalter sind nicht mehr die Angsthasen der Nation, sagt die Studie "Die Ängste der Deutschen 2019". 47 Prozent aller Menschen hierzulande werden von politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Sorgen geplagt. Das macht nach Thüringen (66 Prozent) und Brandenburg (55 Prozent) den dritten Platz im bundesweiten Vergleich aus. Der Deutschland-Schnitt liegt bei 39 Prozent. Schleswig-Holstein und Hamburg machen mit 31 Prozent das optimistische Schlusslicht der Studie aus.

Nun ein detailierter Blick auf die Ängste der Sachsen-Anhalter:
Bildrechte: IMAGO
Vor Angst besser unter der Bettdecke verkriechen
Die Ängste schwinden Die Sachsen-Anhalter sind nicht mehr die Angsthasen der Nation, sagt die Studie "Die Ängste der Deutschen 2019". 47 Prozent aller Menschen hierzulande werden von politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Sorgen geplagt. Das macht nach Thüringen (66 Prozent) und Brandenburg (55 Prozent) den dritten Platz im bundesweiten Vergleich aus. Der Deutschland-Schnitt liegt bei 39 Prozent. Schleswig-Holstein und Hamburg machen mit 31 Prozent das optimistische Schlusslicht der Studie aus.

Nun ein detailierter Blick auf die Ängste der Sachsen-Anhalter:
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Donald Trump spricht im Trump Tower in New York City.
Platz 9: Donald Trump Angst vor dem US-Präsidenten? Nicht persönlich, aber dass die Welt gefährlicher durch Trumps Politik werden könnte, dass befürchten 51 Prozent derer, die Angst haben. Doch diese Sorge schwindet: Im Vorjahr bescheinigten noch 77 Prozent, dass sie die Folgen von Trumps Politik fürchten. Bildrechte: IMAGO
Maria Böhmer (CDU), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, verfolgt am 02.06.2016 im Bundestag in Berlin die Debatte zu Armenien, während neben ihr die Plätze von Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel leer sind. Der Deutsche Bundestag debattiert in der Sitzung unter anderem über die Einstufung der Massaker an den Armeniern 1915/16 durch das Osmanische Reich als Völkermord. Die Türkei als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches hat vor der Annahme einer entsprechenden Resolution gewarnt.
Platz 8: Ratlose Politik Politisch ist auch Platz 8 im Angst-Ranking. Dass Politiker mit ihren Aufgaben überfordert sind, gaben 52 Prozent derer an, die Angst verspüren. Dennoch scheint das Vertrauen gestiegen zu sein: Im Vorjahr belegte diese Sorge mit 83 Prozent noch den Spitzenplatz. Bildrechte: dpa
Ein alter Mann sitzt im Rollstuhl,, begleitet von einer jungen Frau wird er vom Arzt untersucht.
Platz 7: Pflegefall Größer ist die Angst, im Alter zum Pflegefall zu werden. 55 Prozent gaben diese Sorge an. Bildrechte: colourbox.com
Rotes Aushängeschild "Wohnung zu vermieten" vor einem Mietshaus.
Platz 6: Steigende Mieten Wie lange bleibt das Wohnen bezahlbar – und wo? 56 Prozent der Sachsen-Anhalter mit Angst gaben an, dass sie sich Sorgen machen, das Wohnen in Deutschland könnte unbezahlbar werden. Bildrechte: imago/CHROMORANGE
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Hände zu einer Raute geformt.
Platz 5: Schaffen wir das wirklich? Die fünfthäufigste Angst in Sachsen-Anhalt ist die, dass der Staat durch Flüchtlinge überfordert sein könnte. 57 Prozent gaben dies an. In der Studie des Vorjahres waren es noch 82 Prozent. Bildrechte: dpa
 Der teilweise verwitterte Schriftzug Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost
Platz 4: Schluss mit Aufschwung Dass sich die Wirtschaftslage verschlechtern könnte, befürchten 57 Prozent der Sachsen-Anhalter mit Angst. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant. Bildrechte: dpa
Zerstörter griechischer Euro,
Platz 3: Schuldenkrise 58 Prozent der von Angst geplagten Sachsen-Anhalter gaben an, dass sie Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise befürchten. Diese Sorge ist rückläufig: 74 Prozent waren es noch 2018. Bildrechte: imago images / Christian Ohde
Mann notiert etwas in ein Haushaltsbuch
Platz 2: Es bleibt weniger übrig Die zweithäufigste Sorge in Sachsen-Anhalt ist die vor steigenden Lebenshaltungskosten. 64 Prozent gaben dies an. Übrigens: Bundesweit nannten diese Angst nur 43 Prozent. Bildrechte: imago images / Jochen Tack
Draufsicht auf Umzugskartons, die durch ein Fenster auf den Fassadenlift eines Umzugsunternehmens gestellt wurden.
Platz 1: Neue Nachbarn Dass durch den Zuzug von Ausländern Spannungen entstehen könnten, ist die größte Sorge der befragten Sachsen-Anhalter. 64 Prozent gaben dies an. 2018 waren es noch 77 Prozent.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05.09.2019 | 16:00 Uhr
Bildrechte: IMAGO
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Insgesamt sind laut Studie die Ängste in Deutschland so gering wie seit 1994 nicht mehr. Außerdem bemerkenswert: Nach der Sorge über Überforderung des Staates durch Flüchtlinge sowie über Spannungen durch Zuzug von Ausländern belegt die Angst vor der Politik von US-Präsident Donald Trump bundesweit Platz drei. Zudem sind der Befragung zufolge Frauen weiterhin ängstlicher als Männer. Auch die Schere zwischen Ost und West – die Menschen im Osten sind ängstlicher – wird den Zahlen zufolge größer.

