Studium in Corona-Zeiten: Wie sich die zweite Corona-Welle auswirkt

Ein Herbst mit Hindernissen, ein Sommer der Hoffnung

Auf Straßen und an der Uni werde viel kontrolliert, durch Polizei wie auch zivile und private Sicherheitskräfte. Drinnen und draußen gelte Maskenpflicht, und sie halte sich daran, ebenso an andere Empfehlungen und Vorgaben. Schon allein, um sich selbst nicht zu gefährden. "An der Universität patrouillieren sie auf den Gängen", erzählt die Studentin und befürwortet das, weil sich auch dadurch viele an die Regeln halten würden: "Insofern fühle ich mich immer relativ sicher."

Dass es zum Herbst schwierig werden könnte, hatte insgesamt seine Auswirkungen. Es seien weniger Studierende als sonst, sagt Anne Schulze mit Blick auf die OVGU. Die Zahlen zum Wintersemester lägen normalerweise deutlich höher. Absagen habe es zum Beispiel für Spanien und Frankreich gegeben. Der Grund: Auch im Sommer wirkte die Corona-Lage dort vergleichsweise abschreckend, ein "klarer Faktor", sagt Anne Schulze.

Eine junge Frau steht an vor der Kulisse einer Brücke in Porto 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 24.11.2020 14:12Uhr 01:14 min

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So bedeutet Erasmus in der Pandemie, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Siska Müller wollte lieber los, sieht es inzwischen sogar als Chance: "Ich denke, es ist eine Erfahrung, die mich stärken wird. Dass ich mich auch in einer fremden Umgebung durch Krisen durchfuchsen kann."

Es hatten sich sehr viele Studierende in der Pandemie für einen Aufenthalt im Sommersemester 2021 beworben, den sie nun doch nicht antreten möchten.

Bernhard Frank Lange, Akademisches Auslandsamt Burg Giebichenstein

Viele andere hoffen auf den Sommer 2021 und sitzen in der Warteschleife. Doch wer am Ende wirklich losfahren kann und will, ist offen. Wie wird die Lage sein? Bernhard Frank Lange vom Akademischen Auslandsamt an der Burg Giebichenstein in Halle sagt, Unsicherheit mache sich breit. Aktuell sorge die zweite Corona-Welle für einen Dämpfer. "Es hatten sich sehr viele Studierende in der Pandemie für einen Aufenthalt im Sommersemester 2021 beworben, den sie nun doch nicht antreten möchten."

In der nachfolgenden Weltkarte können Sie sehen, welche Länder bei Studierenden in Sachsen-Anhalt fürs Auslandsstudium über das Erasmus-Programm sehr gefragt sind. Über ein Menü können Sie die Studienjahre 2015/16 bis 2019/20 auswählen – enthalten ist jeweils das Sommer- und das Wintersemester. Außerdem lässt sich das laufende Wintersemester (WiSe 2020) ablesen.

*eingegangen sind die Daten der Hochschulen und Universitäten im Land. Betrachtet wurden die zehn gefragtesten Länder, was variiert und auch von bestehenden Partner-Unis abhängt.

Das Erasmus-Programm hat auf die unsichere Situation reagiert. Seit Corona ist es möglich, aus der Ferne online an den Vorlesungen im Gastland teilzunehmen – also ganz ohne Sachsen-Anhalt zu verlassen. Den Angaben der Hochschulen zufolge nutzen das einige Studierende tatsächlich als Alternative. Also von Halle, Wernigerode, Magdeburg oder von sonstwo. Nur nicht von da, wo sie ursprünglich hinwollten. Die dabei erbrachten Leistungen würden angerechnet.

Ich freue mich, wenn ich beim Einkaufen fünf Worte Portugiesisch loswerden kann.

Erasmus-Studentin Siska Müller

Auch wenn es in Porto schwierig geworden ist, will Siska Müller bleiben. Sie sei froh, die Stadt wenigstens auf diese Weise erleben zu können. Besser als nichts: Sie geht viel spazieren, hat einige Kontakte zu Kommilitonen, ihre WG. "Ich freue mich, wenn ich beim Einkaufen fünf Worte Portugiesisch loswerden kann." Sie lernt die Sprache noch. Trotzdem: Ein Hintertürchen hält sie sich offen – und hat ihre Wohnung in Magdeburg für diese Zeit vorsorglich lieber nicht untervermietet.

Mandy Ganske-Zapf
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Über die Autorin Mandy Ganske-Zapf arbeitet seit März 2014 als freie Mitarbeiterin bei MDR SACHSEN-ANHALT. Sie schreibt Texte für die Online-Redaktion und ist ab und an im Radio zu hören. Nach Sachsen-Anhalt gekommen ist sie 2008, anschließend hat sie mehrere Jahre als Redakteurin für die Volksstimme im schönen Landkreis Börde gearbeitet. Anschließend war sie journalistisch ein Jahr in Moskau unterwegs und ist eigentlich jedes Jahr mindestens einmal für Recherchen in Russland. Darüber schreibt sie auch Texte für deutschsprachige Medien hier und anderswo. In ihrer Wahlheimat Magdeburg ist sie am liebsten an Seen und am Elbufer unterwegs, mag außerdem Ausflüge in die Weiten der Altmark.

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Dezember 2020 | 12:40 Uhr

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