MDR-FERNSEHEN | 9. November | 16:00 Uhr Hüben & Drüben – Die Tandemtour

30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre Einheit – 30 Jahre alt! Als Elisa und Elias geboren wurden, stand die Mauer nur noch wenige Monate. Sie wollten herausfinden, wie es den Menschen in den letzten 30 Jahren ergangen ist. Und zwar genau dort, wo früher die innerdeutsche Grenze verlief.

Eine Frau und ein Mann fahren mit ihrem Tandem durch die Natur.
Elisa ist im Westen Deutschlands aufgewachsen, Elias im Osten. Bildrechte: MDR/414 Films GbR

Ist die Grenze noch spürbar oder sind die Menschen nach 30 Jahren zu einer Einheit zusammen gewachsen? Die Frage stellen sich die beiden Reporter Elisa und Elias. Sie kommt aus dem Westen, er aus dem Osten. Beide sind 30 Jahre alt. Als sie geboren wurden, stand die Mauer nur noch wenige Monate. Gemeinsam starten Elisa und Elias als "Team Einheit" eine Tandemtour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Hüben und Drüben, also in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Dort suchen sie nach Antworten bei den Menschen, die sie auf der Straße treffen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Je jünger die Menschen sind, desto weniger spielt die ehemalige Grenze eine Rolle – so denken die Reporter. Aber nein: Sie treffen in Aulosen (Sachsen-Anhalt) und Gummern (Niedersachsen) zwei Jugendliche, die nach dem Mauerfall geboren wurden und bis heute Unterschiede zwischen Ost und West sehen: "Der Osten ist irgendwie immer noch grauer." Und: "Die Leute im Westen ziehen sich anders an." Woran liegt es, dass die Menschen auch noch 30 Jahre später Unterschiede spüren?

Verlorene Gegenstände

 Elisa und Elias mit Tandem auf dem früheren Grenzstreifen
Gemeinsam fahren die beiden an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entlang. Bildrechte: MDR/414 Films/Kristina Tschesch

Elisa und Elias machen sich im Landkreis Stendal auf die Suche nach Antworten. In Groß Garz treffen sie Birgit Wißwe mit ihrem fahrbaren Minilädchen, die ihnen erzählt, was die Menschen im Osten von damals vermissen. Die Nachfrage nach Ostprodukten in ihrem fahrbaren Laden ist groß. "Die Leute waren es jahrelang gewohnt, das zu nehmen, was da war", sagt eine ihrer Kunden.

In Bömenzien treffen die Reporter einen Mann, dessen Familie zu DDR-Zeiten enteignet wurde. In seinem Haus, das er nach einem jahrelang andauernden Kampf wieder zurückbekommen hat, erzählt Helmuth Hörig seine bewegende Geschichte von Enteignung und Vertreibung.

Hoffnungen und Träume

Auf der niedersächsischen Seite in Schöningen fahren die Reporter durch die Seitenstraßen und stellen fest: Überall leere Geschäfte. Hat das mit der Wende zu tun? Elisa und Elias fragen Passanten und besuchen den Gastronom Frank Schulze, der seine Heimatstadt noch von früher kennt. Er erzählt ihnen, warum die Wende auch im Westen für Abwanderung und Leerstand gesorgt hat und wie er persönlich dagegen ankämpft. Die beiden merken auf ihrer Tour: Die Spätfolgen des Mauerfalls sind auch heute noch zu spüren.

Wendegewinner

Doch wer konnte von der Wende profitieren? Weiter südlich, im Harz sucht das Tandem-Team nach Wende-Gewinnern. In Lüttgenrode (Sachsen-Anhalt) werden sie fündig. Zwei Landwirte, die eine Ost-West-Firma gegründet haben, erzählen, warum es für sie Vorteile hatte, sich nach der Wende zusammen zu tun.

Gemeinschaft

Eine Frau und ein Mann fahren mit ihrem Tandem durch Wasserfontänen der Feuerwehr, darüber strahlt ein Regenbogen.
Die beiden Protagonisten bei einer Feuerwehrübung. Bildrechte: MDR/414 Films GbR

Auch in der Freizeit gibt es Ost-West-Gemeinschaften. In Abbenrode arbeitet die freiwillige Feuerwehr eng mit den Kameraden aus dem benachbarten niedersächsischen Ort Lochtum zusammen. Bei einem spektakulären Übungseinsatz demonstrieren sie ihre Verbindung mit einem kreuzenden Wasserstrahl. Bei diesem feucht fröhlichen Ereignis verraten sie aber auch, worin sie sich auch nach 30 Jahren nie einig werden konnten: beim Durstlöschen ...

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 09. November 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 12:10 Uhr

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