22 Ängste wurden abgefragt

Für die, nach eigenen Angaben, repräsentative Studie "Die Ängste der Deutschen" werden seit 1992 jährlich rund 2.400 Männer und Frauen ab 14 Jahre nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Ängsten befragt. Die diesjährige Erhebung lief von Mitte Mai bis Mitte Juli und beinhaltete 22 Fragen. Den Probanden wurde dabei eine Liste mit 22 Ängsten zur Bewertung vorgelegt. Von den stichprobenartig ausgewählten Befragten stammten 801 aus Ostdeutschland.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. September 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 17:21 Uhr

17 Kommentare

Mediator vor 9 Wochen

Wirklich süß: Wieder einer der dem Wundertier "Ossi" andichtet, dass er auf unbenutzem Papier zwischen den Zeilen lesen kann. Sagen sie doch einfach, dass sie sich nicht um Sachargumente scheren und nur glauben was sie glauben wollen. Das wäre ehrlicher:

Zum Artikel:
Zu wissen welche Ängste bei den Menschen vorherrschen ist wichtig, denn auch irrationale Ängste wirken und die Gefühlswelt bestimmt bei vielen Menschen wie sie die Realität wahrnehmen. Die AfD spielt ja auf dieser Klaviatur besonders gerne und die Ängste die sie schürt wirken auch, obwohl die Wirtschafts- Sicherheits und Arbeitsmarktlage so gut wie seit langem nicht mehr ist.

Interessant finde ich, wie sich solche gefühlten Ängste durchaus schnell auch wieder drehen lassen, wenn ein positives gefühl vorherrscht. Oft fühlen sich ja Menschen nicht deswegen abgehängt, weil ihre situation besonders schlecht ist, sondern einfach deshalb, weil sie glauben, dass ihre Situation sich nicht ins Positive verändern wird.

Simone vor 10 Wochen

Warum eignet sich das Thema nicht für eine Untersuchung? Haben sie dafür auch eine Erklärung? Wenn man wissen will, wo den Menschen der Schuh drückt, dann muss man mit ihnen reden. Redet man mit vielen Menschen, dann kann man daraus ableiten welche Dinge einer Gesellschaft wichtig sind und vor welchen Dingen eine Gesellschaft Angst hat. Wenn man dann noch herausfindet, dass die Menschen in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedliche Schwerpunkte haben, dann kann man damit anfangen zielgerichtet etwas gegen deren Ängste zu tun als mit der Gießkanne zu versuchen für alle irgendwie alles gut zu machen.

Simone vor 10 Wochen

Frei nach mir:
Eine Statistik kann man gemäß ihrer Methodik und den erhobenen Zahlen hinterfragen und verifizieren.

Ihr Bauchgefühl hingegen ist ihre höchstpersönliche Sache und kann von niemandem überprüft werden.

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