Auf freiwilliger Basis Tests auf Coronavirus demnächst beim Kinderarzt

Sachsen-Anhalt will seine Testkapazitäten ausweiten. Dazu gehören auch verstärkte Testungen bei Kindern, denn im Juni sollen Kitas und Horte wieder öffnen. Eine Option: freiwillige Corona-Tests beim Kinderarzt.

Sachsen-Anhalt will spätestens im kommenden Monat das erweiterte Corona-Testkonzept starten. Zur Strategie, die Tests zu erweitern, gehört auch, mehr Kinder zu testen. Vor dem Hintergrund der für 2. Juni geplanten Kita- und Hortöffnung sagte Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) MDR SACHSEN-ANHALT, bei den regulären Untersuchungen beim Kinderarzt sollen Tests auf das neuartige Coronavirus angeboten werden. Diese seien dann allerdings freiwillig.

Mit den zusätzlichen Tests im Land wolle man schauen, ob die Dunkelziffer an Corona-Erkrankungen höher liegt als bislang bekannt. Bereits Anfang Mai hatte Grimm-Benne daher gesagt, wenn im öffentlichen Leben Beschränkungen zurückgenommen würden, müsse dies mit guten Schutz-Strategien einhergehen. Ziel sei es zu verhindern, dass Infektionsherde entstehen. Neben Senioren, allen voran in Altenpflegeheimen, nimmt das Land daher besonders Kinder in den Blick.

Teststrategie soll in bisherige Früherkennung integriert werden

Umgesetzt werden könnte eine erweiterte Teststrategie bei Kindern bei den so genannten U-Untersuchungen oder bei Einschulungen, erklärte Grimm-Brenne. Also bei Anlässen wie etwa den Schuleingangsuntersuchungen, zu denen Kinder ohnehin bei einem Arzt vorstellig werden und nach Atemwegserkrankungen befragt würden. Dabei sollen die Eltern gebeten werden, ihre Kinder auch auf Sars-Cov-2 testen zu lassen.

Petra Grimm-Benne
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Wir können unsere Testkapazitäten verzehnfachen, wenn es nötig ist.

Petra Grimm-Benne, Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt

Auch Erzieherinnen und Erzieher würden dann vermehrt auf das Coronavirus getestet. Damit wolle man sichergehen, diese Berufsgruppe nicht besonders zu gefährden. Nach Angaben von Grimm-Benne reichen die Testkapazitäten in Sachsen-Anhalt aus. "Wir können unsere Testkapazitäten verzehnfachen, wenn es nötig ist." Bislang sei hier offen gewesen, wer das zahlt. Doch inzwischen, sagte die Ministerin MDR SACHSEN-ANHALT, signalisiere der Bund, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen auch diese Tests trügen – "wenn es Anlass gibt, dass man sich testen sollte".

Was sind U-Untersuchungen? Dabei handelt es sich um Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern, die bis zum 11. Lebensjahr als U-Untersuchungen bezeichnet und vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen werden. Die Art der Untersuchungen, die dabei vorgesehen sind, richtet sich nach der "Kinder-Richtlinie", die vom Gemeinsamen Bundesausschuss erarbeitet wird, und die von den Krankenkassen finanziell übernommen werden. Der Ausschuss wird aus Vertretern der Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung gebildet.

Kita-Kinder und Personal bislang ohne bestätigten Corona-Fall

Bisher, das betonte Grimm-Benne, gab es in Sachsen-Anhalt keine bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Kindereinrichtungen. Auch aus anderen Bundesländern sei kein Fall bekannt, mit Ausnahme eines einzigen in Sachsen. Am Montag gab Sachsen-Anhalt die ersten Vorgaben bekannt, unter denen Kitas und Horte im Juni unter Auflagen in einen Regelbetrieb übergehen können.

Das Sozialministerium hat über diese Ansätze hinaus eine Liste vorgelegt, wer im Zuge der erweiterten Teststrategie getestet werden soll. Dazu gehören alle Personen mit einer akuten Atemwegserkrankung, insbesondere dann, wenn das Risiko besonders hoch ist, dass es sich um Covid-19 handeln könnte (etwa nach Auslandsreisen oder bei Mitarbeitern in systemrelevanten Bereichen). In Pflegeheimen soll es unter anderem eine repräsentative wöchentliche Stichprobenuntersuchung geben.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Mai 2020 | 07:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt