Unwetter Sturmtief "Sabine" fegt mit bis zu 171 km/h durch Sachsen-Anhalt

Sturmtief "Sabine" hat Sachsen-Anhalt ungemütliches Wetter beschert. Auf dem Brocken wurden Höchstgeschwindigkeiten von 171 km/h gemessen. Und auch in den nächsten Tagen bleibt die Situation im Harz weiter kritisch.

Das Sturmtief "Sabine" hat in Sachsen-Anhalt bisher keine größeren Schäden angerichtet. Landesweit muss aber weiterhin mit herumfliegenden Gegenständen und herabstürzenden Ästen gerechnet werden. Besonders stürmisch war es in der Nacht zu Montag. Im Landkreis Harz gab es nach Angaben der Rettungsleitstelle mehr als 150 Einsätze, in der Altmark knapp 80 und in Magdeburg 60. Dabei handelte es sich meist um umgestürzte Bäume, die die Straßen blockierten.

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 189 bei Ziegenhagen im Landkreis Stendal wurden fünf Insassen eines Autos leicht verletzt. Das Auto wurde der Polizei zufolge von der Straße geweht.

Mittlerweile hat sich die Lage im Tiefland aber beruhigt. Nur in den Bergregionen sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch Böen bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde zu erwarten.

Weiter akute Gefahr im Nationalpark Harz

Im Nationalpark Harz besteht nach Angaben der Parkverwaltung weiterhin akute Gefahr für Leib und Leben. Weiter heißt es, dass herunterfallende Äste und beschädigte Bäume, die entwurzelt werden könnten, auch in den folgenden Tagen eine Gefahr darstellen. Eine vollständige Bestandsaufnahme der Sturmschäden sei erst im Laufe der nächsten Tage möglich. Führungen für Montag und Dienstag wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Darüber hinaus bleiben auch die Besucherzentren Brockenhaus und Torfhaus außerplanmäßig geschlossen.

Stabilisierung der Situation bei der Bahn

Berufspendler in Sachsen-Anhalt sollten weiterhin mehr Zeit einplanen. Die Züge der Deutsche Bahn und des privaten Bahnbetreibers Abellio fahren zwar weitestgehend, Verspätungen und einzelne Ausfälle gibt es dennoch.

Der Sturm hat im Harz Schäden angerichtet. Auch die Bahn muss Beeinträchtigungen hinnehmen
Der Sturm erschwert aktuell die Situation der Bahn. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Seit Montag 6 Uhr wurden auf allen gesperrten Strecken Erkundungsfahrten unternommen. Ziel war es, Schäden zu sichten, um einen reibungslosen Bahnverkehr auf den Strecken zu gewährleisten. Erst nach dieser Kontrolle können die Strecken wieder freigegeben werden. Ab 7:30 Uhr hat die Bahn den Regionalverkehr wieder aufgenommen – der Fernverkehr läuft seit 10 Uhr wieder. Aktuell gibt es nur noch wenige Beeinträchtigungen. Die Bahn sagt, dass der Verkehr in Sachsen-Anhalt inzwischen weitesgehend stabil läuft.

Beeinträchtigungen gab es vor allem in der Altmark. Dort hatte am Abend ein Güterzug zwischen Stendal und Salzwedel Probleme mit der Oberleitung.

Viele Leute hätten auf die Hinweise der Bahn gehört, Fahrten nicht anzutreten, wenn es nicht unbedingt nötig gewesen sei. Das Reiseaufkommen in Sachsen-Anhalt sei geringer als sonst. Dennoch habe die Bahn an allen größeren Bahnhöfen das Servicepersonal verstärkt, teilte ein Bahnsprecher MDR SACHSEN-ANHALT mit.

Abellio fährt mit verminderter Geschwindigkeit

Die S7 Der Müngstener , Alstom Coradia LINT 41, von Abellio auf freier Strecke zwischen Solingen Hauptbahnhof und Solingen Mitte
Züge von Abellio fahren derzeit langsamer als sonst (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO/Deutzmann

Bei Abellio, einem privaten Bahnbetreiber, muss weiterhin mit Verspätungen gerechnet werden. Die Züge fahren vorsorglich mit verminderter Höchstgeschwindigkeit, wodurch Verspätungen entstehen. Auch Ausfälle seien nicht ausgeschlossen, heißt es auf der Website des Unternehmens. Das betrifft vor allem Strecken im Harz und Harzvorland.

Die vorübergehende Sperrung der Strecke zwischen Sangerhausen und Nordhausen wurde inzwischen wieder aufgehoben. Dort sorgte eine herabgestürzte Starkstromleitung für Behinderungen. Der Streckenabschnitt zwischen Sangerhausen und Kelbra musste bis zum Vormittag für den Zugverkehr gesperrt werden.

Viele gesperrte Straßen

Auch Autofahrer brauchten bis zum Mittag mehr Zeit. Zahlreiche Straßen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert. Auf dem Flughafen Leipzig-Halle wurden alle innerdeutschen Flüge bis zum Mittag gestrichen. Ferienflieger heben aber planmäßig ab, zum Beispiel in die Türkei.

Ein Arbeiter beseitigt mit einem Gebläse Rinde und Äste von einer Straße.
Nun wird aufgeräumt – wie hier in Elbingerode im Landkreis Harz. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/jw,pow,kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 10. Februar 2020 | 08:00 Uhr

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