Tag der Arbeit Tausende Sachsen-Anhalter auf Kundgebungen zum 1. Mai

Um ein Zeichen für bessere Arbeit zu setzen, haben am Mittwoch Tausende Sachsen-Anhalter bei Kundgebungen zum Tag der Arbeit teilgenommen. In 19 Städten im Land gab es Veranstaltungen mit politischem Programm und Mitmach-Aktionen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen-Anhalt sprach von erfolgreichen Veranstaltungen.

Demonstraten nehmen an einer 1.-Mai-Veranstaltung in Halle teil.
Großes Interesse in Halle: Viele Besucher kamen am Mittwoch zu den Kundgebungen auf den Marktplatz. Bildrechte: MDR/Johannes Batzdorf

In ganz Sachsen-Anhalt sind nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Tausende Menschen zum 1. Mai auf die Straße gegangen und haben an zahlreichen Kundgebungen teilgenommen. Der DGB in Sachsen-Anhalt hatte in 19 Städten zu Kundgebungen aufgerufen, um unter anderem für Mindestlöhne in ganz Europa zu demonstrieren. Neben politischen Reden gab es für die Besucher auch bunte Programme für Kinder und Familien.

DGB in Naumburg: "Europa muss sozialer werden"

In Naumburg fand die zentrale Landesveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt. Am Vormittag sprach DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer auf dem Marktplatz und betonte die Bedeutung Europas. So hätten Beschäftigte durch europäisches Recht einheitliche Regeln zu Arbeitszeit, Ruhezeit und Urlaub. Trotzdem forderte Wiedemeyer "eine europaweite Stärkung der Tarifbindung, bessere Mitbestimmungsrechte für Arbeitnehmer und einen armutsfesten, europäischen Mindestlohn."

Über das Interesse der Besucher in Naumburg war Wiedemeyer erfreut. Sie sprach von einer sehr erfolgreichen Veranstaltung. Insgesamt zeigt sich laut Wiedemeyer, dass die gewerkschaftlichen Forderungen aktuell und attraktiv sind. Das bestätigten auch die Mitgliederzahlen des DGB. Im vergangenen Jahr seien demnach in Sachsen-Anhalt mehr als 3.400 Menschen in Gewerkschaften eingetreten. Derzeit organisieren sich mehr als 152.000 Menschen im Gewerkschaftsbund.

Bundesfamilienministerin lobt Menschen in Halle

Familienministerin Franziska Giffey nimmt an einer 1.-Mai-Veranstaltung in Halle teil.
Familienministerin Giffey kam bei den Kundgebungen auch mit Hallensern ins Gespräch. Bildrechte: MDR/Johannes Batzdorf

Auf der Kundgebung in Halle sprach Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und lobte die Stadt: "Es sieht super aus hier. Es haben viele Menschen dafür gearbeitet, dass sich die Stadt so gut entwickelt hat. Darauf können alle, die das gemacht haben, sehr stolz sein."

Auf die Rede der Bundesfamilienministerin hatten zuvor einige Besucher gespannt gewartet. Eine Rentnerin sagte, dass sie einige Erwartungen an Giffeys Besuch habe: "Ich erwarte, dass die Bundesfamilienministerin heute darlegt, was sie für die Sozialpolitik in Deutschland und für uns Rentner macht."

In ihrer Rede betonte Giffey die Wichtigkeit von sozialen Berufen. Sie verwies dabei auf das Bildungsprogramm "Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher." Damit soll die vergütete Ausbildung gefördert werden. Die Vergütung orientiert sich Giffey zufolge an den Tarifverträgen.

Rund um den Marktplatz in Halle gab es ein buntes Treiben. Viele Besucher informierten sich bei Gewerkschaften, Vereine und Parteien. Eine der Besucherin sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Heute ist eine gute Gelegenheit, um sich einen Überblick über die Parteien zu verschaffen. So kann man schauen, welche Interessen die Parteien auch für uns junge Wähler vertreten."

Buntes Programm in Magdeburg

Auf dem Alten Markt in Magdeburg war ebenfalls einiges los. Neben vielen Mitmach-Aktionen für Kinder stellten sich zahlreiche Vereine, Gewerkschaften und alle im Stadtrat vertretenden Parteien vor. Außerdem wurden mehrere Reden gehalten. So rief der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, dazu auf, sich für ein solidarisches Europa einzusetzen. "Europa ist zu wichtig, wir dürfen es nicht dem Gebrüll der Rechtsnationalisten und Anti-Europäer überlassen", so Gröger.

Zudem mahnte der Bezirksleiter der IG Metall an, dass die Beschäftigten in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie noch immer drei Stunden pro Woche länger arbeiten als Mitarbeiter im Westen: "Wir erwarten von den Arbeitgebern, hier Gestaltungswillen zu zeigen, den Weg der Angleichung zu beschreiten und so auch einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu leisten."

Demonstrationen auch in Thüringen und Sachsen

In den angrenzenden Ländern Thüringen und Sachsen hatten Gewerkschaften und Gruppierungen aus dem linken und rechten Spektrum zu Demonstrationen aufgerufen. In Sachsen war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Versammlungen abzusichern. Sie wurden auch von Beamten aus Sachsen-Anhalt unterstützt. Am Rande von Demonstrationen in Erfurt setzte die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2019, 17:35 Uhr

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